Rainers kleiner Weltausschnitt

Yamaha YZF 750 R

So kam Pummelchen auf meinen Hof.
So kam Pummelchen auf meinen Hof.

Die frisch Neongelb gepulverten Felgen.
Die frisch Neongelb gepulverten Felgen.

Den dreifarbigen Frontfender und die vordere neongelbe Felge montiert.
Den dreifarbigen Frontfender und die vordere neongelbe Felge montiert.

Yamaha YZF 750 R

Mit braunem Echtleder Sitzpolster.
Mit braunem Echtleder Sitzpolster.

Andere Auspuffbefestigung, Handgriffe und Hebel.
Andere Auspuffbefestigung, Handgriffe und Hebel.

xxx.
Ganz schön viel Gelb.

Inhaltsverzeichnis
Technische Daten
bauliche Änderungen
Ausfahrten 2009
Ausfahrten 2010
Ausfahrten 2011
Ausfahrten 2012
Ausfahrten 2013
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Literatur und Medien Tipps 


Prolog für die Saison 2011

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, mein Wissen zu den Dingen die bei einem Unfall zu tun sind aufzufrischen. Dieses Jahr war es endlich soweit. Das Motorradhaus meines Vertrauens, die Firma Franz in Schechen bot einen solchen Kurs an. Kurzerhand hab ich mich dann auf unserem Stammtisch angemeldet.

Am Samstag, 5. März 2011 war es dann soweit. So gegen 9 Uhr geht es los. Wir sind im Schulungsraum für Flugzeugmotoren mit einigen kleinen und grossen Exponaten. Motoren, Kolben, Zylinder, Werkzeuge. Sehr interessant. Bei den Werkzeugen finde ich einen alten Bekannten. Zwei Unterdruckmessuhren, solche wie ich sie auch mal hatte.

Im Eingangsbereich zwei alte Yamahas. Eine XS1100 mit 144km auf der Uhr und ne Turbo, beide in exzellentem Zustand. Das wäre doch mal was für eine kleine Geschichte.

Dann geht es los mit den Lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Referent ist ein Mitglied des Bayrischen Roten Kreuz. Er ist auch auf dem Motorrad für das Bayrische Rote Kreuz unterwegs. Es sind erstaunlich viele Teilnehmer da. Junge Führerscheinanwärter und alte Hasen. Wir lernen die neue stabile Seitenlage, Anlegen eines Druckverbandes, den Rautekgriff, den Motorradhelm alleine und zu zweit abnehmen und vieles andere mehr. Interessant bei den Helmen die Kommentare zu den vielen unterschiedlichen Verschlusssystemen der Helme. Den Rettungskräften wird die Arbeit darduch erschwert. Besonders knifflig sind Helme, die mit einer kleinen integrierten Luftpumpe aufgepumpt werden können. Das Entlüftungsventil ist nur schwer zu finden. Ein Hinweis darauf fehlt am Helm.

Gegen Nachmittag ist der Kurs dann zu Ende. Kostenbeitrag entrichten und Bescheingung erhalten. Dann noch etwas helfen beim Aufräumen im Schulungsraum. Das ein interessanter Samstag.

In der Woche vor dem Saisonbeginn werde ich abends eher weniger Zeit haben; um Pummelchen aus dem Winterquartier zu holen. Ich beschließe es am Samstag, 26. März 2011 zu machen. Am Nachmittag beginne ich in aller Ruhe mit den kleinen Vorbereitungen. Am Unterstellplatz das Auto wegfahren. Die Abdeckplane entfernen. Da scheint wieder eine Katze das Revier markiert zu haben. Die Spuren sind deutlich. Eine Fußluftpumpe hab ich auch schon dabei, um den Luftdrück zu prüfen und bei Bedarf zu ergänzen, um das Rollen mit passendem Luftdruck zu erleichtern. So pumpe ich erst mal das Vorderrad auf etwa 3 bar auf. Genauer mache ich das, wenn ich das erste Mal für diese Saison an meine Stammtankstelle fahre. Da kenne ich das Anzeigeinstrument. Dann den Montageständer an der Vorderachse entfernen und wegräumen. Nun Pummelchen ein wenig nach vorne schieben. Wieder erweist sich der Einarmständer auf Rollen als die perfekte Lösung. Nun noch den Luftdruck am Hinterrad ergänzen. Das Entfernen des hinteren Montageständers erfolgt Problemlos. Pummelchen auf den Hof rollen ist nun keine Herausforderung. Auf dem Hof dann nochmal auf den Montageständer und kleine Durchsicht machen. Beleuchtung, Ölstand und Kettenspannung mit Schmierung prüfe ich sorgfältig. An die Batterie unter dem Fahrersitzpolster schließe ich das fest verlegbare Ladekabel an. Wieder dieses unerfreuliche Gefummel mit den Schrauben und Muttern an den Batteriepolen. Dann kommt Pummelchen in sein Saisonquartier. Noch Strom verlegen und das Batterieladegerät anschließen, um Pummelchens Batterie vorsichtshalber zu laden. Ich mag keine Überraschungen zu Saisonstart. Nun kann der Sasionstart kommen.



Meine Ausschreibung als Tourguide für das FZR-Treffen 2011 im Harz

Motto: "Nix für Knieakrobaten und Angststreifenvernichter (3)"

Zielgruppe:

Anfänger und Fortgeschrittene, teilweise mit etwas gesteigertem Tempo. (Profis sind willkommen, sollten sich aber darauf einstellen, dass es nicht sooo zügig voran geht.)

Gruppengrösse:

Maximal 8 Fahrzeuge (incl. Pummelchen) traue ich mich zu führen. Kein Stück mehr.

Tourverlauf:

Die Strecke wird ausschließlich per Karte erkundet, es kann also Überraschungen geben. Aber es gibt ja keine Probleme, sondern nur Herausforderungen.

erster Streckenentwurf (Stand: 10/2010)

Streckenentwurf

Überraschungen:

Update: Die erste Überraschung ist eingeplant und an die Teilnehmer kommuniziert. Die zweite, kleine Überraschung ist in Arbeit. Schaun wir mal.

Verhalten:

Unterwegs bitte ich alle sich an diesen 10 Regeln für das Fahren in der Gruppe zu orientieren.

Anmeldung:

Gerne ab sofort nur im FZR-Forum bei mir per PN (persönliche Nachricht). Wer sich zuerst anmeldet ist dabei. Nur der frühe Vogel fängt den Wurm. Bitte auch angeben, ob mit Sozia/Sozius. Danke.

Anmeldeschluss:

31. Juli 2011 oder wenn insgesamt 8 Fahrzeuge gemeldet sind. Erfolgen mehr Anmeldungen bei mir, als ich Fahrzeuge anführen werde, gibts ne Warteliste.

Update: Sollte sich bei euch etwas ändern, lasst mich bitte Frühzeitig wissen. Es kann ja immer mal was dazwischen kommen. Nur so kann ich für die anderen Teilnehmer eine ordentliche Planung machen. Dankeschön.

vorliegende Anmeldungen:

Besonderheiten:

Sollte Regenwetter sein, werde ich keine Tour anführen. Tut mir leid, aber das ist mir zu gefährlich.

Das Rechtliche zum Schluss:

Dies ist eine privat durchgeführte Veranstaltung, ohne jeglichen kommerziellen Hintergrund. Die Teilnahme an dieser Ausfahrt erfolgt auf eigene Gefahr und eigenes Risiko.

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Freitag, 1. April 2011 - Saisonstart

Heute nehme ich mir einen Tag frei. Schließlich hatte ich am Montag einen sehr langen Arbeitstag. Und die Motorradsaison startet. Leider ist das Wetter am Morgen schlecht. Es regnet. Da lass ich es in der Früh langsam angehen. Erst mal einige Dinge mit dem Auto erledigen. Müll wegfahren, zur Post einen Brief aufgeben und mal zu Polo um nach einer Jacke zu schauen. Am frühen Nachmittag hat es aufgetrocknet. Der Hof und die Straße sind weitgehend trocken. Dann mal Pummelchen auf den Hof gerollt und sicher auf den Montageständer gestellt.

Der erste Startversuch nach der Winterpause. Zündung an. Warten bis das Geräusch der Benzinpumpe verstummt. Choke auf Maximum. Der erste Druck auf den Starterknopf. Noch will der Motor nicht. Gleich noch einen zweiten Druck auf den Starterknopf. Widerwillig lässt sich der Motor zum Leben erwecken. Gas will er noch nicht annehmen. also lasse ich den Motor einfach vor sich hin tuckern, bis die Gasannahme besser ist. Den Choke drücke ich langsam nach und nach rein. Eine ganze Weile lasse ich den Motor laufen. Nun läuft er rund und nimmt willig Gas an.

Motor aus und erst mal ab in die Lederkombi. Zuvor hatte ich mir die Textilsachen bereit gelegt, aber das Wetter hat sich so gut gemacht, dass ich lieber in der Lederkombi fahre. So fühle ich mich auch wohler.

Mein erster Weg führt über die B15 nach Schechen um Informationen zu Verfügbarkeit von Reifen in den freigegebenen Dimensionen und einer ABE zu erhalten. Der Weg dorthin verläuft problemlos. Pummelchen ist brav und willig. Außerdem lass ich es langsam angehen nach der Winterpause. Ich bin bestimmt außer Übung.

Nach dem kurzen Aufenthalt vor Ort fahre ich wieder heim. Den Tipp beim Hersteller direkt anzurufen will ich noch heute umsetzen. Komisch. Auf die einfachsten Dinge kommt man manchmal gar nicht.

Das Telefonat verläuft zum Teil zufriedenstellend. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, ergänzend zur unvollständigen ABE, soll mir zu geschickt werden. Da bin ich mal gespannt. Dem Thema laufe ich schon fast ein Jahr hinterher.



Samstag, 2. April 2011 - Yamaha Road Show und Aussicht in Aschau.

Eigentlich wollte ich früh aufstehen um mit Pummelchen spazieren zu fahren. Aber irgendwie bin ich Müde. Ein Blick vor die Tür zeigt trockenes Wetter. Aber gefühlt ist es mir zu frisch. So krabble ich nochmal ins Bett und schlafe noch ein wenig.

Spät wird gefrühstückt. Danach geht es dann aber doch los. Zuvor noch die Gartenbank vom Dachboden auf die Terrasse schaffen. Das große Wohnzimmer kann bei diesem schönen Wetter endlich wieder genutzt werden.

Ab in die Lederkombi und los zur Yamaha Road Show. Dort angekommen erst mal eine sicheren Parkplatz suchen. Ganz schön was los, so auf den ersten Blick. Freunde vom Stammtisch und von der letzten Wochenendtour sind auch da.

Zwei FZRs sind zu entdecken. Eine Yamaha FZR 600 Typ 3HE '90er Baujahr mit großflächigem Plasteschaden an der rechten Seite und eine Yamaha FZR 1000 Typ 3LE. Zu der letzteren spreche ich den Fahrer an und gebe ihm den Tipp mal ins FZR-Forum zu schauen.

Nach einer Weile starten wir zu dritt für eine kleine Runde nach Aschau ins Cafe Pauli. Ein sehr netter Ort. Tolle Aussicht. Aber nur zu finden wenn man weiß wo es ist. Von der Hauptstraße aus eher nicht zu entdecken. Nach einer Eisschokolade und einem Stück Kirschstreusel für mich geht es wieder zurück. Den gleichen Weg. Kurz vor der B15 dann Verabschiedung auf einem Parkplatz. Ich fahre über die B15 Richtung Rosenheim.

Noch kurzer Stopp zum Ende der Yamaha Road Show. Schnell wechsle ich noch ein paar Worte mit einem Ex Yamaha R6 Cup Rennfahrer. Er hat aufgehört. „Racing ist Krieg“ sagt er. Irgendwie verstehe ich was er meint. Er ist nun als Instruktor tätig und bietet unterschiedliche Fahrtrainings bei seinem Arbeitgeber an. Klingt interessant. Den Prospekt dazu nehme ich mir mal mit. Lieder etwas weit weg, tief in Österreich. Für eine Tagesveranstaltung eher nix. Schade. Na, mal sehen ob der Yamaha Händler was organisiert.

Zuhause angekommen bin ich sehr müde. Ich mach erst mal Pause. Später eine kleine Durchsicht. Ölstand. Ist noch gut, aber besser ich fülle etwas nach. Kette wird auch noch geschmiert.

Der Gedanke mit der Umkehrschaltung geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Also mal Testen. Den Schalthebel montiere ich ab. Die Schmiernut der Befestigungsschraube ich stark verschmutzt und trocken. Das hätte ich ja eigentlich gar nicht abbauen müssen. Nun wird die Schraube und der Schalthebel gereinigt. Die Befestigungsschraube wird mit reichlich Graphitfett geschmiert. Nun wieder zusammenbauen.

Das radiale Umsetzen des Hebels auf der Schaltwelle um etwa 180 Grad hätte gereicht. So mache ich es dann auch.

Bin gespannt wie sich das fährt.



Sonntag, 3. April 2011 - Testfahrt mit Umkehrschaltung durch den Chiemgau.

Heute also die Testfahrt mit der geänderten Schaltreihenfolge.

Als erstes will ich es auf einer langgezogenen Linkskurve, die auch noch bergauf geht ausprobieren. Auf dem Weg dorthin schon das erste Verschalten. Anfahren im zweiten Gang. Brrr.

Beim Hochschalten ist diese Schaltreihenfolge in der Tat ein Vorteil. Beschleunigen auf der geraden und das Herausbeschleunigen aus der Kurve ist deutlich schneller im Schaltvorgang. Ich rollere also über Ostermünchen – Bad Aibling – Irschenberg – Parsberg – Leizachtal – Bayrischzell ins Sudelfeld auf den oberen Sudelfeldparkplatz. Das Schalten muß ich sehr bewusst machen. Intuitiv geht es noch nicht. Da ist noch die normale Reihenfolge gespeichert. Das Cafe hat zu. Bei dem Wetter und dem Saisonbeginn für Kradler ? Ungewöhnlich. Im Aushang hängt keine Speisekarte und kein Hinweis auf Öffnungszeiten.

Ich fahre wieder zurück nach Bayrischzell. In einer engen Kurve, noch im Sudelfeld, ein böser Verschalter. Nee, das Risiko ist mir für eine Umgewöhnungszeit zu groß. Zuhause werde ich wieder zurückbauen.

Von Bayrischzell geht es weiter durch das Thierseetal nach Kufstein. Dort erst mal tanken. Preiswert und ohne E10-Stress. Wer weiß wie lange noch. Kurvig geht es von Kufstein aus weiter nach Aschau. Und weiter Richtung Heimat.

Zurück auf dem Hof stelle ich Pummelchen auf den Montageständer und baue die Gangschaltung zurück. Ich war neugierig wie sich das so fährt. Ist interessant, aber die Umgewöhnung will ich mir nicht antun.



Sonntag, 21. April 2011 - Ausflug zum Roßfeld.

Ein Ausflug bei schönem warmen Wetter. Ohne Besonderheiten bei An- und Abfahrt. An der Mauststelle der Panoramastrasse ein kurzer Plausch. Neue Aufkleber gibt es. Der Alte gefällt mir besser. Wie immer ist der Ausblick hier oben unbeschreiblich schön. Das Wetter ist sensationell und die Fernsicht grandios. Der Schneerest auf den Bildern hinter Pummelchen musste ich regelrecht suchen. Erstaunlich, dass so früh im Jahr der Schnee so weit weggetaut ist. Kamera hatte ich keine mit. So musste das Mobilfunktelefon dür die beiden Schnappschüsse herhalten. So für auf die Schnelle reichts das ja mal aus.

Schneereste auf einem Parkplatz hinter Pummelchen.

Schneereste auf einem Parkplatz hinter Pummelchen.
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Noch schneebedeckte Berge im Hintergund.

Noch schneebedeckte Berge im Hintergund.
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Sonntag, 8. Mai 2011 - Sonntagsausfahrt mit Yamaha FRANZ.

Vorm Verlassen von Österreich noch preiswert volltanken. Mittagessen in einem kleinen Gasthof zwischen Wildbichl in Österreich und Aschau. Wenig später treffen wir uns noch mit Hans bei Aschau im Cafe Pauli. Gegen Ende der Tor fahren wir nach Söllhuben, um dort noch einige Kurvenbilder zu machen. Sandra hat ihre Kamera mit Teleobjektiv dabei. Sandra legt sich an markanten Stelle am Strassenrand in den Streckanabschnitt und wir rollern den Berg ein paarmal Bergauf und Bergab. Ein paar Kinder des nahliegenden Weilers sind als Zuschauer in sicherer Enfernung dabei.

Söllhuben.

Söllhuben.
Canon EOS 5d Mark II, 70mm, ISO 100, 1/640s, Blende: 4,5
Quelle: Sandra
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Söllhuben.

Söllhuben.
Canon EOS 5d Mark II, 70mm, ISO 100, 1/500s, Blende: 5
Quelle: Sandra
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Zum Abschluß noch beim Hirzinger in Söllhuben einkehren, um noch was zu trinken. Kaffee, Cola und Wasser stehen auf dem Bestellzettel der Bedienung. Dann zieht sich der Himmel etwas zu und wir beschließen die Tour ausklingen zu lassen. Ich fahre noch bis fast zum Startpunkt mit. Den Rest meines Weges fahre ich über die B15 nach Rosenheim und weiter nachhause.



Donnerstag, 2. Juni 2011 - Mit Yamaha FRANZ von Rosenheim in die Dolos.

Am Mittwoch Abend hab ich soweit gepackt. Pummelchen hatte ich vor der Haustür auf den hinteren Montageständer gestellt. Da konnte ich die Kette hab ich nochmal bequem einfetten und den Ölstand kontrollieren. Es ist Regenwetter. Nieseln. Noch den Wecker gestellt, um nicht zu verschlafen.

Nach dem Aufstehen am Morgen hab ich starkes Kopfweh. Früh nehme ich meine Medizin. Mein Magen und Darm scheint auch in Aufruhr zu sein. Zum Glück hab ich meine Sachen schon fast fertig gepackt. Die letzten Kleinigkeiten, wie der Rasierapparat, kommen noch in die Hecktasche. Draußen ist es nass. Der Wetterbericht, den ich schon seit Tagen genau beobachte, zeigt in Rosenheim am Vormittag Regen an. Die restlichen Tage versprechen durchwachsen zu werden. Ich hoffe mal, das es später trocken wird. Solange es nicht regnet oder gewittert, stört mich das nicht.

Little Murphy, mein Maskottchen, muss in den Tankrucksack rein. Bei dem Nieselregen ziehe ich besser den Regenkombi über die Lederkombi drüber. War ich doch schon am überlegen, komplett im Textilkombi zu fahren. Das habe ich aber verworfen. In der Lederkombi fühle ich mich beim Fahren einfach wohler.

Früh bin ich aus dem Bett gekrabbelt, um ohne jeglichen Zeitdruck zum Treffpunkt zu kommen. Morgentoilette, Frühstücken, meine Checkliste in Ruhe durchgehen, sogar noch ein wenig Lesen ist drin.

Frühzeitig fahre ich los. Viel zu früh bin ich daher am Treffpunkt. Erster. Der Nieselregen hält noch an. Pummelchen stelle ich dicht an eine Wand unter einem kleinen Vordach. Hecktasche schon mal abladen. Die soll dann in das Begleitfahrzeug. Das steht schon auf dem Hof bereit. Dann trudeln nach und nach die Teilnehmer ein. Bekannte und noch unbekannte Gesichter. Der Nieselregen lässt nach. Schließlich hört er ganz auf.

Gegen 13 Uhr geht es dann los. Bis zum Ziel sollen es etwa 222 Kilometer sein. Eine Gruppe weniger als in den Ausschreibungsunterlagen. Wie geplant mache ich den Schlussfahrer. Aber in einer anderen Gruppe. Wir rollern auf kurzem Weg über Rosenheim bis Kufstein. Nicht über Land, wie geplant, sondern über Bundesstraßen.

Nu geht es los in die Dolos.

Nu geht es los in die Dolos.
Quelle: Motorrad FRANZ
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Zwischen Kufstein und Innsbruck dann ein Stopp. Gut so, denn der Regen hat aufgehört und die Sonne ist herausgekommen. Schnell raus aus dem Regenkombi, denn es ist ganz schön warm in dem Ding geworden. Noch das helle Visier gegen das Dunkle ausgetauscht. Mit der Regenkombi ist der Tankrucksack ganz schön voll.

Wenig später biegen wir von der Hauptstraße nach Innsbruck ab und fahren über Land weiter. Eine schöne kurvige Strecke. Boxenstopp im Grünwalderhof. Kaffeepause. Bei Kaffee bin ich wählerisch. Ein Mineralwasser reicht mir, ich mag nichts essen. Dann geht es weiter. Unvermittelt fahren wir parallel zur Brennerautobahn weiter. Und dann sind wir bald in Italien. Oder genauer in Südtirol.

Vorbei am Brennersee. Sehr wenig Autoverkehr. Kein Stau oder ähnliches weit und breit. Durch Brennerbad weiter nach Sterzing.

Kurz vor der Abfahrt ins Pustertal die Franzensfeste. Eine beeindruckende Festung. Die Natur ist dabei, dieses Bauwerk zurück zu gewinnen. Das kann ich während der Fahrt aus den Augenwinkeln erkennen.

Auf der Höhe von Brixen dann abbiegen ins Valle Pusteria. Noch wenige Kilometer dann sind wir am Ziel. Unsere Unterkunft ist der Reipertinger Hof. Wie fahren gleich in die Tiefgarage des Hauses. Diese ist fast exklusiv für Motorräder. Da stehen schon reichlich motorisierte Zweiräder anderer Gäste. Tankrucksack abladen. Persönliche Begrüßung vor Ort. Empfang der Zimmerschlüssel. Dann erst mal aufs Zimmer. Ankommen.

Den Wellnessbereich müssen wir uns heute leider verkneifen. Leider passt das zeitlich nicht mehr vor den Abendessen. Unser Gepäck ist bereits auf dem Zimmer. Zur Vereinfachung hatte ich ein schlichtes Namensschild auf der Regenhülle der Hecktasche angebracht. Das hat sicher geholfen. Erst mal Einrichten im Zimmer. Toilettenartikel ins Bad, Schlafanzug aufs Kopfkissen, Tankrucksack für die Ausfahrt morgen vorbereiten, Visier reinigen. Dumm bloß, dass ich vergessen habe, das Fläschchen mit dem Visierreiniger aufzufüllen. Zum Glück hab ich noch Visierreinigungstücher dabei für den Notfall.

So ne Garderobe ist schon praktisch zum Aufhängen von ner Lederkombi.

So ne Garderobe ist schon praktisch zum Aufhängen von ner Lederkombi.
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In der Hotelbar dann ein Begrüßungscocktail. Im Anschluss das Abendessen. Ein 5-Gänge-Menue. Das dauert. Sehr lecker. Aber an Ende hab ich immer noch Hunger. Na, sagen wir mal besser Appetit.

Irgendwann ziehe ich mich zurück um zu schlafen. Nachdem ich den Wecker im Handy auf 6:30 Uhr gestellt habe, mache ich das Licht aus.

Freitag, 3. Juni 2011 - Heut gehts auf die ersten Pässe - Passo di Giau, Sellajoch und Grödner Joch.

Wecken um 6:30 Uhr. In Ruhe meine restliche Ausrüstung für den Tag zusammenklauben. Little Murphy muss wieder in den Tankrucksack rein. Frühstücken ab 7:30 Uhr. In einer guten halben Stunde ist das Frühstück erledigt. Etwas gehetzt. Das mag ich nicht.

Um 8:30 Uhr soll es losgehen. Schon nach kurzer Strecke, noch bei Bruneck, ganz am Anfang der ursprünlich geplanten ungefähren 261 Kilomater Tourlänge, reißt die Gruppe an einem vielbefahrenen Kreisel ab. Falsch abgebogen. Also wieder zurück.

Wenig später fahren wir mit zwei vermischen Gruppen weiter bis zum Tanken. Wir fahren über die Große Dolomitenstraße bis zum Lago di Misurina. Pause am See. Ein so tolles Motiv. So fahre ich einigen 100 Meter wieder zurück um eine andere Perspektive zu haben. Leider sind die Drei Zinnen in den Wolken versteckt.

Lago di Misurina

Lago di Misurina.
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Nachdem ich zur Gruppe zurückgefahren bin, geht es auch schon wieder weiter nach Cortina d' Ampezzo. Ein wenig spektakulärer Ort beim Durchfahren. Endlich der erste große Paß. Passo di Giau (2236 Meter). Es ist kalt und es regnet auf der Paßhöhe. Nach einer kleinen Rast geht es weiter über Arraba nach Canazei. Dort ist Mittagspause im Hotel El Ciasel - Ristorante - Pizzeria.

Passo di Giau (2236 Meter).

Passo di Giau (2236 Meter).
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Am Passo di Giau.

Am Passo di Giau.
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Da wo es hell ist, fahren wir hin.

Da wo es hell ist, fahren wir hin.
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Kaum angekommen, beginnt es zu regnen. Zum Glück haben wir fürs Mittagessen ein Dach über dem Kopf. Ich entscheide mich für eine Pizza. Wir lassen uns Zeit beim Essen und hoffen, dass der Regen aufgehört hat, wenn wir weiter wollen. Gerade vor der Tür, um den Helm für die Weiterfahrt aufzusetzen, da fängt es wieder an zu regnen. Mir muß die Textiljacke als Regenschutz reichen. Ich hab keine Lust darauf, die Regenkombi anzuziehen. Von der geplanten Strecken weichen wir nun ab. Es geht über das Sellajoch (2.240 Meter). Leider ist die Marmolata der höchste Berg der Dolomiten mit 3.343 Höhenmetern nicht zu sehen. Nach kurzem Halt weiter über das Grödner Joch (2.121 Meter).

Zeitig sind wir zurück im Hotel. In der Tiefgarage kontrolliere ich den Ölstand bei Pummelchen. Besser etwas nachfüllen.

An der Rezeption leihe ich mir einen Bademantel aus. Auf dem Zimmer ab in die Badehose, Schwimmbrille geschnappt, Bademantel drübergezogen und ab in den Wellnessbereich, um ein wenig im Pool zu planschen und zu schwimmen. Eine gute Entspannung für meine schmerzende linke Schulter.

Das Abendessen ist wieder ein Mehrgängemenue. Der Hauptgang ist was Gegrilltes. Und wieder gehe ich zeitig ins Bett.

Samstag, 4. Juni 2011 - Lost in den Dolos - Würzjoch und Furkelpass.

6:30 Uhr wecken. Schon wieder oder immer noch Kopfweh. Ich nehme ein große Dosis Medizin. Kurz den Tankrucksack gepackt. 7:30 Uhr Frühstücken.

Den Regenkombi gleich anziehen oder aber nur die Textiljacke? Das Wetter ist wenig vielversprechend. Der frühe Blick aus dem Fenster zeigt tief hängende Wolken und nasse Straßen.

Um 9 Uhr soll es los gehen. Die Straßen sind inzwischen aufgetrocknet. Ich entscheide mich fürs dunkle Visier und Textiljacke über der Lederkombi. Wir fahren über Nebenstraßen vom Hotel weg. In welche Richtung auch immer. Die ursprünglich geplante Route ist das nicht. Die sollte 188 Kilomater lang sein. Wieder bin ich der Schlußfahrer, jedoch ohne die Strecke zu kennen. Ein paar Stichworte zur Strecke hätten nicht geschadet.

Start der Tour am Samstag. Wo es wohl hingeht?

Start der Tour am Samstag. Wo es wohl hingeht?
Quelle: Motorrad FRANZ
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Auf Nebenstraßen geht es weiter durch Südtirol. Die Wege sind meist vom Straßenbelag her gut ausgebaut, aber eng. Gerade mal so breit, dass ein Motorrad an einem entgegenkommenden Auto vorbei kommt. Es geht durch Wald und Wiesen mit schönen Ausblicken. Postkartenmotive. Das Tempo ist zügig, aber nicht zu schnell, um ab und zu einen Blick nach links oder rechts riskieren zu können. So geht an die 20 bis 30 Kilometer voran.

In einer kleinen Ortschaft versperrt uns eine kleine Herde Kühe den Weg. Die Gruppe wird getrennt. Die Tiere sind unruhig und laufen auf die Straße. Vier Kräder der Gruppe kommen nicht vorbei. Weit bleibe ich zurück, um die Tiere nicht noch mehr zu verschrecken. Diese laufen unkontrolliert die Straße bergab entlang. Eine Frau und ein Mann, beide in Gummistiefeln, versuchen die Tiere unter Kontrolle zu bringen. Ein schwieriges Unterfangen.

Dann endlich schaffen es zwei von uns vier Hängengebliebenen vorbei zu kommen. Und schon stehen die Kühe wieder im Weg. Wir letzten beiden kommen nicht vorbei. Dann jedoch kann sich mein Vorausfahrer vorbei mogeln. Für mich reicht es leider nicht.

Die Tiere versperren mir wieder den Weg. Schließlich komme ich nach ein paar Minuten vorbei. Nun aber schnell hinterher, um den Anschluss zur Gruppe wieder her zu stellen. Ich halte mich immer geradeaus. An einer Kreuzung soll gewartet werden. Die erste Kreuzung kommt. Keiner da. Welchen Weg nun? Rechts Richtung Bruneck? Oder links, wohin auch immer? Ich versuche es nach Links bis zum Ortsausgang. Keiner zu sehen. So drehe ich um und fahre den Weg, den ich gekommen bin, zurück.

An einer Bushaltestelle mit Kreuzung und Wegweisern halte ich an. Per SMS informiere ich den Tourguide wo ich bin: „Hab euch verloren. Bin ein kleines Stück zurückgefahren. Stehe an Kreuzung zum Furkelpaß mit Bushaltestelle. Warte da bis 11:10. Rainer“. Zwischendurch ist ein Kuckuck zu hören. Über die Totrenkarte des Hotels versuche herauszufinde wo genau ich bin. Vergeblich. Warum bloß haben ich meinen Kartensatz nicht mitgenommen. Ganz schön blöd. Als Antwort erhalte ich etwas später die Nachricht: „Hallo Rainer. Sind am Würzjoch. Franz hat gewunken und gesagt du bist da. Haben dann gewartet. Sind weitergefahren. Hast Karten dabei?“. Mein Kartenmaterial ist ja leider nur ungenügend, so antworte ich: „Nur die Karte vom Hotel. Keine Ahnung wie ich von hier dahin komme. Versuche es. Fahre langsam. Rainer“.

Lederjacke, Textiljacke, Helm und Handschuhe sind schnell wieder angezogen. So mache ich mich auf den Weg zum Würzjoch (2.003 Meter). Erstmal den Weg dahin finden. Mein Orientierungssinn zusammen mit der Tourenkarte vom Hotel ermöglicht es den Weg durch Marebba, Longega und Rina zur Auffahrt des Jochs zu finden. Inzwischen lasse ich es gut krachen, um die Gruppe einzuholen. Rutscher am Hinterrad beim Rausbeschleunigen aus den Kehren und Stempeln des Hinterrades beim Anbremsen vor den Kehren lassen mich kalt. Auf dem Weg nach oben zwei Supersportmotorräder aus Stollberg/Erzgebirge vor mir. Naja. Nach kurzen Beobachten vorbei an dem Ersten. Ein kurzes Stück später dann auch vorbei an dem Zweiten. Nun stecke ich in einer Gruppe Tourer fest. Hier zu überholen ist mir zu gefährlich. So bleibe ich wo ich bin bis zur Passhöhe.

Würzjoch (2003 Meter).

Würzjoch (2003 Meter).
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Neben dem Passschild rolle ich aus und schaue mich um. Keiner da. Das macht mich stinksauer. Noch ein paar Gipfelbilder machen. Dann ein Blick aufs Mobilfunktelefon. „Treffen uns mittag 13 Uhr Sterzing Sterzinger Hof Geizkoflerstrasse 15“ heißt es da. Ohne besseres Kartenmaterial oder Navi ist das nicht zu finden für mich.

Mein Entschluss steht fest. Zurück ins Hotel. Gedanken meinen Kram zu packen und nachhause zu fahren beschäftigen mich. Langsam, sehr langsam fahre ich das Würzjoch wieder herunter und den gleichen Weg weiter zurück.

Auf der Höhe „meiner“ Bushaltestelle biegen zwei andere Supersportmotorräder in Richtung Furkelpass (1.789 Meter) ab. Na, da fahre ich mal hinterher. So habe ich bis zu Passhöhe meinen Spaß. Mir voraus ein Krad mit einem Fahrer dessen Fußspitzen weit nach unten zeigen. Das ist keine Herausforderung oder wenigstens ein Opfer. Da bleibe ich dahinter bis zur Passhöhe. Oben angekommen, lass ich die beiden ziehen. Noch ein Foto auf der Passhöhe machen und dann langsam wieder bergab.

Furkelpass (1789 Meter).

Furkelpass (1789 Meter).
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Unten an der Bushaltestelle rechts abbiegen und die Strecke zurück zum Hotel. Langsam, um auch schauen zu können. An einer Stelle, bei einer kleine Kapelle, halte ich an um ein Postkartenmotiv auf einem Foto festzuhalten.

Südtiroler Aussichten.

Südtiroler Aussichten.
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Südtiroler Aussichten. A bisserl anders.

Südtiroler Aussichten. A bisserl anders.
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So gegen 13 Uhr bin ich zurück im Hotel. Tankrucksack teilweise abladen. Unserem Tourguide schicke ich noch ne SMS: „Wartet nicht auf mich. Bin zurück in der Unterkunft und bleibe da. Rainer“. Ölstand bei Pummelchen kontrollieren. Das passt. Mal zuhause anrufen. Ich hab halt Frust und würde am liebsten heim fahren. So wird mir gut zu geredet und ich beschließe einen Spaziergang zu machen. Das macht den Kopf sicher freier. Schnell breche ich auf. Vergesse Armbanduhr, Fotoapparat und Sonnenbrille.

Mal sehen wohin ich spaziere. Am Kreisel, wenige Meter vom Hotel entfernt, der Hinweis auf Bruneck. Nur 2 Kilometer. Das ist ne Idee. Also los spaziert. Die Sonne scheint. Hell und heiß.

Kurz vor Bruneck ein Hinweis auf die Altstadt. Den Weg nehme ich. Vorbei an einer Kirche. In die Fußgängerzone. Auf der Schattenseite laufe ich an den Häuserreihen entlang und schaue mir das eine oder andere Schaufenster der netten kleinen Läden an. Interessante alte Fassaden und dazwischen moderne Ansichten. Sehr blöd, dass ich den Fotoapparat im Hotel vergessen habe.

Auf dem Rückweg einige Hochzeitsgäste auf der Straße. Auf einer Bank bei der Kirche mache ich eine Pause um auszuruhen und nachzudenken. In Sicht ist der Eingang des scheinbar historischen Friedhofs.

Nach einer Weile der Muße mache ich mich wieder auf den Weg. Irgendwie muss man doch zum Schloß Bruneck gelangen können. Also noch einen Weg bergauf. Vorbei an einer weiteren Kirche. Deren Glocken läuten schon eine ganze Weile. Sehr dicht am Glockenturm komme ich vorbei. Ganz schön laut. Gerade betreten die Hochzeitsgäste die Kirche. Das Brautpaar ist nicht mehr zu sehen. Zwei mit Blumen geschmückte Autos stehen herum. Eine deutsche Nobelmarke und eine wunderschöne alte, rote Corvette C1 Convertible mit weißem Dach. Der Hammer. Ich geh weiter bergan. Der Weg ist mit abgeschnittenen, zum Teil kräftigen, Ästen von Baumfällarbeiten fast versperrt. Aber ich finde einen Weg hindurch. Um das Schloß herumgehend stelle ich fest, dass es wegen Renovierung oder Umbau geschlossen ist. Schade. Weiter zurück zum Hotel. Noch immer brennt die Sonne heiß vom Himmel. Unterwegs sehe ich eine kleine Zauneidechse, die dann zwischen dem Holz einer Scheunenwand am Straßenrand verschwindet.

Angekommen im Hotel lege ich mich in einen Liegestuhl auf meinen Balkon um zu Ruhen. Kinder vor dem Hotel lärmen herum. Dann eben nicht. Da lege ich mich für ein Nickerchen ins Bett.

Nach und nach trudeln die Gruppen im Hotel ein. Erstmal Duschen und was anziehen. Auf der Terrasse vor dem Hotel gönne ich mir einen Milchkaffee und ein großes Mineralwasser. Dem Tourguide tut es leid mich verloren zu haben. Akzeptiert. Meine Entschlüsse teile ich ihm auch mit. Einer davon: Ich mache nicht mehr den Schlußfahrer. Ein Mitfahrer der Gruppe macht eine, für meinen Geschmack unpassende, Bemerkung zu der Situation. Schnell wird er von einem anderen Gruppenmitglied abgelenkt. Gut so. Danke dafür. Ich hätte mich aber eh nicht auf eine Diskussion eingelassen. Die Zeit bis zum Abendessen geht mit Plaudern dahin. Zwischendurch noch kleine Kettenpflege. Zu dritt versorgen wir Pummelchen. Ich ziehe Pummelchen auf den Seitenständer, einer der Mitfahrer dreht das Hinterrad und der Tourguide sprüht Kettenfett auf die Kette.

Um 19:30 Uhr geht es dann mit dem Menue los. Der Hauptgang ist Schnitzel. Da mag doch tatsächlich einer kein Schnitzel. Nach dem Essen weiß ich nicht so recht was nun. Die Gruppen haben sich zerstreut. Also geh ich wohl besser schlafen. Es ist ja schon fast 22:30 Uhr. Meine Rhythmus will ich besser einhalten, um hier keinen Auslöser für Kopfweh zu haben. Bald ist in meinem Zimmer das Licht aus und ich versuche zu schlafen.

Sonntag, 5. Juni 2011 - Zurück nach Bayern - Staller Sattel und Pass Thurn.

6:30 Uhr wecken. Noch meine letzten Sachen einpacken. Alles andere habe ich gestern abend schon vorbereitet. 7:30 Frühstücken. Um 8:24 Uhr begleiche ich meine moderate Rechnung im Hotel für die verzehrten Getränke. Um 9:30 soll es los gehen Richtung Heimat. Erst noch mein Gepäck ins Begleitfahrzeug verladen. Für ein grosses Gruppenfotos vor dem Hotel noch die Fahrzeuge umrangieren. Helme vor die Vorderräder auf den Boden. Zuvor hat dies eine andere Kradlergruppe aus der Schweiz so ähnlich zelebriert. Dann geht auch los in Richtung Bruneck. So an die 223 Kilometer solle es heute wohl sein.

Pummelchen wartet das es los geht.

Pummelchen wartet das es los geht.
Quelle: Motorrad FRANZ
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Und dann geht es zurück nachhause.

Und dann geht es zurück nachhause.
Quelle: Motorrad FRANZ
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Diesmal bin ich nicht am Schluss der Gruppe. Direkt hinter dem Tourguide habe ich mich einsortiert. Erstmal in Bruneck tanken. Später geht es vorbei am Antholzer See zum Staller Sattel (2052 Meter). Das Befahren des Sattels wird mit einer Ampel geregelt. Wir kommen an und haben Grün. Auf der Sattelhöhe noch ein Gruppenfoto. Es fängt an zu Regnen. Dicke Tropfen. Wir eilen uns und fahren schnell über den österreichischen Teil des Sattels nach unten. Die Straße ist in wesentlich schlechterem Zustand als auf der italienischen Seite. Extreme Bodenwellen und Schlaglöcher. Irgendwie treffe ich immer die Tiefsten.

Staller Sattel (2052 Meter).

Staller Sattel (2052 Meter).
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Da sind wir her gekommen.

Das sind wir her gekommen.
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Aufi, aufi muss i.

Aufi, aufi muss i.
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Die Gruppenbildstelle - aber ohne Menschen.

Die Gruppenbildstelle - aber ohne Menschen.
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Über Huben und Matrei geht es dann über gut ausgebaute Straßen zum Felbertauerntunnel (5304 Meter lang). Acht Euro Maut entrichte ich um 10:51 Uhr für Pummelchen und mich. Ganz schön happig für die etwa fünf Kilometer Fahrtstrecke unter dem Berg. Das Wetter ist mittlerweile sonnig und warm. Über Mittersill geht es über den Pass Thurn weiter. Auf etwa halber Passhöhe Mittagspause im Cafe-Restaurant Tauernblick. Wir sind schon fertig mit den Essen, als die erste der beiden fehlenden Gruppen ankommt. Im Regenkombi. Wenig später dann die zweite Gruppe. Auch im Regenkombi.

Das Tiroler Gröstl das ich hatte, war super lecker. Das Beste seit langem. Nach dem Bezahlen gehen wir zu unseren Fahrzeugen um uns Abreisefertig zu machen. Endlich wieder ohne Regenschutz. Little Murphy freut sich oben auf den Tankrucksack zu dürfen. Irgendein Hund markiert das Hinterrad eines unserer Motorräder. Die Hundehalterin wird scharf von einem unserer Gruppe auf dieses Fehlverhalten aufmerksam gemacht.

Wir fahren weiter über den Pass nach Kitzbühel. Dort Tanken wir wieder voll. Weiter nach St. Johann, Kufstein, Kiefersfelden und Oberaudorf. Dort verabschiedet sich der erste der Gruppe um direkt nachhause zu fahren. Über Brannenburg geht es weiter nach Rosenheim. Kurz vor Rosenheim verlässt der Nächste die Gruppe, um direkt nachhause zu fahren. So rollern nur noch zwei Motorräder dem Tourguide hinterher.

Wir rollern auf den Hof des Motorradhauses und nehmen unser Gepäck in Empfang. Kurze Verabschiedung und dann geht es heim. In Pang verabschiede ich mich von dem letzten Mitfahrer. Wenige 100 Meter später rolle ich auf den heimischen Hof.

Erst mal raus aus der Lederkombi und was trinken. Anschließend Ab- und Ausladen des Reisegepäcks. Pummelchen ist ganz schön schmutzig. Die Antriebskette braucht auch dringend etwas Pflege. So beschließe ich, noch heute Pummelchen zu reinigen. Unglaublich viel Schmutz ist zu entfernen. So schmutzig war Pummelchen glaub ich noch nie. Wo kommt dieser viele Dreck bloß her? Nach intensiven Reinigungsarbeiten sind die gelben Felgen wieder als solche zu erkennen, das Kettenrad mit den Befestigungsmuttern und die Kette ist gereinigt und frisch gefettet. Genug für heute.

Ein langes, in allen Aspekten durchwachsenes, Wochenende ist vorbei. Alles in allem wars prima. Vielleicht fahre ich da nochmal hin, um die eine oder andere Ansicht in Begleitung mehr genießen zu können. Mal sehen. Und das Wichtigste: Alle sind heil wieder nachhause gekommen, ohne technische Ausfälle oder Unfälle.

Was ich anders gemacht hätte:

Impressum letzte Aktualisierung: 7. Oktober 2014

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