Rainers kleiner Weltausschnitt

Reisebeschreibung

Natur und Kultur in der Emilia-Romagna (Italien) Sonderschriftart im Downloadbereich. Landesfahne
vom 6. September 2010 bis 18. September 2010
Inhaltsverzeichnis

Montag, 6. September 2010 Rosenheim - München - Bologna - Tabiano Terme.
Dienstag, 7. September 2010 Zu den Thermen nach Salsomaggiore Terme.
Mittwoch, 8. September 2010 Parma - Sehenswürdigkeiten und Gaumenfreuden - Mein Gang zur Ruine von Canossa.
Donnerstag, 9. September 2010 Zurück ins Mittelalter - Castell’Arquato und das Wasserschloss von Fontanellato.
Freitag, 10. September 2010 Modena und zur Abbazia di Monteveglio.
Samstag, 11. September 2010 Bologna - Piazza Maggiore, Basilica di San Petronio und vieles mehr.
Sonntag 12. September 2010 Ferrara, die Residenzstadt der Este und Comacchio im Po-Delta.
Montag, 13. September 2010 Zur freien Verfügung.
Dienstag, 14. September 2010 Kleine Dörfer - Burg von Saiano, Montebello und Santarcangelo.
Mittwoch, 15. September 2010 Mit der Eisenbahn nach Ravenna und zurück.
Donnerstag, 16. September 2010 Mittelalterliches Bergdorf San Leo und San Marino, die kleinste Republik der Welt.
Freitag, 17. September 2010 Nochmal zur Erholung frei.
Samstag, 18. September 2010 Rückreise.
Literatur und Medien Tipps 


Montag, 6. September 2010, Rosenheim - München - Bologna - Tabiano Terme.

Wecken um 5:15 Uhr. Ich habe nicht gut geschlafen. Bis spät in die Nacht hinein haben wir gestern unser Gepäck sortiert und eingepackt. Wieder ist Pinkie, die pinkfarbende grosse Reisetasche, einer unserer Reisebegleiter. Nach dem Wiegen des Gepäcks, dann doch noch mal was auspacken und zurücklassen. Die Fotoausrüstung hatte ich schon vor ein oder zwei Tagen bereitgelegt. Damit war ich schnell fertig.

Frühzeitig fahren wir los, um mit Zeitreserve beim Parkservice anzukommen. Einchecken und Gepäck aufgeben läuft ohne Besonderheiten ab.

Die Fahrt nach Tabiano Terme vom Flughafen von Bologna aus, dauert etwa eineinhalb Stunden. Sehr langweilig und einschläfernd. Über die Autobahn - die Autostrada del Sole bis zu unserer Unterkunft das Hotel Garden. Das ist nicht die Unterkunft, die ich frühzeitig telefonisch mit dem Reiseveranstalter abgestimmt hatte.

Abzählen von eins bis fünf für ein Quiz zu Fragen zu der Region. 18:45 Uhr Vorstellen des Programmes für Morgen. Um 10:30 soll es morgen mit einer Wanderung von etwa 3 Stunden losgehen. Den Rückweg werden wir mit einem öffentlichen Bus zurücklegen. 19:15 Uhr Abendessen.

Tagiatelle als Vorspeise, Kalbsschnitzel mit Kartoffeln, Salat und Kuchen zum Nachtisch. Dazu Weisswein und Mineralwasser.

Einkaufen ist hier ein Problem. Mitten in Italien ! Ein kleiner Laden hat Trinkwasser, Wurst, Käse und Saft ohne sonderlich grosse Auswahl.



Dienstag, 7. September 2010, zu den Thermen nach Salsomaggiore Terme.

Wecken um 06:30 Uhr. Wir haben keine Lust aufzustehen. Wir vertrödeln eine dreiviertelstunde dösend im Bett. Heute geht es zum Wandern. Unser Trinkwassr fülle ich noch um, um es besser tranportieren zu können. Die tolle Aussicht auf die Mülltonnen des Hotels und den wenig Vertrauen erweckenden Stecker des hauseigenen Föhns im Bad dokumentiere ich mit ein paar Bildern. Unser eigener Föhn ist zu stark, es haut den Sicherungsautomaten raus. 1600 Watt sind zuviel.

Dann Frühstück. Was für ein Kaffee - schrecklich. Milch und Zucker helfen da auch nicht. Morgen will ich Tee trinken. Die Brötchen sind steinhart. Dafür ist wenigstens die gereichte Salami ganz lecker.

Wir gehen noch Einkaufen für das geplante Picknick. Salami, Parma-Schinken und genießbare Brötchen.

Es geht über trockene Lehmwege durch einen lichten Wald. Wenn das hier auf diesem Lehm Nass werden sollte, gäbe das eine irre Rutscherei. Nach dem ersten Anstieg wieder Asphaltwege. Dann ein kleiner Abstecher zu einer Burg. Leider Privat und nicht zu betreten. Schade. An einem Friedhof vorbei. Unterwegs treffen wir einen Moto Cross Fahrer. Ich wechsle ein paar Worte auf englisch mit ihm. Auf dem Weg gibt es leider wenig Motive, die sich lohnen abgelichtet zu werden.

Dann Rast und Picknick. Wir setzen uns auf ein paar gefällte Bäume. Ein Baumstumpf dient als Tisch. Eine Wespe holt sich ihren Anteil am Fleisch. Sie beisst sich ein Stück Schinken ab. Es tröpfelt ein wenig aus den Wolken. Kaum der Rede wert.

Nur noch eine Stunde bis zum Ziel. Unterwegs dann mehrfach Boxenstop einzelner Mitwanderer. An einem Feld mit Weinstäcken fallen einige über die dunklen Trauben her. Es geht weiter Bergab.

Diese Lamborghini Werbung hat auch schon viel bessere Tage gesehen.

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Kurz vor der Ortschaft nochmal einige Boxenstops. Da ich als letzter gehe, muss ich mich dann ganz schön sputen um den Anschluss an die Wandergruppe wieder zu finden.

Angekommen im Ort, zeigt uns unser Reiseleiter die Bushaltestelle, von der aus es später zurückgeht. Wir fahren dann mit einem öffentlichen Bus zurück nach Tabiano Terme.

Nun in die Stadt. Hier gibt es deutlich mehr Geschäfte als in Tabiano Terme. Aber einen Laden, um eine Wanderhose für. mich zu erstehen, ist nicht zu finden. Leider habe ich zu wenig Wanderhosen eingepackt. Keine Ahnung warum.

Nun erst mal in ein Cafe. Das macht heute das Geschäft des Tages. Ich verzichte auf alles. Keinen Appetit auf irgendwas. Kurz nach dem Bezahlen, unser Reiseleiter sammelt das Geld ein, fängt es an zu regnen. Mal mehr, mal weniger. Wir gehen ein paar Schritte weiter zum Tourismusinformationsbüro. Dort kann ich einen Stadtplan des Ortes ergattern. Es geht weiter zum Gebäude der eigentlichen Terme. Recht eigenwilliger Stil mit Elementen aus Indien. Aber prachtvoll von aussen und innen. Es regnet weiter. Stärker. Also Regenhaube für Fototasche und Rucksack anbringen und die Regenjacke anziehen. Mit den Regenjacken über den Fototaschen haben wir ganz dicke Bäuche. Bestimmt lustig zum Ansehen. Ich bin nicht glücklich über dieses Wetter. Wir tapsen ziellos durch das Städtchen. Um 17:23 Uhr geht der Bus. Den wollen wir nehmen. Im Regen macht das hier so gar keinen Spass. Nach und nach findet sich die ganze Reisegruppe bei der Bushaltestelle ein. Dann rein in den Linienbus und in gut 10 Minuten sind wir zurück in Tabiano Terme. Der Fahrscheinentwerter ist schon eine Herausforderung mit den feucht gewordenen Tickets.

Im Hotel legen wir unsere nasse Ausrüstung und die nassen Schuhe vor dem Zimmer ab. Nach und nach holen wir die Sachen rein, um sie zum Trocknen zu platzieren. Zum Glück ist es nicht so schlimm mit der Nässe.

Dann Abendessen. Gerüchte besagen, es soll Fisch geben. Als Vorspeise erst mal wieder Pasta. Da nehme ich einen Nachschlag. Weiss ich doch nicht, was da als Fisch gereicht wird. Mit Fisch habe ich es nicht so. Dann aber doch Hühnchen. Uns allen fällt auf, dass wir keine frischen Stoffservietten bekommen haben. Auch wird eine, demonstrativ auf den Teller gelegte Serviette, einfach zurück auf den Tisch gelegt. Ob das hygienisch ist ?

In den dunklen Fluren des Hotels vermisse ich eine Notbeleuchtung und Feuerlöscher.

Nach dem Abendessen zurück aufs Zimmer. Ich bin müde und möchte mich hinlegen. Irgendein Motor, Aggregat oder Gebläse läuft und macht Lärm. In der Nacht höre ich es oft Donnern. Es gewittert stark.



Mittwoch, 8. September 2010, Parma - Sehenswürdigkeiten und Gaumenfreuden - Mein Gang zur Ruine von Canossa.

Um 6 Uhr klingelt der Wecker. Wir sind schon deutlich vorher wach. Ich habe Kopfweh. Das Frühstück ist wie gestern eher spartanisch und wenig schmackhaft. Heute trinke ich Tee. Nach den Frühstück packen wir die restlichen Sachen ein, die wir heute brauchen. Ich nehme meine Medizin gegen Migräne. Es geht leider nicht ohne.

Um 8:45 Uhr soll es los gehen. Es regnet wieder oder immer noch. Bei dem Wetter werde ich eher nicht wandern. Ein Stadtführung im Regen wird mir wohl reichen. Mit dem Bus wollen wir dann von Parma nach Canossa zur Burgruine weiter fahren.

Angekommen in Parma treffen wir an einem Busbahnhof unsere Fremdenführerin. Zuerst in einen Park zu einem Palast. Dann wieder zurück über den Fluss Parma in ein Museum. Fotografieren verboten. Umsonst den externen Blitz ausgepackt. Beim Verlassen des Museums Starkregen Also alles wasserfest verpacken und die Regenjacken anziehen. Die Gruppe wartet nicht. Plötzlich sind sie weg. Es gießt in Strömen. Fotos machen hat sich fürs erste erledigt. Dann Boxenstop an einer öffentlichen Toilette in Parma. Weiter zum Platz der Garibaldi. Mehrere Kirchen werden von innen angeschaut. Unter der Regenjacke wird es ganz schön warm.

Am Ende der Führung gehen wir in ein Restaurant, um etwas zu Mittag zu essen. Pasta, Parmaschinken und Sorbet Limone hatte ich.

Im Eilschritt zum Bus, denn wir sind schon etwas spät. Im Bus dann, kurz vor Canossa, in die Bergschuhe. Da das Wetter sich deutlich gebessert hat, gehen wir doch mit. Wieder gehe ich zum Schluss, um mein eigenes Tempo gehen zu können.

Unterwegs halte ich kurz an um meine Hosenbeine abzuzippen, denn mir ist warm. Weiter über schmale Pfade durch Wald oder über grüne Wiesen in Richtung der Burgruine von Canossa. Der Weg ist teilweise schmierig, da der Regen den Boden aufgeweicht hat. Noch eine Pause auf dem Weg. Die Burgruine ist schon gut zu sehen. Aber dunkle Wolken ziehen auf. Der Wind kommt aus der Richtung der dunklen Wolken. Ungern möchte ich von einem Gewitter hier überrascht werden.

Angekommen an der Burgruine geht es noch gepflasterte Serpentinen hinauf. Bei besserem Wetter wäre die Aussicht, oben angekommen, ganz bestimmt grandios. Aber so lohnt es sich nicht das Weitwinkelobjektiv auszupacken.

Der Weg nach oben zur Ruine von Canossa.

Der Weg nach oben zur Ruine von Canossa.
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Die Ruine von Canossa.

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Die Ruine von Canossa.

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Nach einer Rast geht es wieder von der Burgruine hinab. Der Bus wartet neben einem Cafe. Leider hat es heute Ruhetag. Zu dumm. So wollen wir dann in einem anderen Cafe einkehren. Der erste Versuch wird dann doch schnell verworfen. Es ist schon spät und um 20:30 Uhr gibt es Abendessen. Wir fahren also durch bis zum Hotel.

Die Bergschuhe sind sehr schmutzig. Mal sehen wie ich die sauber bekomme. Wir treffen uns mit der Reisegruppe um 20:15 Uhr um den folgenden Tag zu besprechen.

Nach dem Abendessen mit Lasagne, Salat, Schnitzel und Eis erfahren wir noch etwas über Heinrich IV. und seinem Gang nach Canossa. Wirklich stichhaltige Beweise zu diesem Ereignis scheint es nicht zu geben.



Donnerstag, 9. September 2010, Zurück ins Mittelalter - Castell’Arquato und das Wasserschloss von Fontanellato.

Um 06:00 Uhr aufstehen. Um 09:00 Uhr geht es los. Keine Wanderung, nur Besichtigungen. 4 Sehenswürdigkeiten an einem Tag. Die Pfarrkirche von Vigileno, Castell’Arquato, das Wasserschloss von Fontanellato und Fidenza. Im Bus Musik italienischer Liedermacher.

Zum Abendessen gibt es eine regionale Spezialität. Was Ausgebackenes. Dazu Salami und Schinken. Nach dem Essen müssen wir die Getränke unseres Aufenthaltes im Hotel bezahlen. Valentin sammelt das Geld zusammen mit dem Trinkgeld ein. Dann aufs Zimmer die Abreise vorbereiten und packen soweit es möglich ist.



Freitag, 10. September 2010, Modena und zur Abbazia di Monteveglio.

Abreisetag aus Tabiano Terme. Wir verlassen das Hotel mit seinen Eigentümlichkeiten. Heute vormittag geht es nach Modena.

Nach den spartanischen Frühstück, heute gab es immerhin weiche Brötchen, verladen wir das Gepäck und es geht los. Für das Zimmermädchen lassen wir ein Trinkgeld auf dem Zimmer zurück. Für das andere Personal des Hotels sollte gesammelt werden. Keine Ahnung wann und wo. So bekommen Sie halt weniger. Mit dem Service waren wir zudem nicht zufrieden.

Nun fahren wir etwa eineinhalb Stunden bis Modena. Valentin spielt uns Musik eines anderen italienischen Liedermachers, eines Cantautore vor. Alles nicht so ganz einfach mit dem CD-Player, dem Mikrofon und Radio im Bus.

Angekommen in Modena werden wir von unserer Stadtführerin empfangen. Als erstes ein Spurt zu einer öffentlichen Toilette. Ganz viele haben ein Bedürfnis. Es folgen die ersten erklärenden Worte. Es geht ums Essen, um den Aceto Balsamico Traditionale di Modena, der sehr streng geprüft wird. Flaschenform, Farbe des Siegels am Verschluss und Etikett haben jeweils eine besondere Bedeutung. Das goldene Siegel kennzeichnet den 25 Jahre alten Aceto Balsamico Traditionale di Modena.

Dann gehen wir durch die belebten Strassen und durch Arkaden zum zentralen Platz mit Kathedrale und Rathaus. Als erstes besichtigen wir einige Säle des Rathauses. Dort kann auch geheiratet werden. Unsere Fremdenfüherin erzählt uns Geschichten von Personen und Ereignissen der Region. Barbarossa, ein Eimer als Kriegsbeute und Geschichten zu vielen Gemälden.

Dann weiter zur Kathedrale von Modena. Dieser ist leider eingerüstet, der er restauriert wird. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Im Inneren gibt es viel zu sehen. Eine Besonderheit ist eine Kapelle aus Terracotta. Die "Kapelle der kleinen Figuren" nennt sie der Volksmund. Und eine Krippe aus Terrakotta mit Figuren aus Terrakotta. Marmor war für Modena zu teuer, so haben die Künstler den Ton aus den Tongruben der Umgebung genutzt. Und das auch vortrefflich.

In der Kathedrale finden wir einen Skorpion. Der wird gerettet. Ein Priester übernimmt das Tierchen und bringt es weg. Wehe, er hat der Kreatur etwas angetan.

Wir schauen uns die Kathedrale nach und nach von innen an. In der Krypta eine Gruppe lebensgrosser Terrakottafiguren. Eine schier unglaubliche Leistung des Künstlers. So Lebensecht. Minik, Gestik, Farben, Zusammenstellung der Gruppe. Sehr beeindruckend.

Eine der Terracotta Figuren. Wohlgemerkt, das ist nur Ton und Farbe.

Eine der Terracotta Figuren. Wohlgemerkt, das ist nur Ton und Farbe.
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Dann noch der Sarkophag des örtlichen Schutzpatrons und Heiligen. Aus massivem Stein gehauen und mit Glas umschlossen geschützt.

Wir verlassen die Kathedrale, um ihn von aussen anzusehen. An einer Aussenwand ist die Vertreibung aus dem Paradies dargestellt. Am Ende arbeiten Mann und Frau gemeinsam auf dem Feld. Diese Art des gemeinsamen Arbeitens soll es nur zweimal in dieser Art in Europa geben.

An einem anderen Eingang ist die Geschichte von Artus und den Rittern der Tafelrunde abgebildet.

Von den geistigen Dingen des Leben nun zu den ganz praktischen. Wir gehen zur örtlichen Markthalle. Fisch auf der einen Seite, Fleisch auf der anderen Seite. Gemüse und Obst dazwischen. Eine Viertelstunde zum Anschauen. Aber dann dauert es doch sehr viel länger. Verschiedene Balsamicosorten werden verkostet. Und dann auch erworben. Preiswerte und auch Teure. Dazu die Erklärungen unserer Fremdenführerin. Es macht Spass ihr zuzuhören. Weiter durch die Markthalle. Nun Erklärungen zum Parmigiano-Reggiano. Auch ein streng kontrolliertes Qualitätsprodukt. Naja, Käse eben. Die Zeit ist weit fortgeschritten, leider müssen wir weiter.

Wir gehen zur Synagoge an der Piazza Mazzini. Die Besonderheit hier ist, dass viele Dokumente erhalten sind. Diese Synagoge wurde nicht zerstört zu den Zeiten der Schwarzhemden Benito Mussolinis.

Dann verabschieden wir uns von unserer Fremdenführerin. Wir hätten Ihr noch gerne weiter zugehört. Zusammen mit Valentin gehen wir etwas essen. Das Lokal ist schräg gegenüber von den Markthallen in der ersten Etage. Als einzeln reisender Tourist findet man das bestimmt nicht. Tortellini mit Sahnesauce. Lecker. Anschließend noch ne Käse- und eine Wurst-/Schinkenplatte. Hier koste ich das erste mal Parmigiano-Reggiano. Ein kleines Stück zum Anfang. Dieser Käse schmeckt am Stück und in dieser hohen Qualität, die Markthallen sind ja gegenüber, ausgezeichnet.

Nach dem Bezahlen geht es zum Bus zurück. Nochmal quer durch die Markthallen. Das Auge kann sich nicht satt sehen an den vielen leckeren Sachen. Am Platz, wo der Bus wartet, noch ein Eis. Granita Limone und Granita Cafe con Pana.

Nicht einen einzigen Ferrari haben wir gesehen. Wobei, die meiste Zeit waren wir ja in Gebäuden.

Nun weiter nach ... (Wo auch immner das war.) zu einer kleinen Wanderung. Das Wetter hat gehalten, obwohl es heute morgen auf dem Weg nach Modena geregnet hat. Wir halten am Ortsrand auf einem geschotterten Parkplatz. Schuhe wechseln. Dann geht auch schon los. Ich gehe wieder als letzter. Die Wanderung geht zu einem Kloster mit Klosterbrüdern. Nach eineinhalb Stunden Weg sind wir da. Unterwegs sehen wir eine Gottesanbeterin auf einem Grashalm. Eine geführte Besichtigung des Klosters ist nicht möglich, da die Klosterbrüder Besuch haben. Ich betrete das Gotteshaus nicht, da ich kurze Hosen an habe. Die Mädels müssen ihre Beine bedecken. Da bleibe ich lieber draussen, auf einer gemütlichen Bank unter einem aromatisch reichenden Nadelbaum.

Eine Gottesanbeterin am Wegesrand.

Eine Gottesanbeterin am Wegesrand.
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Der verwunschene Wanderweg zur Abbazia di Monteveglio.

Der verwunschene Wanderweg zur Abbazia di Monteveglio.
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Abbazia di Monteveglio.

Abbazia di Monteveglio.
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Nach wenigen zehn Minuten Rast geht es zurück zum Bus. Keine Besonderheiten auf dem Rückweg. Die Wanderschuhe sind auch wieder einigermassen sauber gelaufen. Nun noch etwa 45 Minuten Fahrt bis zum Hotel in Bologna. Da lohnt es sich nicht mal die Schuhe zu wechseln.

Angekommen in Bologna muss der Bus eine Schleife durch die Stadt fahren, um zum Zanhotel Tre Vecchi zu gelangen. Etwas Misstimmung kommt auf, als es darum geht, wann wir gemeinsam zum Abendessen gehen. Die vorgegebene Zeit des vorderen Teiles des Busses ist von uns und einem Pärchen nicht zu schaffen. Keine Chance den Zeitpunkt des Treffens um eine halbe Stunden nach hinten zu verlegen. Na, dann eben nicht.

Gehen wir also auf eigene Faust um 20 Uhr mit dem anderen Pärchen los. Schon nach wenigen Schritten haben wir ein Restaurant entdeckt. Das Ristaurante Diana. Die Bedienung im weissen Jacket. Das könnte teuer werden. Egal. Die Speisenkarte ist nur auf Italienisch. Mal wieder eine Herausforderung. Ich suche mir als Suppe Tortellini in Brodo aus. Danach Salmone. Leider ist der Salmone aus. Schnell umdisponiert in eine Art Schnitzel. Alles sehr lecker. Zum Nachtisch noch eine hausgemachtes Sahneeis mit frischen Früchten (Blaubeeren, Himbeeren und Erdbeeren). Sehr aromatisch und lecker. Dann zusammen bezahlen. Auch kein Problem.

Noch ein kleiner Abendspaziergang durch die Arkaden Bolognas. Aber die ganzen 38 km Länge der Arcaden schaffen wir nicht an dem Abend. In der Nähe eine Veranstaltung mit grossem Polizeiaufgebot. Da machen wir einen grossen Bogen drum.

Gegen 22:30 Uhr sind wir im Hotel auf dem Zimmer. Bald schon geht das Licht aus.



Samstag, 11. September 2010, Bologna - Piazza Maggiore, Basilica di San Petronio und vieles mehr.

Wecken um 06:00 Uhrm, aufstehen etwas später. Ab ins Bad duschen. Trotz der Hauptstrassenseite konnte ich gut schlafen. Zwar musste ich mal raus in der Nacht, aber ich konnte wieder einschlafen.

Kurz nach 07:00 Uhr zum Frühstück. Ein Frühstückbuffet. Im direkten Vergleich zum vorhergehenden Hotel der pure Luxus. Sogar geniessbarer Kaffee.

Um 09:30 Uhr dann Treffen mit der Fremdenführerin für Bologna. Wieder besichtigen wir einige Gebäude und Kirchen. Am besten gefallen mir die romanischen Kirchen. Deren Schlichtheit spricht mich mehr an, als der Prunk neuerer Gotteshäuser.

Im Rathaus eine Statue von Papst Gregor XIII. Der Gregor, der den gregorianischen Kalender erfunden hat.

Bolognese (heißt auch al Ragu) gibt es nur mit Tagiatelle. Mit Spagetti ist es nicht original, lernen wir.

Künstlerisch verfremdetes Strassenverkehrschild.

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Der Innenhof des Palazzo d'Accursio von Bologna.

Der Innenhof des Palazzo d'Accursio von Bologna.
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Auf dem Weg nach oben auf den Turm Asinelli.

Auf dem Weg nach oben auf den Turm Asinelli.
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Der Ausblick vom Turm Asinelli, hoch oben über Bologna.

Der Ausblick vom Turm Asinelli, hoch oben über Bologna.
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Der lange Schatten des Turms Asinelli über Bologna ab 17 Uhr.

Der lange Schatten des Turms Asinelli über Bologna ab 17 Uhr.
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Der Turm Garisenda in der Nähe.

Der Turm Garisenda in der Nähe.
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Buntes Treiben auf der Via dell'Indipendenza vor dem Hotel in Bologna.

Buntes Treiben auf der Via dell'Indipendenza vor dem Hotel in Bologna.
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Sonntag 12. September 2010, Ferrara, die Residenzstadt der Este und Comacchio im Po-Delta.

Abreistag aus Bologna. Ans Meer über Ferrara. Wieder früh Wecken, um in Ruhe unsere Sachen einpacken zu können und das ordentliche Frühstück geniessen zu können.

Irgendwie vertrödeln wir uns doch und müssen uns eilen, um noch vor der Abfahrt um 09:30 Uhr zu Frühstücken.

Pünktlich stehen wir mit allem Gepäck vor dem Hotel und warten auf den Bus. Er kommt nicht vor das Hotel. Wir müssen mit all unserem Gepäck über einen leeren Marktplatz zu einer anderen Strasse. Also wieder mal bin ich als Sherpa unterwegs. Die Sonne hat hier um diese Zeit schon ordentlich Kraft. Angekommen heisst es wieder warten. Valentin telefoniert. Dann kommt der Busfahrer zu Fuß. Diskussion auf italienisch mit Valentin. Letztendlich kommt der Bus dann doch hierher. Einladen des Gepäcks und los geht es in Richtung Ferrara. Wir haben über eine halbe Stunde an Zeit verloren. Da hätten wir auch gemütlicher Frühstücken können.

Es geht über die Autobahn nach Ferrara. An einer Art Busbahnhof steigt die Stadtführerin zu. Wir beginnen mit einer Art Stadtrundfahrt. Es werden Gebäude links und rechts angesprochen, jedoch ist aus dem Bus heraus nicht erkennbar, welches Gebäude gemeint ist und was die jeweilige Besonderheit ist. Schade, das wäre bestimmt interessant gewesen.

Zwischendurch ein Halt an einem Palast mit Garten für einen Boxenstop. Dann wieder zurück zum Bus. An einer Kreuzung Erklärungen zu den vier Gebäuden an den Ecken der Kreuzung. Eines der Gebäude ist der Palazzo dei Diamanti, dessen Fassade ist nicht aus Marmor sondern aus Kalkstein. Dies betont die Stadtführerin mehrmals.

Mit dem Bus halten wir an einem Platz am Rande der Altstadt und gehen zu Fuß weiter. Kreuz und quer durch nette kleine Gassen, durch das Judenviertel, vorbei am Standort der alten Synagoge. Dann auf den Platz mit dem Dom. Durch einen Seiteneingang betreten wir das Gotteshaus. Der Bischof zelebriert die Sonntagspredigt. Ein komisches Gefühl für mich. Hierbei fühle ich mich nicht wohl. Wir gehen durch ein Seitenschiff durch die gotische Kathedrale San Giorgioden. Erklärungen kann die Stadtführerin verständlicherweise keine geben. Wir verlassen den Dom durch den Haupteingang. Die Seiten des Portals und Besonderheiten werden beschreiben und erklärt.

Trotz Unterstützung durch Mikrofon und kleinem tragbarem Lautsprecher ist die Stadtführerin häufig von mir nicht zu verstehen. Der Platz ist voll von Kirchgängern und Touristen. Ferrara ist ja auch Weltkulturerbestadt.

An einer Hauswand, direkt neben der Statue von Savonarola, ein Pegelstand von Hochwasser. Angezeigt wird der Pegelstand einer Stadt in der Nähe, nicht von Ferrara. Bestimmt mehr als vier Meter.

Eine Gasse am Judenviertel von Ferarra.

Eine Gasse am Judenviertel von Ferarra.
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Savonarola.

Savonarola.
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Ferrara ist die Geburtsstadt von Girolamo Savonarola, einem Bußprediger. Sogar mit dem Papst hat er sich angelegt. Letztendlich hat er verloren. Das hat er mit seinem leben bezahlt. Eine Statue von ihm steht vor der Burg in der Stadt. Im Innenhof der Burg endet die Stadtführung. Die Burg hat eine Wassergraben. In dieses trübe, schmutzige, grüne Wasser möchte ich nicht fallen. Darin sollen Fische leben.

Nach der Führung haben wir noch so etwa eine dreiviertel Stunde Zeit. Zusammen mit Valentin gehen wir zu fünft in ein kleines Lokal in der Nähe des Platzes, wo wir wieder den Bus besteigen werden. Wir nehmen eine ferraresische Spezialität zu uns. Mit Kürbis gefüllte Tortellini. Einmal al Ragu und alternaiv mit Salbeibutter. Ein sensationelles Geschmackserlebnis.

Dann zum Bus, einsteigen und weiter geht es an die Küste. Oder besser in einen Teil des Po Delta Nationalparkes, der auch ein Welt Naturerbe ist. Angekommen an der Küste, laufen wir durch das Städchen Comacchio mit seinen Kanälen und Brücken. Fast könnte man an Venedig denken. Nach kurzem Rundgang geht es weiter.

Die Kanäle von Comacchio.

Die Kanäle von Comacchio.
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Die Kanäle von Comacchio.

Die Kanäle von Comacchio.
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Die Kanäle von Comacchio.

Die Kanäle von Comacchio.
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Gelati in Comacchio.

Gelati in Comacchio.
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Auf dem weiteren Programm steht eine Bootsfahrt in diesem Teil des Po Delta Nationalparkes an. Erst noch ein Boxenstop mit Schlangenbildung vor den drei zur Verfügung stehenden Boxen. Dann aufs Schiff. Leider bekomme ich keinen Sitzplatz mehr im Freien unter einem Sonnensegel. In der prallen Sonne, wir haben Kaiserwetter, will ich lieber nicht sitzen. Also gleich unter Deck. Da hab ich viel Platz und bin alleine für mich. Frische Luft habe ich auch, denn die durchsichtigen Planen an den Seiten des Schiffes lassen reichlich frische Luft durch.

Wir halten das erste mal an einer alten Fischerhütte und bekommen erste Informationen auf italienisch erzählt. Valentin übersetzt. Säugetiere gibt es hier so gut wie keine. Fast nur Vögel. Besonders Flamingos. Wieder einsteigen und es geht langsam weiter zu einer weiteren Fischerhütte.

In der zweiten Fischerhütte, eher schon ein Haus, sollen die Männer jeweils für vierzig Tage gearbeitet haben, bevor sie abgelöst wurden. Es wurden Aale gefangen und verarbeitet. Ärmlichste Bedingungen was Ernährung, Hygiene und Lohn anbelangt. Uns wird berichtet dass die Menge an Aalen, die gefangen werden dramatisch zurückgegangen ist. Vermutlich ein Ergebnis der Überfischung.

Eine Aalfalle ist im Original zu sehen. Nichts wurde bei der Aalverarbeitung verschwendet. Die Köpfe bekamen die Armen der Region, das Fett der Aale wurde eingesammelt und gegessen, um den Mineralienbedarf der Fischer zu decken. Das soll grauslig geschmeckt haben. Nach fast zwei Stunden Ausflug legen wir wieder am Ausgangspunkt an. Noch zu einer andern Hütte, um den Ausflug zu bezahlen. Nicht einen Flamingo haben wir gesehen.

Noch ein kleines Stück zu Fuß zum Bus. Und schon geht es weiter zu unserer neuen und letzten Unterkunft auf dieser Reise. Angekommen in Igea Marina müssen wir unser Gepäck einige dutzend Meter bis zum Hotel selbst transportieren. An der Rezeption einchecken. Wir bekommen als erstes unseren Zimmerschlüssel. Ab in die dritte Etage. Die Keycard als Schlüssel funktioniert nicht. Also dann eben mit dem Schlüssel, der dabei ist. Das geht. Grob ausgepackt und geduscht.

Der Mechanismus des Terassenfensters und im Bad ist eine Birne der Beleuchtung defekt. Wir sprechen es an der Rezeption an. Im Laufe den kommenden Tages soll es gemacht werden. Kein Problem, es drängt ja nicht.

Abendessen um 20:15 Uhr. Nach einem guten Abendessen dann komplett auspacken. Irgendwann zwischen 22 und 23 Uhr ist dann Licht aus und Ruhe im Schiff.



Montag, 13. September 2010, Zur freien Verfügung.

Heute ist ein freier Tag. Urlaub vom Urlaub. Spät aufstehen, denn es gibt Frühstück bis 10 Uhr. Doch schon um 5:30 Uhr Lärm, von spät heimkehrenden Zimmernachbarn, der mich aufweckt. Um 7 Uhr rum nochmal Lärm von einer Kehrmaschine. Hoffentlich geht das hier nicht so weiter den Rest vom Urlaub.

Nach dem späten Frühstück spazieren wir zum Strand. Da ist nichts, aber auch gar nichts, was uns gefällt. Eine Bettenburg neben der anderen. Kein freier Strand in der Nähe. Liegestühle und Sonnenschirme können gemietet werden. Das erinnert mich an den Ballermann. Komische Auswahl des Ortes durch den Reiseveranstalter bei einer, wenn auch leichten, Wanderreise.

Es sind keine Restaurants zu entdecken. Dafür jede Menge Souvenierläden mit irgendwelchem Ramsch, den kein vernünftiger Mensch braucht.

Aber ein entspannender, wenn auch enttäuschender Tag.



Dienstag, 14. September 2010, Kleine Dörfer - Burg von Saiano, Montebello und Santarcangelo. Ein schöner Ausflugstag.

Mit dem Bus bis... Wie hieß das Örtchen bloß ? Wir wandern langsam entlang eines Flusses. Allmählich beginnt die erste Steigung. Eine erste Rast bei einer kleinen Kirche. Ich setze mich in den Schatten einer Mauer der Kirche von Saiano und raste. Was trinken.

Saiano.

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Nach etwa 15 bis 20 Minuten geht es weiter, um den Berg herum. Erst über flache Schotterwege, dann steiler werdend. Kleine Pause an einer Quelle. Meine Unterarme erfrische in dem kühlen Wasser. Das erfrischt. Nun wird es steiler. Durch einen Wald. Wir erreichen das Örtchen Montebello. Hier machen wir Mittagspause. In einem kleinen Lokal mit lokalen Spezialitäten. Panini, eine Art Fladenbrot, dazu Schinken, pfeffrige Coppa, Salami und vier verschiedene Käsesorten. Darunter eine besondere lokale Käsesorte, die mit Honig gegessen wird. Mir schmeckt dieser Käse zusammen mit dem Honig.

Nach der Wanderung schmeckt alles besonders gut. Wir schwelgen in Gaumengenüssen. Es gefällt uns hier. Hier könnten wir versacken. Auch hat es hier einige Hauskatzen. Diese werden mit Trockenfutter an einem Hauseingang von Dorfbewohnern versorgt.

Montebello.

Montebello.
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Nach ausgiebiger Rast und dem leckeren Essen geht es weiter, einige Meter durch das Dorf, durch das Stadttor hindurch zum Bus. Einige alte Damen des Dorfes flachsen mit uns. Wir lachen, obwohl wir kein Wort verstehen. Mit dem Bus geht es dann weiter nach Santarcangelo, wo wir eine Führung erleben werden. Wir starten am touristischen Informationszentrum mit der Führung. Direkt nebenan ist eine historische Stoffdruckerei.

Als erstes gehen wir in Teile der Grotten, die hier in den Boden gegraben worden sind. Mag sein, dass es eine lokale Attraktion ist, uns beeindruckt es aber eher wenig. Direkt um Anschluß weiter durch den Ort. Erste Stadtmauer mit Tor, zweite innere Stadtmauer mit Tor und dann die Burg, die in privatem Besitz ist. Teile davon werden restauriert, immerhin. In der Geschichte der Burg soll der Burgturm um etwa die Hälfte gekürzt worden sein. Dieses Material wurde zum Ausbau der Burg genutzt. Für dickere Mauern und drei weitere Türme, um eine umschlossenene Burg zu errichten. Als Abschluss der Führung noch ein Knopfmuseum. Knöpfe ? Nein Danke, so aufregend ist das nicht. Ich bleibe vor den Türen des kleinen privatem Museums auf einer Bank sitzen.

Impression aus der historischen Stoffdruckerei in Santarcangelo di Romagna.

Impression aus der historischen Stoffdruckerei in Santarcangelo di Romagna.
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Zum endgültigen Abschluss nun noch in die historische Stoffdruckerei. Ich kaufe ein Paar handbedruckte Handtücher als Mitbringsel. Nun wieder zum Bus und in ungefähr 30 Minuten sind wir an der Hauptstrasse beim Hotel. Ein schöner Ausflug ist zu Ende. Leider nun wieder in Igea Marina. Die Atmosphäre ist eher Ballermannartig. Genau gegenüber vom Hotel ist eine Spielhölle für Kinder. Mit üblicher Licht- und Geräuschkulisse.

Abendessen um 19:30 Uhr. Es soll heute Fisch geben. Ich habe mir als zweite Vorspeise Pasta al Ragu bestellt. Der Fisch, Forellenbarschfilet, wird in Alufolieserviert. Beim Öffnen sind auch Meeresfrüchte dabei, Muscheln und Shrimps. Die werden aussortiert. Und nach den ersten Gräten habe ich genug davon. Die Kroketten, die gereicht werden, passen so gar nicht dazu. Gut, dass ich Pasta bestellt hatte.

Nach dem Essen noch kurz an die Bar. Der Grappa macht mich nicht an, weil ich so müde bin. So zwischen 22 und 23 Uhr liege ich im Bett. Die Terassentür und die Beleuchtung im Bad sind noch immer defekt.



Mittwoch, 15. September 2010, mit der Eisenbahn nach Ravenna und zurück.

Wecken um 5:45 damit noch nach der Morgentoilette Frühstücken können. Es soll um 8:20 Uhr los gehen zum Bahnhof. Der ist nur wenige Schritte vom Hotel entfernt. Valentin hat die Fahrkarten für die Eisenbahn besorgt und verteilt diese am Bahnhof beim Entwerterautomaten. Dann warten wir auf dem Bahnsteig auf den Zug, der uns nach Ravenna bringen soll. Der Zug fährt ein.

Wir stehen auf dem falschen Bahnsteig. Also alle schnell die Treppe runter und die andere Treppe wieder rauf auf den anderen, der beiden Bahnsteige. Schnell in den Nahverkehrzug einsteigen. Nach etwa 45 bis 50 Minuten Fahrzeit fährt der Zug in den Bahnhof von Ravenna ein und wir steigen aus. Auf dem Bahnhofsvorplatz treffen wir unsere Stadtführerin. Eine ehemalige Lehrerin. Valentin hat uns dazu vorgewarnt.

Wir laufen durch die Weltkulturerbestadt Ravenna von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Sehenswerte und beeindruckende Mosaiken an den Wänden und Decken der Gebäude, die wir besuchen. Verschiedene Epochen haben ihre Spuren hinterlassen. Und die Natur hat auch schon Ihren Preis gefordert. Viele historische Gebäude sind unter den Grundwasserspiegel abgesunken und stehen entweder teilweise unter Wasser oder werden mit Pumpen trockengelegt.

Für eine kleine Kaffeepause unterbrechen wir die, für mich anstrengende Führung. Zuhören, Fotos machen, den Anschluss an die Gruppe nicht verlieren. Ja, so ein Urlaub kann schon Stress verursachen. Ich glaube, ich bin lieber in der Natur unterwegs.

Monogramm Theoderichs des Großen am oberen Rand des Kapitells einer Säule des Venezianischen Palasts an der Piazza del Popolo im Zentrum Ravennas..

Monogramm Theoderichs des Großen am oberen Rand des Kapitells einer Säule des Venezianischen Palasts an der Piazza del Popolo im Zentrum Ravennas.
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Die Hände der Konkubinen Theoderichs des Großen sind auf Ewigkeit auf den Säulen im Mosaik zu sehen.

Die Hände der Konkubinen Theoderichs des Großen sind auf Ewigkeit auf den Säulen im Mosaik zu sehen.
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Nach der Kaffeepause geht es weiter mit den Sehenswürdigkeiten. Zum Schluss des Rundganges durch Ravenna gehen wir mit Valentin noch eine Kleinigkeit essen. Panini, eine Art belegtes Fladenbrot. Sehr lecker. Und auch nicht zuviel. Dann trennen sich unsere Wege für diesen Nachmittag. Wir erkunden zu Fuß Teile der Fußgängerzone von Ravenna.

Unsere Rückfahrkarten für die Eisenbahnfahrt haben wir ja schon bekommen. Mit der Bahn zu fahren scheint in Italien erheblich billiger zu sein als zuhause. Die Abfahrtszeiten hatte ich mir notiert. Um 16:37 Uhr sitzen wir im Zug, der uns zurück nach Igea Marina bringt. Der Waggon ist durch die Klimaanlage extrem heruntergekühlt. Ich ziehe meine dünne Fleecejacke an. Auf eine Erkältung am Ende des Urlaubes habe ich keine Lust. Wieder dauert es so etwa 45 bis 50 Minuten für den Weg zurück. Die Orte durch die wir fahren, scheinen alle freundlicher und beschaulicher zu sein als Igea Marina. Aber das kann auch täuschen. Zurück im Hotel gönnen wir uns eine Drink von der Bar und schauen dem verhaltenen Treiben vor dem Hotel zu.

Abendessen wieder um 19:30 Uhr. Nach der Körperpflege und dem Ankleiden geht es in den Speiseraum. Heute mache ich FDH. Was mir auch gelingt. Nen halben Vorspeisenteller, ne halben ersten Gang, nen 3/4 zweiten Gang und nur nen halben Nachtisch.

Nach dem Essen noch die Einweisung in das Wanderprogramm für morgen. Hoffentlich keine Kirchen mehr. Wenn doch, egal, ich kann ja draussen bleiben. Es geht nach San Leon und nach San Marino. Ich bin gespannt auf den kleinen Stadtstaat.

Gegen 22:30 Uhr liege ich im Bett. Die Terassentür und die Beleuchtung im Bad sind noch immer defekt. Bei der nächsten Reisebuchung achte ich viel genauer darauf, wie gross der Kulturanteil ist. Diese Konzentration ist mir einfach zuviel.



Donnerstag, 16. September 2010, Mittelalterliches Bergdorf San Leo und San Marino, die kleinste Republik der Welt.

Ein schöner Ausflugstag.

Ruine am Wegesrand auf dem Weg nach San Leo.

Ruine am Wegesrand auf dem Weg nach San Leo.
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Die Festung von San Leo.

Die Festung von San Leo.
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Das einzige Tor von San Leo.

Das einzige Tor von San Leo.
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San Leo.

San Leo.
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Der grosse Burgfried von San Leo spiegelt sich in einem Fenster eines anderen Turmes.XXX.

Der grosse Burgfried von San Leo spiegelt sich in einem Fenster eines anderen Turmes.
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Mittagessen zu zweit in San Leon in einem kleinen Lokal, etwas Abseits des touristischen Zentrums. Da auch Einheimische dort essen ist es eine gute Wahl.

Am Nachmittag geht es dann per Bus nach San Marino. Ein Stadtstaat der eigentlich nur noch vom Tourismus lebt. Viele reiche Osteuropäer sind dort um zu shoppen. Einfach keine schöne Atmosphäre dort. Ein Souvenierladen neben dem anderen. Ein Wohlfühlen kommt für mich nicht auf. Aber ein großartiger Ausblick bis zum Mittelmeer ist es doch.



Freitag, 17. September 2010, Nochmal zur Erholung frei. Urlaub vom Urlaub

Heute länger Schlafen. Später Frühstücken. Leichter Regen, also wieder nix mit Baden im Mittelmeer.

Am letzten Tag hier wird die Terassentür endlich repariert. Die Beleuchtung im Bad bleibt unangetastet. Wir gehen im Ort spazieren und kaufen etwas Obst für den Rückweg morgen ein. Dann noch einen langen Strandspaziergang. Zum Abschluss noch ein grosses Eis in der Gelateria am Ende der Strasse zum Hotel.

Zurück im Hotel packen, erst die Reisetasche für die Schmutzwäsche, dann den Koffer für die sauberen Sachen und Mitbringsel. Die Klamotten für den Abschiedsabend heute und für die Rückreise bleiben draussen.

Nach den Abendessen die Abschiedsparty, da kommt meine Trillerpfeife zum Einsatz. Ein Ratespiel zur Emilia-Romagna mit drei Gruppen. Valentin ist Moderator und Schiedsrichter. Anschließend eine kleine Laudatio für Valentin von mir vorgetragen.



Samstag, 18. September 2010, Rückreise.

Vom Hotel geht es zum Flughafen von Bologna, dem Aeroporto di Bologna - Borgo Panigale “Guglielmo Marconi”. Das Einchecken erfolgt elektronisch. Der erste Versuch von mir scheitert. Erst beim zweiten Versuch werden wir eingecheckt. In diesem Bereich des Flughafens gibt es einige Souvenirgeschäfte. Auch von Ferrari und Ducati. Da steht eine Ducati Desmosedici GP10, das Arbeitsgerät von Casey Stoner rum. Bei der Aufgabe des Gepäckes dann eine Überraschung. Übergepäck. 10 Kilogramm. Ich hab keine Ahnung woher das alles kommt. Das kostet uns runde 100 Euro. Nach dem Sicherheitscheck im Wartebereich vor dem Gate ein Schokoladengeschäft. Was ganz Feines. Wir erstehen Schokoladenbruch mit Haselnüssen und andere Leckereien. Vollmilch- und Bitterschokolade von Venchi.

Angekommen in München fehlt an der Gepäckausgabe ein Gepäckstück. Da haben wir schon extra für Übergepäck gezahlt und nun das. Na, das fehlen von Gepäck sind wir ja mittlerweile gewohnt. Zum passenden Schalter und reklamiert. Nach einer halben Stunde haben wir dann alles zusammen. Unser Gepäckstück wurde von den Mitarbeitern die Ausladen nicht eingescannt. Das Abholen durch den Parkservice Bauer klappt wie immer perfekt. Wenig später sind wir auf der Fahrt nach Rosenheim.



Impressum letzte Aktualisierung: 30. März 2015

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