Rainers kleiner Weltausschnitt

Reisebeschreibung

Koenigstiger und Kulturen (Indien) Sonderschriftart im Downloadbereich. Landesfahne
vom 31. Oktober 2004 bis 20. November 2004
Inhaltsverzeichnis

Reisevorbereitung:

Freitag, 29. Oktober 2004 Letzter Arbeitstag vor der Reise.
Samstag, 30. Oktober 2004 Fahrt nach Hainstadt.

Die Reise

Sonntag, 31. Oktober 2004 Abflug von Deutschland und Ankunft in Delhi.
Montag, 1. November 2004 Stadtbesichtigung in Delhi.
Dienstag, 2. November 2004 Aufbruch Richtung Jaipur.
Mittwoch, 3. November 2004 Hawa Mahal, der Palast der Winde in Jaipur.
Donnerstag, 4. November 2004 Bei Bharatpur besuchen wir das Keoladeo Ghana Vogelreservat.
Freitag, 5. November 2004 Wir besuchen Fatehpur Sikri.
Samstag, 6. November 2004 Der Zug bringt uns nach Jhansi. Unterwegs besuchen wir den Palast von Orchha.
Sonntag, 7. November 2004 Die Monumente von Khajuraho und das erste Tiger-Reservat in Bandhavgarh.
Montag, 8. November 2004 Ganztägige Pirschfahrt auf den Spuren der Königstiger in Bandhavgarh.
Dienstag, 9. November 2004 Nach längerer Fahrt erreichen wir ein weiteres Tiger-Reservat in Kanha.
Mittwoch, 10. November 2004 Der König des Dschungels.
Donnerstag, 11. November 2004 Wir verlassen das Gebiet der Königstiger und erreichen Raipur.
Freitag, 12. November 2004 Wir besichtigen Raipur und erreichen Jagdalpur.
Samstag, 13. November 2004 Tirathgarh Wasserfälle und Chitrakote Wasserfälle.
Sonntag, 14. November 2004 Mit dem Zug geht es ins Arkku Tal.
Montag, 15. November 2004 Auf unserer Fahrt nach Visakhapatnam erreichen wir den Indischen Ozean.
Mittwoch, 17. November 2004 Mahabalipuram - Sonnenaufgang am indischen Ozean.
Donnerstag, 18. November 2004 "On the Beach."
Freitag, 19. November 2004 Stadtbesichtigung in Chennai. Rückflug nach Deutschland.
Samstag, 20. November 2004 Ankunft in Deutschland.
Literatur und Medien Tipps

Reisenachbereitung:

Sonntag, 21. November 2004 Fahrt nach Rosenheim.
Montag, 22. November 2004 Reisenachbereitung.
Dienstag, 23. November 2004 Der erste Arbeitstag.

Die Flutkatastrophe in Asien:

Sonntag, 26. Dezember 2004 Die zerstörerische Welle.


Freitag, 29. Oktober 2005

Heute ist der letzte Arbeitstag vor dem Jahresurlaub. Der Wecker weckt uns um 05:15 Uhr. Eigentlich will ich heute lediglich die üblichen Abwesenheitsmeldungen und einzelne wichtige Mails erledigen. Aber meistens kommt's doch anders als geplant.

Ein Kollege berichtet über Probleme bei der Installation eines PC's. "Das mußt du übernehmen" und nachdem noch eine Führungskraft einen Sonderauftrag hat, hat sich die Idee Feierabend nach dem Mittagessen zu machen erledigt. Sch... Die Installation des PC' gestaltet sich durch Sonderkonstellationen problematischer als gedacht. Die Zeit läuft mir davon. Dann noch der Spezialauftrag. 188 unterschiedliche Druckstücke erstellen. Je Vorgang ca. 30 Sekunden. Den Rest kann sich jeder ausrechnen. So gegen 16:00 Uhr ist es geschafft.

Nun schnell die vielen Abwesenheitsmeldungen eingestellt. Im E-Mail kein Problem. Aber das (blöde) Telefon. Irgendwie bin ich einfach zu dämlich, die richtigen Tasten in der richtigen Reihenfolge zu drücken. Trotz akribischen Befolgens der Bedienungsanleitung, will es mir einfach nicht gelingen, eine neue Ansage auszusprechen. Nach unendlich vielen Versuchen hat's dann irgendwie geklappt. Fragt mich bloß keiner wie ! Das Abschalten dieser Ansage wird sicher auch wieder eine aufregende Sache. Alles in allem bin ich bis 17:20 immer noch nicht 100%ig fertig und zufrieden. Nun ist aber zwangsweise Schluß, denn ich muß zur Eisenbahn. Später fährt kein Anschlußbus mehr.

Zuhause ist das Arbeitszimmer mit allem Reisegepäck zugestellt. Am Boden, vor den Fenstern, vor'm Schreibtisch, hinter'm Schreibtisch, auf'm Schreibtischstuhl, vor den Regalen...Grrrrr. Nachdem ich mir wütend Platz geschaffen habe, kann ich beginnen die wichtigsten Reiseunterlagen ins Internet zu stellen.

Nach und nach packen wir die Utensilien für die Reise zusammen.

Ursprünglich wollte meine Mutter was kochen, aber wegen Arzt (nix schlimmes) und Apotheke ist das ausgefallen. Nun also noch Essen fahren. Die Zeit läuft und läuft. Ich weiß nicht wie ich alles am Freitag fertig packen soll.

Nun die noch original verschweißten Akkus für die DigiCam auspacken und ins Ladegerät. - Ein paar Minuten später - Die Kontrollleuchten an den Ladegeräten blinken ? Die Akkus bleiben kalt. - Stecker von den Ladegeräten raus, Stecker rein. - Nochmal ein paar Minuten später - Die Kontrollleuchten an den Ladegeräten blinken schon wieder. Sind die Akkus für die DigiCam etwa defekt ? Ja - nix geht. Sch... Was nun ? Also nochmal umgeplant und nicht am Samstag morgen gleich nach Frankfurt losfahren. Nach einigem Hin und Her hören wir auf einzupacken und ich komme um circa 23:30 ins Bett.

Das Umplanen für Samstag hat auch was Gutes. Aufstehen - etwas später.



Samstag, 30. Oktober 2004

Wir schlafen etwa bis 07:00 oder 08:00 Uhr. Ich stehe als erster auf und nach der Morgentoilette ziehe ich mich gleich Reisefertig an. Mama hat schon das Frühstück vorbereitet und Kaffee gekocht. Den Rest des Kaffees der nicht in die Warmhaltekanne passt trinke ich mit Zucker und viel Milch. Starker Stoff !

Dann mache ich mich auf den Weg in die Stadt um zu versuchen noch 2 Akkusätze zu besorgen. Als erstes versuche ich es in einem Elektronk Markt. - Treffer - Prima. Ein Satz Akkus und dazu einen weiteren Satz Akkus incl. Ladegerät.

Nach einem gemeinsamen Frühstück mit meinen Eltern, die in unserer Abwesenheit die Katzen versorgen, geht es so gegen 11:30 los in Richtung Frankfurt.

Das neue Ladegerät hat sogar einen 12 Volt Adapter. Also fix während der Fahrt die neuen Akkus aufgeladen. So gegen 16:00 Uhr sind wir dann bei Evas Eltern angekommen. Leider nicht ohne Stau. Auf der Höhe von Aschaffenburg staute es sich ohne erkennbaren Grund für 18 Kilometer.

Kaffeetrinken und Krebbel. Ich wünsche mir schwarzen Tee. Ostfriesenmischung oder so. Er schmeckt grauslich.

Die Zeit bis zum Abendessen packen wir ein wenig um und ich schaue ein bisschen in die Glotze.

Zum Abendessen gibt es Spieße mit Sauce, Salat und Weissbrot. Evas Spieße sind um Dimensionen besser. Besser nix gesagt. Heute muß ich meine erste Malariapille nehmen. Nach dem Essen möchte ich ins Bett. Mir fehlt reichlich Schlaf und ich hoffe davon ein wenig nachholen zu können.

Nix geht. Ich wälze mich von links nach rechts und zurück - Auf den Rücken - Auf den Bauch - Nix geht. Irgendwann kommt Eva auch ins Bett. Ich wälze mich weiter bis zum Morgen.

Eine ganze Nacht ohne Schlaf. - Was bin ich fertig !



Sonntag, 31. Oktober 2004 - 1.Tag:

Abflug von Deutschland, Ankunft in Delhi und Transfer ins Hotel.

Hainstadt. Aufstehen. Keine Ahnung wie spät es ist. Eva geht zuerst los zur Körperpflege. Dann ich. Die Dusche ist im Keller. Mit allen Klamotten nach unten. Durch den Propangasheizstrahler ist es vor der Dusche mollig warm. Das erste und einzige mal bei diesem Besuch bei Evas Eltern. Alles ist irgendwie verteilt. Zahnbürste und Zahnpasta - Deoroller - Rasierapparat. Das nervt mich total. "Was willst Du zum Frühstück trinken: Kaffee oder Tee ?" fragt Eva. mein Antwort: "Wasser". Der Tee war gestern widerlich und der Kaffee ist mir bei Evas Eltern viel zu stark. Nun halt "Stilles Wasser". Bäh ! Nix gesagt und nix getrunken. Was ein Urlaubsbeginn und Reisestart.

Nach dem Frühstück versuche ich noch die Zeit mit Schlaf zu nutzen. Im Wohnzimmer. Es ist kalt. Mit einer Decke geht es. Schlafen kann ich aber nicht. Eva kommt und holt mich. Es geht los.

Das Gepäck kommt in den BMW von Evas Eltern. Der Kofferraum ist reichlich klein bemessen, aber es passt dann doch alles rein. Es ist wenig Verkehr, so daß wir in etwa 20 Minuten am Flughafen Frankfurt sind. Nun geht die Sucherei nach der Air India los. Wir finden Sie in Gebäude C des Terminal 1.

Eine sehr lange Schlange steht vor der ersten Gepäckkontrolle. Das Gepäck der Fluggäste in die USA und nach Asien wird hier vom Bundesgrenzschutz überprüft. Mit dem großen Koffer haben die Herren so ihr Problem. Die Bleiboxen für Evas Filme scheinen die Herren nicht identifizieren zu können. Naja, wir bekommen unsere Aufkleber und es geht 15 Meter weiter, zum Einchecken an den Schalter der Air India. Wenige Minuten später sind wir unser Gepäck los (Im Flieger stellen wir fest: 45 kg). Nun das Gate suchen. Dies ist in einem anderen Gebäudeteil. Also wieder quer durch das Terminal, durch Menschenmassen, aber zum Glück ohne Gepäck. In Gebäudeteil B die nächste Kontrolle. Dann noch eine und noch eine. Die Reihenfolge weiß ich nicht mehr genau, kontrolliert wurde dann noch ob wir Tickets haben, unser Reisepass wurde geprüft und auch noch das Handgepäck und Personencheck. Für mich bleibt es eine Alibikontrolle. Sicherheitslücken sind für mich erkennbar und unterschiedliche Methoden und Qualitäten der Kontrollen sind zwischen z.B. München, Frankfurt und Berlin für mich auszumachen. Was soll es also ? In der Duty Free Zone drücken wir uns noch ein wenig rum und schauen was es so gibt. Alkoholika - Schokolade - Duftwässer - Sonnenbrillen - Uhren etc. Ganz witzig fand ich das Angebot von Reisenessesaire in einem Laden nach der letzten Sicherheitskontrolle und vor der Möglichkeit einen Flieger zu betreten. Nochmal: Was soll der ganze Checkkram dann ?

Der Flieger startet mit ca. 30 Minuten Verspätung. Nun sind wir circa 8 Stunden eingesperrt mit etwa 260 anderen Menschen aus unterschiedlichen Ländern.

Ankunft in Dehli um etwa 2:30 Uhr Ortszeit. Es ist warm, aber nicht so wie ich es erwartet habe. Allerdings sind wir noch im Flughafengebäude. Ausserhalb des Gebäudes ist es auch nicht viel wärmer. Es ist ja mitten in der Nacht.

Am Gepäckband kommt als erstes der Rucksack mit den Schuhen und Cremes. Und dann kommt von unserem Gepäck nichts mehr.

Mir rutscht das Herz in die Hose.

Den örtlichen Supervisor befrage ich wegen unseres Gepäckes. Nach einer kleinen Weile finden wir unseren Koffer und die Reisetasche auf der anderen Seite des Gepäckbandes. Gaaaanz großes Aufatmen.

Nun noch a bisserl Euronen gegen Rupien getauscht. Unsere Wickingerfreunde warten schon. Ohne weitere Verzögerung geht es per Bus Richtung Hotel.

Die Luft ist sehr schlecht. Ich glaube ich kann den Schmutz in der Luft schon "sehen". Ich vermute es liegt an den offenen Feuern. Es wird gekocht und geheizt mit offenem Feuer bei den armen Leuten. Etwas weiter in Richtung Dehli scheint die Luft besser zu werden.

Auf dem Weg ins Hotel liegt ein totes Schaf auf der Strasse und wenig später sitzt, bei fast völliger Dunkelheit, ein Mensch fast auf der Mitte der Strasse.

Zur Begrüssung in Indien erhalten wir von unserem "Local Guide" , Manoj, Blumenkränze um den Hals gelegt. Die Reisepässe werden noch im Bus zur Erstellung einer Hotelliste eingesammelt.

Im Hotel angekommen wird uns das Gepäck auf die Zimmer gebracht. Die Pässe bekommen wir auch schon zurück. Und dann so schnell als möglich ins Bett. Schlafen.



Montag, 1. November 2004 - 2.Tag:

Stadtbesichtigung in Delhi.

Um 08:00 Uhr ist die Nacht vorbei. Wir fahren nach den Frühstück mit dem Bus durch Dehli. Dehli besteht eigentlich aus 7 verschiedenen Städten. Als erstes besuchen wir das rote Fort. Montags leider geschlossen. Schade. Aber in Agra das soll mindestens genauso schön sein.

Wir fahren mit Fahrradrikschas durch die Altstadt von Dehli. Ein unglaubliches Gewimmel. Ein unvergessliches Erlebnis. Ich verspüre ein Gemisch aus Angst und Panik. Als Endpunkt halten wir an der größten und bedeutensten Moschee Indiens. Hier müssen wir der erste mal die Schuhe ausziehen. Zum Glück habe ich meine Bundeswehr-Socken an. Es gibt am Eingang sogar "Tempelsocken" zu kaufen. So der Bringer fand ich war das nicht.

Verkehrsgewimmel in der Altstadt von Dehli

Verkehrsgewimmel in der Altstadt von Dehli
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Anschließend fahren wir zur Verbrennungsstätte von Mahathma Ghandi. Diese Gedenkstätte beeindruckt und berührt mich sehr. Die Verehrung und das Verhalten der indischen Bevölkerung, daß diesem Staatsmann noch immer entgegengebracht wird, ist mehr als bemerkenswert.

Die Verbrennungsstätte von Mahathma Ghandi.

Die Verbrennungsstätte von Mahathma Ghandi.

Die Verbrennungsstätte von Mahathma Ghandi - ganz nah.

Die Verbrennungsstätte von Mahathma Ghandi - ganz nah.
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I would like to see India free and strong so that she may offer herself as a willing and pure sacrifice for the betterment of the World. The individual, pure, sacrifices himself for the family, the latter of the village, the village for the district, the district for the province, the province for the nation, the nation for all. I want Khudai Raj, which is the same thing as the Kingdom of God on Earth, the Establishment of such a Rajya would not only mean welfare of the whole of the indian people but of the whole World.

Quelle: eine der Inschriften an der Gedenkstätte Mahatma Ghandi's in Neu Dehli

Anschließend geht es zum Mittagessen in ein besseres Restaurant. Nach dem Mittagessen geht es mit dem Bus durch das Regierungsviertel. Die ganze Pracht des britischen Empire ist hier noch zu sehen. Und die ersten Rhesusaffen. Diese werden durch die Anwesenheit von Languren vertreiben. Die Languren werden allerdings von den Menschen angebunden. Gemein.

Nun geht es in einen ausgesuchten Einkaufsmarkt. Hier werden ausschließlich Waren aus Kaschmir angeboten. Gemeint ist der Landstrich.

Handwerklich erstklassige Waren zu fairen Preisen. Eva schaut zuerst nach einen Armband für Ihre Mutter. Leider ist nichts passendes dabei.

Eva kauft 4 Kaschmir-Schals. Den ersten für sich, den zweiten für meine Mama, den dritten für Ihre Mama und dann noch einen besonderen für sich selbst. Über das ausgegebene Geld sprechen wir besser nicht. Allerdings kauft man solche Waren nur einmal im Leben.

Danach geht es mit dem Bus durch die Rush Hour zurück zum Hotel. Abendessen mit Bier welches nur in Dehli verkauft werden darf. Dann gegen 21:00 Uhr ins Bett. Schlafen...



Dienstag, 2. November 2004 - 3.Tag:

Aufbruch Richtung Jaipur. Bevor wir die Stadt erreichen, erwartet uns ein ganz besonderes Highlight: Auf Elefanten reiten wir hinauf zum Amber Fort.

Heute verlassen wir Dehli. Wecken um 06:00 Uhr. Zu Frühstück gibt es heute so was ähnliches wie Milchreis, Butter-Naan und Bananen, dazu schwarzen Tee.

Mit ein bisschen Verspätung geht es los. Raus aus Dehli - dem Moloch mit inoffiziell 15 Millionen Einwohnern. Durch die morgendliche Rush-hour. Es geht nur langsam mit viel Hupen voran. An einem indischen Kraftfahrzeug muß die Hupe funktionieren, die Bremsen sind nicht so wichtig. ;-)

Nachdem wir den Stadtstaat Dehli an einer Mautstelle zu Nachbarstaat verlassen haben, geht es viel zügiger weiter. Trotz asphaltiertem National Highway geht es bei weitem nicht so schnell wie bei uns voran. Alle möglichen Fortbewegungsmittel sind zu sehen. LKW's,PKW's, Busse, TukTuk's, Mopeds, Fahrräder, Eselkarren, Kamelkarren. Wir fahren durch weitläufiges Tiefland. Nach der dritten Mautstelle sind wir glaube ich in Rajastan. Rajastan ist der touristisch am häufigsten besuchte Bundesstaat Indiens.

An den Mautstellen wird unser Bus von Händlern umlagert, sie wollen Obst oder anderen Tand (meine Meinung zu den Waren) verkaufen.

Die Eindrücke währen der Fahrt sind äußerst vielfältig. Man kann garnicht genug schauen, so viel gibt es zu sehen. An den Straßen gibt es alles !

Scheinbar wird nix endgültig weggeworfen. Alles, aber auch wirklich alles wird irgendwie verwendet. Alte Reifen, Kunststofffässer, Ölfässer, Wasserbüffelfladen, Binsen, Ziegel,...

Körpertoilette oder große Wäsche findet am Strassenrand statt.

Gegen 12:00 Uhr machen wir einen Rast in einem besseren Restaurant am Rande des National-Highway. Nach der Pause geht es weiter nach Jaipur. Dort besichtigen wir das Amber Fort. Dort wurden Teile von James Bond - Oktopussy gedreht.

Die Reitelefanten vom Amber Fort.

Die Reitelefanten vom Amber Fort.

Zum Fort hinauf geht es mit Elefanten. Eine Empore ermöglicht den bequemen Aufstieg auf das Reittier. "Einfach wie auf einen Stuhl setzen" meint unser örtlicher Fremdenführer. Unser Elefant ist der langsamste von denen mit den wir den Weg zum Fort hochreiten. Der Versuch vom Elefantenrücken aus Fotos zu machen ist nicht einfach. Es schaukelt sehr. Dann entdecke ich auch noch, daß ich den Autofokus versehentlich abgeschaltet hatte. Na, ob die Bilder was geworden sind ? Der Führer des Tieres geht sehr rabiat mit seinem Tier um. Er schlägt mit der flachen Seite des "Elefantenhakens" (aus Baustahl zusammengeschweißt) auf den Kopf des Tieres. Ein Junge treibt das Tier von Hinten mit einem Schuh und einem Holzprügel an. Wenn wir das gewußt hätten, hätten wir darauf verzichtet. Die Straßenhändler bieten schon wieder ihre zweifelhaften Waren mit höchster Penetranz an.

Das Fort kommt näher. Beeindruckend. Oben angekommen beginnen wir nach einer kleinen Verzögerung mit der Führung durch das Fort.

Der Eingang in dem Palastbereich vom Amber Fort.

Der Eingang in dem Palastbereich vom Amber Fort.

Der Garten im See vor dem Amber Fort.

Der Garten im See vor dem Amber Fort.
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Der Garten im See soll einen Teppich darstellen. Hier hatte der Fürst dann die Illusion auf einem fliegenden Teppich zu sitzen. Im übrigen wurden in solchen Gärten auch Basilikum gepflanzt. Es soll Glück bringen.

Die Details im Fort sind mit Worten nur unzureichend zu beschreiben. Unglaubliche Details. Hier muß es eine unvorstellbare Pracht gegeben haben. Selbst die Fotos können nur unzureichend wiedergeben, was unsere Augen zu sehen bekommen. Um 17:00 Uhr müssen wir das Fort verlassen. Es geht zu Fuss nach unten.

Ein Spießrutenlauf durch die Händler. Ein Schild bezeichnet diese als "Hawkers" Ein treffende Bezeichnung. Mit dem Bus geht es nach Jaipur - "the pink city" - so soll die Altstadt im Morgenlicht aussehen.

Nach mehreren Umleitungen in Jaipur geht es durch ein unbeschreibliches Verkehrsgewimmel zum Hotel Jaipur Palace. Nach dem Beziehen der Zimmer wird schnell geduscht und anschließend geht es zum Abendessen in ein Restaurant in Jaipur. Dort gibt es ein Menü unter freiem Himmel, leider nicht nach meinem Geschmack. Ich probiere ein lokales Bier. Die Flasche hat 0,65 Liter Inhalt, bei ca. 5% Alkohol. Dünnes Bier ! Dieses hier darf nur im Bundesstaat Rajastan verkauft werden.

Zusätzlich gibt es Folklorevorführungen von 2 Damen mit einem Herrn und Kapelle.

Im Laufe des Abends werden einige von uns von der Folkloregruppe zum mittanzen geholt. Eva und ich sind erfolgreiche "Nichttänzer". *grins*

Irgendwann zwischen 23:00 Uhr und 00:00 Uhr sind wir im Hotel - und sofort ab ins Bett.

Irgendwann um halb Zwei schrecken wir beide auf. Ist da wer im Zimmer ? Nein, ein Zug fährt in der Nähe mit lautem Gehupe und Gedröhne vorbei. Schreck lass nach.



Mittwoch, 3. November 2004 - 4.Tag:

Um 08:30 geht der Tag mit der Besichtigung von Jaipur los. Vorher noch ein Frühstück.

Dann geht es mit dem Bus zum Hawa Mahal dem Palast der Winde - dort gegenüber auf eine Aussichtsplattform. Es wurde erbaut 1799 von Maharascha Sawai Pratap Singh. Eigentlich ist es nur eine Fassade. Es diente dazu den Damen des Hofstaates zu ermöglichen, das Treiben auf der Strasse verfolgen zu können ohne sich selbst zeigen zu müssen.

Hawa Mahal - Der Palast der Winde...

Hawa Mahal - Der Palast der Winde...
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Das Observatorium - Ausschnitt mit den Sternkreiszeichen

Das Observatorium - Ausschnitt mit den Sternkreiszeichen

Gegenüber vom Citypalast befindet sich das Jantar Mantar, eines von fünf Observatorien die Sawai Jai Singh erbauen ließ. Die Bauwerke sind hier die Messeinrichtungen. Eine Messung auf 2 Sekunden genau ist mit diesen Bauwerken möglich ! Ohne Laser oder sonstigem High-Tech-Kram !

Das Textilmuseum des Citypalastes

Das Textilmuseum des Citypalastes

Der Citypalast des Maharadschas mit Textilmuseum und Waffen und Rüstungen.

Wir besuchen den Laden im Citypalast der Künstler des Maharadschas. Die Räume sind mietfrei für die Künstler, die in der "was weiß ich wievielten" Generation für den Herrscher arbeiten. Die Künstler sind vielfach ausgezeichnet. Es werden unterschiedlich Künste gepflegt. Wir entscheiden uns für eine Miniaturmalerei. Was wohl - einen Tiger.

Mittagessen mit Sitarspieler. Unmittelbar neben dem Restaurant befindet sich ein Turbanmuseum mit Turbantest bei einigen Herren. Ein Astrologe steht zur "Beratung" auch zur Verfügung. Hier wird uns auch noch die Funktion eines Tandooriofens gezeigt und wir "müssen" frisches Naan probieren. Hmmm - schmeckt gut.

Steinschleiferei mit Verkaufsausstellung - oh die Mädels. Eva kauft sich einen Ring.

Dann zu einer Textilmanufaktur. Hier werden Textildrucke gemacht mit Teakholzstempeln. Jede Familie hat eine bestimmte Aufgabe. Diese wird von Generation zu Generation weiter vermittelt. Zum Beispiel Stempelherstellung oder Farben mischen. Direkt im Anschluß geht es zu den Teppichen weiter.

Wir bekommen einen Eindruck davon, wie Teppiche geknüpft und bearbeitet werden bis sie fertig sind. Nun weiß ich den Preis eines Teppichs besser einzuschätzen, da ich die vielen weiteren Arbeitsgänge die zur Herstellung eines Teppichs nötig sind, hautnah kennengelernt habe. Waschen, Rückseite abflämmen, Schlingen auftrennen, Scheren, Ränder verwahren, Fransen dranknüpfen, usw...

Anschließend Vorführung von unterschiedlichen Teppichen. Seide auf Seide - Kaschmirwolle - Schafwolle. Tolle Verkaufsshow. Mir gefallen die Teppiche aus reiner Kaschmirwolle am besten. Eva und ich werden ganz bestimmt keinen Teppich kaufen und wir entschwinden in den anschließenden Textilladen.

Eva startet mit einem Sari dazu noch ein maßgeschneidertes "Leibchen". Einige von den Mädels werden angesteckt.

Nach dem Einkauf geht es zurück ins Hotel. Duschen und anschließend in ein Gartenrestaurant mit Folkloredarbietung. Hier war das Essen auch für mich mal lecker. Einige bekannte Gesichter aus dem Restaurant von heute Mittag sehen wird wieder. Der Astrologe von heute mittag ist auch da.

Peter, Manoj und Traudl werden von dem Teppichhändler aus dem Restaurant abgeholt, damit Traudl einen ausgesuchten Teppich kaufen kann. "All inclusive" versteht sich. Versicherung und Lieferung bis vor die Haustür.

Zurück im Hotel warten wir auf die Lieferung des Saris. Nun heißt es warten auf die Klamotten. Um ca. 22:30 sind alle Sachen da. Anprobieren. Passt ! Am einem maßgeschneidertem Hemd von Thomas gibt es ein Problem mit einem Knopfloch. Macht nichts. Der Schneider ist mit dabei um das Problem zu beseitigen. Mit meinem Messer geht es leider nicht, obwohl es ja superscharf ist. Aber für ein Knopfloch doch das ungeeignete Werkzeug. Mit einer kleinen Schere von Eva, geht es dann doch, das Knopfloch aufzuschneiden.

Einer der beiden Herren aus dem Textilgeschäft erklärt mir, daß er als Einheimischer solche Messer nicht mit sich führen darf. Nicht mal ein "Schweizer". Für einen Touristen sei es kein Problem.

Nun aber schnell ab ins Bett. Vorher noch soweit als möglich alles eingepackt.



Donnerstag, 4. November 2004 - 5.Tag:

Bei Bharatpur besuchen wir mit Fahrradrikschas das Keoladeo Ghana Vogelreservat.

Um 08:30 geht's los. Vorher noch ein Gang zur Toilette. Kündigt sich Montezuma bei mir an ? Beim Losfahren ein kleines technisches Problem am Bus. Er springt nicht an. Ein kurzes Anschieben, so 1 bis 2 Meter, dann geht's. Wenig später, noch in der Stadt, noch ein Halt. Der Luftdruck in einem Reifen stimmt nicht. Und das dauert für einen Reifen vorne links.

An einer Steinmetzmanufaktur, auf freier Strecke, machen wir einen ungeplanten Zwischenhalt. Nach 5 Minuten sind wir von Kindern umlagert. Sie haben Schulferien. Sie möchten Kugelschreiber. "Pen, Pen, Pen" "Des ham mer abber net." Die Arbeitsmethoden sind, naja sagen wir mal, mittelalterlich. Die Arbeitsbedingungen eher steinzeitlich. Nach kurzem Aufenthalt geht es weiter.

Um 11:00 'ne halbe Stunde Pause in einem "Tourist Center".

Nach einer weiteren kurzen Strecke biegen wir von der Hauptstrasse ab und fahren durch ein Dorf mit abenteuerlichen Wegen zu unserem Hotel.

Das Hotel ist der Jagdpalast des Maharadschas. "Chandra Mahal Haveli" Erbaut in 1850. Mitten in einem traditionellen Dorf. Wir übernachten also in einem Palast. Die Ruhe und die traditionelle Einrichtung des Anwesens ist richtig erholsam nach dem Gewimmel in Dehli und Jaipur. Nach einem für alle, ausser für einen, leckerem Mittagessen geht es sofort wieder los in das nahegelegende Naturschutzreservat Keoladeo Ghana National Park. Hier soll im Norden dieses Reservates auch eine Tigerin leben. Die werden wir hier wohl nicht zu Gesicht bekommen.

Blick vom Chandra Mahal Haveli in den Hof eines Bauernhauses

Blick vom Chandra Mahal Haveli in den Hof eines Bauernhauses
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Dort geht werden wir mit Rikschas ein Stück "hineingefahren". Einige unserer Reisegruppe nutzen das Fahrrad, recht altertümliche Geräte, um in das Reservat hineinzufahren. Eva und ich entscheiden uns für eine Rikscha.

Es gefällt uns allen so gut dort, wohl weil es das Erste mal ist in der Natur unterwegs zu sein, daß wir den Aufenthalt außerplanmäßig bis 18:00 Uhr verlängern.

Ein Baum mit unterschiedlichen Vogelarten in der Abendstimmung.

Ein Baum mit unterschiedlichen Vogelarten in der Abendstimmung.

An Tieren habe wir unter anderem dort gesehen:

Schwarzhalsstörche sind etwa 1,40 Meter groß, das Weibchen hat gelbe Augen, das Männchen blaue Augen. In diesem Reservat brüten 8 Brutpaare von diesen seltenen Tieren.

Die Rikschafahrer schaffen es genau um 18:00 Uhr, es ist schon Dunkel, am Ausgang zu sein. Es geht mit unserem Bus durch die stockdunkle Nacht über unbeleuchtete Strassen zurück zum Hotel.

Zum Abendessen zieht Eva ihren neuen Sari an. Schick ! Die Dame des Hauses fragt Eva wie lang Sie zu Ankleiden gebraucht hat. "So 5 Minütchen" Das überrascht sie doch sehr.

Das Abendessen findet unter freien Himmel im Innenhof des Palastes statt. Beim Abendessen führt eine Familie einer lokale Volkgruppe Tänze vor. Eigentlich machen Mama und Papa die Musik und deren Kinder müssen tanzen. Der kleinere von den beiden Jungs ist sehr müde und schläft fast schon ein. Er tut mir leid.

Nach dem Essen plaudern wir noch ein wenig. Und dann ab ins Bett. Vorher, schon wieder, soweit als möglich alles eingepackt.



Freitag, 5. November 2004 - 6.Tag:

Wir besuchen die zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Stätte Fatehpur Sikri. Anschließend fahren wir nach Agra weiter und unternehmen einen Stadtrundgang.

Fatehpur Sikri, erbaut im 9. Jahrhundert aus roten Sandstein. Der Bau hat 9 Jahre gedauert und nach 12 Jahren mußte dieser Ort wegen Wassermangel wieder verlassen werden.

Eine alte Legende berichtet von der Entstehung der "Stadt des Sieges" in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts: der kinderlose Kaiser und Großmogul Akbar (Jalaluddin Muhammad Akbar (geboren: 15. Oktober 1542 in Umarkot, Madhya Pradesh, gestorben: 15. Oktober 1605 in Agra)) betete in der Klause des berühmten Eremiten Salim Chisti um die Geburt eines Sohnes. Der Heilige prophezeite ihm drei Söhne. Als tatsächlich wenig später ein gesundes Kind geboren wurde, errichtete Akbar am Wohnsitz des Eremiten aus Dankbarkeit eine ganze Stadt - Fatehpur Sikri.

Tolle Planung könnte man meinen, aber hier hat die Natur dem Menschen einen großen Streich gespielt, da in dem damaligen Zeitalter der Monsum über einige Jahre nicht so ergiebig war. Hierdurch wurde das Wasser knapp.

Im Zentrum des Palastes, befindet sich das "Anup Talao", das "unvergleichliche Wasserbecken"

Das "Haus der türkischen Ehefrau", wie es heute genannt wird. Hier befand sich wahrscheinlich eine kleine Bibliothek. In dem reich verzierten Pavillon wurde Akbar - er war Analphabet - aus Büchern vorgelesen.

An das Bauwerk ist eine Moschee angegliedert. Mit extra Tor für den Herrscher und extra Tor für das Volk, das Buland Darwaza, Tor des Sieges.

Das Buland Darwaza, Tor des Sieges (Ansicht von innen)

Das Buland Darwaza, Tor des Sieges (Ansicht von innen)
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Beim Betreten des Gotteshauses durch das Tor des Herrschers müsssen wieder die Schuhe ausgezogen werden. Nach dem Durchschreiten des Tores bietet sich ein Bild, dass mich sofort an eine Szene aus dem neuen Testament erinnert: Jesus vertreibt die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel.

Verkaufsstände in dem Moscheegelände

Verkaufsstände in dem Moscheegelände

Wir bekommen erklärt, dass es sich um die Vorbereitung zu einem wichtigen religiösem Fest handelt. Andere Länder, anderer Glauben, andere Sitten. In dieser Moschee, sie besteht aus einem großen Platz und dem eigentlichen Gotteshaus, befindet sich euch das Grabmal des Eremiten Salim Chisti. Das Grabmal ist vollständig aus Marmor geschaffen. Eine Ehrerbietung des damaligen Herrschers an diesen weisen Mann.

Das Grabmal des Eremiten Salim Chisti

Das Grabmal des Eremiten Salim Chisti

Hier ist es Brauch einen Faden durch die filigran durchbrochenen Wände zu knüpfen um einen Wunsch erfüllt zu bekommen. Es sind meist Familien mit einem Kinderwunsch. In der Mitte des Grabmahles werden dann Dankesopfergaben abgelegt, wenn der Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Diese Opfergaben werden jeden Abend direkt an die Armen und Bedürftigen verteilt. Doch deutlich anders als im Christentum.

Akbar ließ eine Inschrift am Tor der Großen Moschee anbringen:

"Die Welt ist eine Brücke. Gehe darüber hinweg, aber baue kein Haus darauf. Was vom Leben bleibt, ist ohne Wert."

Weiter geht's nach Agra. Nach einem Mittagessen im Freien fahren wir über eine Landstrasse an der Tanzbären gehalten werden um damit Geld zu verdienen. Die armen Bären. Was diese Tiere so aushalten müssen wurde schon häufig in den Medien bei uns zuhause gezeigt. Nun können wir es im vorbeifahren live sehen. Grrrrr ! Ich zähle 11 von diesem armen Kreaturen. Zum Glück halten wir nicht an. Jeder hat diese Tiere bedauert.

In Agra besuchen wir als erstes eine Marmorschleiferei. Die Besuche dieser Manufakturen riechen allmählich irgendwie nach "Kaffeefahrt" *Naserümpf* Und dummerweise machen wir auch noch mit. Für meine Eltern erstehen wir einen kleine Hindu Gottesstatuette, Ganesha, aus Alabaster.

In Agra besichtigen wir nach den Steinschleifern das Rote Fort von Agra. Einen unvorstellbar große Anlage. Mit Palästen, einer Moschee, Gärten und Plätzen für Märkte. Es soll 2,5 Quadratkilometer groß sein.

Weil sich der Mogul-Herrscher Akbar in Delhi nicht mehr sicher fühlte, ließ er sich im 16. Jahrhundert in Agra eine neue Festung bauen.

1628 bestieg Schah Jahan, Akbars Enkel, den Thron. Das heutige Erscheinungsbild des Forts ist größtenteils ihm zu verdanken. "Der Herrscher der Welt" - das bedeutet sein Name - verwandelte es in einen prächtigen Palast mit der Marmormoschee Jahans "Moti Masjid". Aber das größte Gebäude im Fort ist der "Diwan-i-am", die Audienzhalle.

Allerdings ist für Besucher nur etwa ein Drittel zu besichtigen, der andere Teil wird vom Militär genutzt. Das soll in 2005 oder 2006 das Fort verlassen um dann nach einer Restaurierungsphase das ganze Fort Besuchern zugänglich machen zu können.

Die Wände und Decken eines offenen Raumes sind geschmückt mit Rubinen und anderen Edelsteinen. Nachdem viele dieser Steine von dummen Besuchern herausgebrochen worden sind *Grrrr* wurde dieser Bereich abgesperrt. Auch hier finden sich leider Kritzeleien an den Wänden - Narren wie bei uns zuhause. Hier muß es zur Blütezeit eine unvorstellbare Pracht gegeben haben. Auf der inneren Mauer (25 Meter hoch) stehend schaut man über die äußere Mauer (15 Meter hoch) und den beiden Wassergräben (früher mit Wasser und Krokodilen gefüllt) zum Taj Mahal. Die Szenerie ist toll. Es sind einige indische Schulklassen in ihren Schuluniformen auf dem Gelände. Die sind nett anzuschauen.

eine Ansicht des roten Forts

eine Ansicht des roten Forts

Agra ist die einzige Stadt der Welt mit 3 Weltkulturerben: Fatehpur Sikri, das rote Fort und das Taj Mahal.

Heute Abend noch was in einem Gartenrestaurant essen und sehr zeitig ins Bett. Die Nacht wird morgen um 04:00 Uhr vorbei sein, denn mit dem ersten "Büchsenlicht" wollen wir am Taj Mahal sein.

Morgen soll es auch mit der Bahn weitergehen. So zwischen 08:00 und 08:15. Die Fahrt soll etwa 3 Stunden dauern. Ich bin gespannt auf den Vergleich zur Bundesbahn.

Wenn ich die Augen schließe, fliegen die Bilder und Eindrücke der vergangenen Tage im Zeitraffer vor meinem geistigen Auge vorbei. Die Eindrücke sind sooo vielfältig, daß ich eigentlich nichts mehr aufnehmen kann. In jeder Ortschaft die wir durchfahren gibt es immer wieder was neues zu sehen. So zum Beispiel heute einen Schmied in seiner Miniwerkstatt bei der Arbeit. Die Bedingungen unter denen die meisten Menschen hier leben und arbeiten, sollten alle von denen die zuhause am meckern und sich selbst am Bedauern sind, selbst zumindest mal ansehen. Leider ist es bei dem Gewackel unmöglich aus dem fahrenden Bus heraus Bilder zu machen. Es schaukelt einfach zu sehr. Die Strassen sind, trotz zum Teil frischem Asphalt unglaublich "hubbelig" (es ist nicht mit wellig zu beschreiben, es ist schlimmer).

Abendessen in einem Lokal in Agra. Den Weg dorthin legen wir zu Fuß zurück. Es ist schon Dunkel und ich bin froh meine kleine Taschenlampe dabei zu haben um die "Tretminen" der Kühe und Hunde ausmachen zu können. Die sch... überall hin. Rikscha- und TucTuc-Fahrer wittern ein Geschäft, sie verfolgen uns ein ganzes Stück und fahren am Bürgersteig entlang, entgegen der Fahrtrichtung, mit uns mit.

Das Essen in dem Lokal, diesmal mit Dach über dem Kopf, war für fast alle sehr gut. Rückweg auch zu Fuß. Im Hotel zurück habe ich schlagartig wässrigen Durchfall. Na toll !



Samstag, 6. November 2004 - 7.Tag:

Der Zug bringt uns nach Jhansi. Unterwegs nach Khajuraho besuchen wir den Palast von Orchha.

Um 03:30 Uhr stehen wir auf. Ich habe nicht eine Minute in dieser Nacht geschlafen. Um 05:00 gibt es Frühstück und in meinem Magen rumort es. Ich bin todmüde.

Kurz vor 06:00 Uhr sind wir am noch geschlossenen Eingang zum Taj Mahal. Das Tor öffnet sich pünktlich und das Militär, mit Maschinenpistolen und anderen automatischen Waffen ausgerüstet, baut den Checkpoint auf. Der Eintritt kostet für "Nicht-Inder" 500 Rupien. Jeder wird "gefilzt". Es ist nicht erlaubt folgende Dinge mitzubringen:

Meine Akkus werden genau geprüft. Zügig über die Höfe der Anlage gehend, stehen wir vor dem Grabmal im Morgendunst. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen.

Der indische Großmogul Shah Jahan (Prinz Khurram (pers. blühend) Shah Jahan (pers. König der Welt) (geboren: 15. Januar 1592 gestorben: 22. Januar 1666)) hat es von 1631 bis 1648 für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal erbaut, die bei der Geburt ihres 14. Kindes starb. Eine im Kindbett verstorbene Frau wurde im Islam immer sehr verehrt.

Um den "zu Stein gewordenen Seufzer" zu verwirklichen, wurden die geschicktesten Handwerker aufgeboten. Sie schufen das Mausoleum mit seinen 22 Kuppeln, mit den 40m hohen Minaretten an den vier Ecken der Umfassungsmauer. Im Zentralbau fanden Mumtaz Mahal und später auch ihr Gemahl Sha Jahan ihre gemeinsame Ruhestätte.

Mit dem Selbstauslöser gelingen mir einige schöne Bilder. Belichtungszeit 1/6.

Taj Mahal

Taj Mahal
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Schön ist, dass wir noch fast alleine in dieser unglaublich großen Anlage sind. Langsam steigt die Sonne und das Licht wird besser. Wir wandern zum eigentlichen Grabmal. Es ist unglaublich groß. Und trotzdem: Es ist ein Grab. Aber ein Prachtvolles.

Zum Betreten des eigentlichen Grabmales muß man die Schuhe ausziehen oder Überschuhe drüberziehen. Wir entscheiden uns für Überschuhe. Nicht um den Marmor zu schonen sondern aus Respekt. So die Aufklärung für diese Maßnahme. Also nicht ganz dasselbe wie bei uns wo es um das schonen des Parketts geht.

Im Inneren ist striktes Fotografierverbot. Der gesamte Koran ist an den Wänden abgebildet. Die Akustik ist im Inneren sensationell. So eine Art Echo. Der Führer im Grabmal rezitiert leise ein Sure aus dem Koran, gerne hätte ich das in der akustischen Umgebung lauter gehört.

Unseren Rückweg vom Grabmal zum Treffpunkt wählen wir über einen etwas abseits liegenden Weg durch den großen Park. Der 18 Hektar große Garten mit seinen Zypressen und Teichen ist eine Vision des göttlichen Paradieses auf Erden. Dort ist es noch ruhig, denn auf dem Hauptweg ist inzwischen "die Hölle" los. Menschenmassen ! Im Garten sind lustige Streifenhörnchen, Sittiche und auch andere Vögel.

Eigentlich wollten wir um 07:00 Uhr gehen, dann heißt es 07:10, aber einige kommen doch noch später. Pünktlichkeit ? Hmmm ?

Nach kurzer Fahrt mit dem Bus kommen wir zum Bahnhof. Die üblichen Händler. Der Zug hat 40 Minuten Verspätung. Inzwischen haben die Händler auch aufgegeben. Der Zug kommt endlich an. Hektisches Einsteigen. Unser großer Rollkoffer ist absolut ungeeignet für solche Aktionen. Er ist einfach zu unhandlich. Kaum sitzen wir, rollt der Zug schon an. Von der Ausstattung absolut zweckmäßig. Mal von der unnützen Musikbeschallung abgesehen. Wir haben Glück, denn unser Gepäck ist ordentlich verstaut. Ich mache mir meine Ohrenstöpsel ins Ohr. Dann geht's. Auf Dauer ist es dann doch nix und ich packe die Dinger wieder ein. Wir bekommen heißes Wasser, Tee und Kekse hier in der ersten Klasse.

Die Landschaft zum Teil ist durch Erosion zu "Badlands" geworden. Ansonsten ist sie fast ausschließlich durch Landwirtschaft geprägt.

Nach den veranschlagten 3 Stunden kommen wir in Jhansi an. Schnell aussteigen. Der örtliche Ansprechpartner ist auch schon da. Es geht mit dem Gepäck quer über den Bahnhofsvorplatz durch den Verkehr zum Bus. Nach ein bisschen hin und her ist alles eingeladen und es geht los nach Orchha. Dort angekommen besichtigen wir 2 Mogul-Paläste. Raja Mahal und Jahangir Mahal.

Orchha - Raja Mahal und Jahangir Mahal

Orchha - Raja Mahal und Jahangir Mahal
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Diese sind nicht so gut erhalten, wie diejenigen die wir bisher angeschaut haben. Aber einige Fresken sind phantastisch.

Und die Geier. 3 Arten sind zu sehen. Unter anderem Schmutzgeier.

Mittags gehen wir in ein Restaurant am Fluß. Essen im Freien. Es gibt so eine Art Buffet. Eva kann Hunde füttern. Das Essen ist reichlich, aber nicht so richtig nach meinem Geschmack. Einige verzichten ganz auf das Essen und schauen sich lieber um.

Dann geht es weiter. Über die schlechtesten Strassen die wie bisher hatten. So ca. 4-5 Stunden sind wir unterwegs. In Chetrapur hat der Bus eine Panne - ein Kabelschaden vorne rechts im Radkasten. Im dunkeln versuchen der Fahrer und sein Assistent den Schaden zu beheben. Nach einer Weilen geht es wieder weiter.

Nach ein paar Viertelstunden geht es weiter und wir kommen zwischen 20:00 und 20:30 im Hotel Usha Bundela Khajuraho an.

Abendessen im Hotelrestaurant. Das Essen ist das geschmacklich schlechteste bisher auf dieser Reise. Gegen Ende der Reise steht fest war definitiv das schlechteste Essen der ganzen Reise. Udo zahlt das Essen mit seiner Kreditkarte und wir geben Ihm dafür unseren Anteil in Bargeld. Die Berechnungsprozedur ist phänomenal. Einfach Klasse.



Sonntag, 7. November 2004 - 8.Tag:

Nach dem Besuch der Tempelanlage von Khajuraho gelangen wir zum ersten Tiger-Reservat unserer Reise in Bandhavgarh. Mit geländegängigen Fahrzeugen gehen wir auf spannende Pirschfahrt.

06:00 Uhr weckt uns unser Reisewecker. Eva geht schon mal ins Bad. Ich bleibe noch ein bisschen liegen. Uups, fast vertrödelt. Um 07:00 Uhr soll es Frühstück geben. Es geht erst um 07:15 Uhr los. Prima, Glück gehabt. Es gibt eine Mischung aus Britisch und American Breakfast. Was für mich halt. Eva ist weniger begeistert.

Auschecken, Gepäck in den Bus einladen, einsteigen und nach ein paar Minuten sind wir an den Monumenten - den Hindu-Tempeln - von Khajuraho

Die Bauwerke sind zwischen 950 und 1050 errichtet worden. Von den ehemals 85 Tempeln, die vor 1000 Jahren gebaut wurden, sind heute nur noch 25 erhalten. Unglaublich detailliert ausgeschmückt.

Jeder Tempel wurde nach festgelegten Regeln gebaut und dabei dem Aufbau des menschlichen Körpers nachempfunden. Das Fundament eines Tempels stellt die Beine dar. Es steht auf einem festen Block aus Mauerwerk. Die kleineren Türme, beginnend vom kleinsten über der Eingangshalle, erheben sich in einer Ost - West Achse angeordnet bis hinauf zum höchsten Turm, dem Kopf des Tempels, dem Shikara. Jeder Turm endet in einer Einschnürung, auf der eine Scheibe liegt. Darauf steht Kalash, ein Topf, der den Nektar der Unsterblichkeit symbolisiert. Der Shikara liegt direkt über der Leibkammer, dem Sanktum innerhalb des Tempels. Er wird mit dem Berg Kailash verglichen, dem mythischen Wohnsitz des Gottes Shiva im Himalaja.

Der Kandariya Mahadewa Tempel ist Khajurahos größter Tempel. Sein Hauptturm ist 31 Meter hoch, er ist Gott Shiva geweiht.

An den Außenwänden des Lakshama Tempels, der Gott Vishnu, dem Erhalter und Erretter gewidmet ist, werden in schönsten Skulpturen Geschichten von Göttern und Menschen erzählt: Ganesha, der Elefantenköpfige ist der populärste Gott. Er soll bei Problemen aller Art helfen, ob Hausbau oder Reise, oder beim Schreiben eines Briefes. Gut gelaunt und mit dickem Bauch voller Süßigkeiten sitzt er inmitten seiner Anhänger, die für ihn singen und tanzen.

Unser Local Guide spricht ausgezeichnet Deutsch mit ein bisschen Witz in seinen Ausführungen. Figuren, Götter, erotische Darstellungen - mir reicht's es mit "Trümmern". Obwohl - die Ruhe und Ausstrahlung dieser Anlage ist toll - bis sie von anderen Touristen übervölkert wird.

Warum genau die Tempel von Khajuraho errichtet wurden, weiß man nicht.

Ein Tempel der Tempelanlage von Khajuraho

Ein Tempel der Tempelanlage von Khajuraho
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Nach einer haben Stunde Pause in einem kleinen Lokal gehen wir zum Bus zurück. Es fehlt eine Reiseteilnehmerin. Peter und Manoj gehen auf die Suche. Das erstemal ist Peter spürbar sauer. Missverständnis - so lautet die abschließende Erklärung. Ich sehe das anders: Es fehlt bei dem einen oder anderen die Anpassung, der ansonsten Individualreisenden, an eine Gruppenreise.

Nun geht's es aber doch noch los mit dem Bus. Nach einer ganzen Weile halten wir in einer Ortschaft im Nichts um Verpflegung und Getränke zu beschaffen. Die Straßen bestehen eigentlich nur aus tiefen, großen Schlaglöchern. Etwas später halten wir wieder auf freier Strecke fürs "Bisln". Wenig später ein Stop in einem Hotel, um in einer Viertelstunde was zu trinken und nochmal die Toilette aufzusuchen. Eine Steigerung, was schlechte Strassen anbelangt ist möglich ! An einer Strassenbaustelle ist zu sehen, wie hier Strassenbau betrieben wird - schwerste Frauenarbeit und kaum Technik.

In Satna machen wir eine Pause in einem anderen Hotel. Nun werden die Strassen wesentlich besser. - Und dann wieder schlechter.

Um circa 19:30, es ist inzwischen stockdunkel, sehen wir das erste mal ein Hinweisschild zu unserem Hotel. Das Royal Tiger Resort. Um 19:45 sind wir dann da. Mitten im Nichts, aber in der Nähe der Tiger. Im Dunkeln nehmen wir ein mit Stacheln bewehrtes Tor war.

Das Tor zum Royal Tiger Resort mit Wache

Das Tor zum Royal Tiger Resort mit Wache

Auf einem verschlungenen Weg laufen wir zu einem Pavillon. Dort bekommen wir keinen Schlüssel - wir übernachten in Zelten. Der erste Kommentar von Eva: "Ich schlafe im Bus". Nach dem Bewältigen des ersten Schreckens ist es für mich gar nicht so schlimm. Um 20:30 treffen wir uns im Hotelrestaurant. Eva Laune kann ich aktuell nicht so richtig einschätzen.

Unser Zelt in der Nacht

Unser Zelt Nummer 6 in der Nacht

Evas Laune ist unbeschreiblich mies. Das erste mal ein Zelt, evtl. ein uninteressantes Frühstück und mein Dreieckstuch wird nicht gleich gefunden. Ich bekomme gesagt: "Du nervst". Was habe ich denn bisher so alles hingenommen ? Essen was mir nicht schmeckt und scheinbar auf Dauer nicht vertrage, Trümmer ansehen ohne Ende, unübersehbares Menschengewimmel.

Aber... wir sind da. Im Tigerland. Mehrfach hat uns Peter und auch die indischen Guides darauf aufmerksam gemacht, daß es hier auch noch viele andere seltene Tiere zu sehen gibt. Alle sind aber versessen darauf, unbedingt den König des Dschungels sehen zu wollen.

Und eine wirklich große Chance einen freien Tiger zu sehen.

Trotzdem - ich bin total abgenervt, wenn die Chance bestünde, würde ich am liebsten sofort nach Hause fliegen.

Beim Abendessen erklärt Peter was morgen früh so alles auf uns zu kommt:



Montag, 8. November 2004 - 9.Tag:

Ganztägige Pirschfahrt auf den Spuren der Königstiger in Bandhavgarh.

04:30 der Wecker bimmelt. Ich habe nicht eine Minute geschlafen ! Es war dauernd ein Trommeln zu hören - die ganze Nacht lang. meinen Augen brennen wie die Hölle. Mir ist saukalt. Wen ich das gewußt hätte ! Eine Penntüte wäre besser gewesen oder wir hätten diese Reise nicht gebucht. Zeltübernachtung wollten wir ja eigentlich auf keinen Fall.

Katzenwäsche. Den Weckdienst des Hotels habe ich nicht wahrgenommen. Durchfall - Magengrummeln - kleines leichtes Frühstück - Ein extra "Toilett Roll" fürs Zelt bestellt - Toast, Tee, Rührei, Banane, Immodium. Alles angezogen was ich an Klamotten mit habe. Dann zu den offenen Jeeps. Warten am Main Gate. Fahrt durch den Park bis etwa 08:00 Uhr, dann Warten am Sammelpunkt auf eine Tigersichtung. Es wurde einer gesehen ! Je drei Fahrzeuge dürfen hin wird uns erklärt. Wir sind noch nicht dran. Gesehen haben wir bisher Sambar- und Axis-Hirsche (Englisch: Spotted Deer), Wildschweine, Hanumann-Languren und...Tigerspuren im Staub auf dem Weg. Die Tatzenabdrücke sind beeindruckend groß.

Spuren im Staub...

Spuren im Staub...

Warten - Dann geht es los. - Das mit den drei Fahrzeugen wird nicht so genau genommen. Ein halbes bis ein Dutzend Fahrzeuge sammeln sich in der Nähe einer vermeintlichen Sichtung einer Tigerin. Drei Elefanten sind als Reittiere auch da. Ein mächtiges Tohuwabohu. Bei dem Lärm soll wirklich eine Tigerin zu sehen sein ? (Wenn die Tigerin clever is', geht sie stiften.) Wir bekommen sie jedenfalls nicht zu sehen.

Lange auf den Wald starren und warten, daß die königliche Hoheit sich zeigt. Doch das Mädel ist zickig und zeigt sich nicht. Ich glaube dass sie uns bestimmt gesehen hat.

Um 11:30 verlassen wir das Reservat. - Mittagspause - 'ne Kleinigkeit essen - Reis - Sauce - eine Immodium. - Ich werde das Magengrummeln einfach nicht los. Um 14:30 geht es wieder los - noch ein Versuch, der um 17:30 auch leider erfolglos endet.

Wir haben keinen Tiger gesehen. Mutter Natur ist der Meinung uns das Vergnügen nicht zu machen. Eigentlich kein Wunder bei den vielen Autos und Menschen. Alles ist komplett eingestaubt. Das feine Puder ist überall. Erst mal vor dem Zelt die Taschen, Rucksäcke und Klamotten abbürsten. Die Schuhreinigungsbürste leistet hier sehr gute Dienste. Anschließend die Fotoapparate und das Fernglas mit dem Pinsel für optische Geräte säubern. Um 18:45 geht das Tagesprogramm irgendwie weiter...

Ich muß auch noch irgendwie duschen, Eva hat das schon erledigt und ist den Staub los. Im Meeting Room gibt es Kekse und Tee, dazu ein Video zu diesem Park. Danach geht es zum Abendessen Ist nicht nach meinem Geschmack, ich esse nur Reis und Naan. Dazu einen "Fresh Lime Soda". Nach dem Essen verabschieden wir uns zeitig um für die Abreise morgen zu packen und damit ich endlich duschen kann. Ich glaube ich habe mir die Blase erkältet, ich muß laufend aufs Klo.



Dienstag, 9. November 2004 - 10.Tag:

Nach längerer Fahrt erreichen wir ein weiteres Tiger-Reservat in Kanha. Ausgedehnte Pirschfahrten bringen uns den majestätischen Wildkatzen so nahe wie möglich.

Diese Nacht habe ich etwas geschlafen. Heute nacht hatte Eva ein kleinen Besucher im Bett. Irgendein Tierchen ist ihr über die Haare gelaufen. "Irgendwas mit Füssen und knisterich, aber kein Insekt", meint Eva. Der Morgen beginnt mit Krähengekreisch, ein anderer typischer Dschungelvogel ruft und die Hanuman-Languren rufen auch noch dazu.

Mir ist kalt - Saukalt. Nun aber ab in Bad. Erst mal "hinsetzen", plötzlich Stromausfall - alles dunkel. Dann halt erst was anderes erledigen. Mein Magen- und Darmtrakt scheint sich etwas beruhigt zu haben. Hoffentlich. Heute stehen uns so circa 7 bis 8 Stunden Busfahrt bevor.

Das erste oder zweite mal in meinem Leben habe ich so richtig Heimweh ! Ich will einfach nur nach hause.

Nachdem der Bus schon eine kleine Weile unterwegs ist - Schreck - Eva findet ihre Brille nicht. Der Bus wendet auf der Strasse. Ein paar Minuten später findet Eva ihre Brille doch, sie war unter den Sitz gefallen. Eva lacht, ich möchte am liebsten unsichtbar sein, weil ich das als so peinlich empfinde. Der Bus wendet nochmal auf der Hauptstrasse.

eine Bundesstrasse besserer Qualität...

eine Bundesstrasse besserer Qualität...

So gegen 13:00 machen wir Mittagspause in einem Teakwald am Rand der Strasse. Es gibt Lunchpakete aus unserem letzten Hotel - eine Überlebensration von der Bundeswehr wär mir persönlich lieber. Ich habe Kopfschmerzen, leichten Schwindel und weiche Knie. Hoffentlich geht das bald wieder.

Um 16:00 Uhr kommen wir im Hotel Tuli Tiger Resort an. Endlich mal früh im Hotel, Zeit für sich und keine Hatz.



Mittwoch 10. November 2004 - 11. Tag:

04:20 Wecken. Heute ist die letzte Möglichkeit einen Tiger in freier Wildbahn sehen zu können. Nach dem Wecken schnell ein bisschen Wasser ins Gesicht und in die Klamotten springen. Wir ziehen so ziemlich alles an was wir an Klamotten dabei haben. Wir sind in Indien und es ist saukalt. Wir fahren in offenen Jeeps los. Nach etwa 15 Minuten sind wir an der äußeren Grenze des Reservates. nach einem kurzen weiteren Stück an der inneren Grenze. Wir sind in der Schlange der Wartenden vor dem Reservat ganz vorne.

Dann geht's los. Nach kurzer Zeit sehen wir einen Gaur-Bullen - was ganz besonderes, denn dieses asiatische Wildrind ist sehr selten und die Bullen noch schwieriger zu sichten, da es Einzelgänger sind und meist tief im Unterholz bleiben. Diese Tiere haben eine Schulterhöhe von etwa 2 Metern und wiegen so zwischen 1000 und 1200 Kilogramm. Es ist das größte Wildrind der Welt. Leider ist es noch zu Dunkel um zu Fotografieren.

Ein wenig weiter gibt es Barasinghas (Lat.: Cervus duvauceli branderi) zu sehen. Auch sehr selten. Es gibt nur noch 300 von diesen Tieren, zumindest in diesem Reservat.

Barasingas in einer typischen Szene

Barasingas in einer typischen Szene

Dann jede Menge Vögel, Sambar-Hirsche, Axis-Hirsche und Hanumann-Languren.

Axis-Hirsch - ca. 2-3 Meter vom Jeep weg

Axis-Hirschkuh - ca. 2-3 Meter vom Jeep weg

Nach 1 bis 2 Stunden fahren wir zu einem Camp mit Naturkundemuseum. Peter zählt 37 Fahrzeuge. Na, ob das heute was wird mit dem Tiger ? Nun gibt es ein "Feldfrühstück" auf der Motorhaube unseres Jeeps. Im übrigen ein Lizenznachbau eines bekannten japanischen Autoherstellers. Hart gekochte Eier, Tee, Weißbrot mit Käse. Ruckzuck sind die Krähen da und wittern Beute. Nach dem Frühstück besichtigen wir das Naturkundemuseum. Naja. Wir kürzen das Warten ab und fahren noch eine Runde durch das Reservat.

Typische Landschaft des Reservates

Typische Landschaft des Reservates

Das Reservat ist circa 2000 Quadratkilometer groß. Peter fragt bei einem Stop, wer einen "Elefant-Ride" mitmachen will. Wir wollen. Wenigstens mit einem Elefanten durch den Wald reiten. Von offenen Auto aus klettern wir auf den Elefanten. Und dann geht's etwa 75 Meter in den Busch.

Da liegt er !

Es ist nicht zu fassen. Ungefähr 3 bis 5 Meter weg von uns liegt der König des Dschungels - Shir Khan. Der Name passt sogar, denn es ist ein Kater und ausgerechnet in dieser Gegend hier spielt das Dschungelbuch von Rudyard Kipling.

Das einzige zwischen uns und dem Tiger, ist der Elefant und die Eisenstange des Sitzes auf dem Elefanten.

Bargh - Seine Majestät - Der Herr des Dschungels

Bargh - Seine Majestät - Der Herr des Dschungels
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Seine Hoheit zeigt sich von der gnädigsten Seite und läßt uns ausgiebig schauen und fotografieren. Nach dem ersten Bild mit Evas Kamera gibt diese den Geist auf und ist nicht mehr dazu zu bewegen, ein weiteres Bild zu machen. Da mach ich halt ein paar mehr und mache Serienbilder. So viele wie es nur geht. Vermutlich habe ich 120 einzelne Aufnahmen von dem schönen Tier gemacht. Wir sind glücklich diese Gelegenheit zu bekommen. Nun gehören wir zu den wenigen Europäern die einen freien Tiger gesehen haben. Wir bleiben sehr lange bei seiner Majestät. Dann aber geht es doch zurück zum Jeep und wir klettern vom Elefanten hinunter ins Auto. Wir hatten das Glück auf dem Elefanten zu sitzen den der "Ober-Mahout" führt. Deshalb konnten wir extra lange bei dem Tiger bleiben. Unsere Wickingerfreunde vermuten, wir hätten den Mahout bestochen. Haben wir aber nicht !

Unser Reittier mit Führer

Unser Reittier mit Führer

Wir können es noch nicht richtig fassen. Wir haben ihn gesehen !

Der Jeep fährt langsam weiter und wir können kurz vor dem Verlassen des Reservates noch einen Rothund-Rüden sichten. Auch was außergewöhnlich seltenes, aber so richtig würdigen können wir diese Sichtung nach dem Tiger nicht. Eigentlich schade. Diese Tierart hatten wir schon im Zoo von Münster kennen gelernt.

Am Abend geht es mir mit Kopfschmerzen und Durchfall sehr schlecht. Ich nehme nicht am Abendessen teil und verpasse eine Folklorevorstellung eines örtlichen Stammes. Diese Volksgruppe wurde aus dem Reservat "umgesiedelt". Ein Boy bringt mir was zu essen aufs Zimmer. Es ist reichlich. Ich schaffe es nur ein paar Bananen zu essen. In der Nacht höre ich auf meine Toilettengänge und die Anzahl der Immodium-Kapseln die ich zu mir nehme, zu zählen. Ich will eigentlich nur noch heim.



Donnerstag, 11. November 2004 - 12.Tag:

Wir verlassen das Gebiet der Königstiger und erreichen die Bezirkshauptstadt Raipur.

Mir geht's heute richtig schlecht. Der Durchfall macht mir zu schaffen und ich habe eine heftigen Migräneanfall. Zu allem scheinbaren Übel ist auch noch unser Bus kaputt. Wir müssen umsteigen auf geschlossene Geländewagen. Eva und ich steigen zusammen mit Peter und dem meisten Gepäck in den ersten Wagen ein. Wir fahren mitten durch den Wald auf abgelegenen sehr staubigen Feldwegen. Wo geht das bloß hin ? Zum Glück sitzen wir in dem Auto das an der Spitze des Konvois fährt.

Nach 2 Stunden wird der Weg besser und wir besuchen den Palace Kawardha der zum Hotel umgebaut ist. Dort lernen wir den Sohn des Maharadschas und dessen Stammhalter (6 Monate alt) kennen. Ursprünglich sollten wir Tee und Kekse bekommen, aber der Herr des Hauses lädt uns zum Lunch ein. Es gibt indische "Hausmannskost". Eva berichtet dass es sehr lecker ist. Ich nehme nichts zu mir. Irgendwie komme ich mit dem Hausherrn ins Gespräch und er zeigt mir die historischen Waffen des Hauses. Unter anderem Speere, Kriegsäxte, Schwerter und eine Kriegskeule. Der Aufenthalt in diesem Palast hat mir richtig gut getan. Meine Kopfschmerzen sind erträglicher geworden. Aufbruch nach Raipur.

Nach einigen Stunden erreichen wir Raipur, Hauptstadt des neueren Bundesstaat Chandisgar. Eine reine Industriestadt. Nichts zu besichtigen, außer Eisen- oder Aluminiumhütten. Die Luft ist stark verschmutzt. Filteranlagen gibt es nicht.

Im Zentrum von Raipur liegt unser Hotel. Das beste am Platz. Ein Business-Hotel soll es sein. Zum Abendessen nehme ich eine klare Hühnersuppe um anschließend meine Malariapille zu nehmen. Dann ziehe ich mich auch schon zurück. Schlafen.



Freitag, 12. November 2004 - 13.Tag:

Wir besichtigen Raipur und erreichen nach längerer Fahrt Jagdalpur. Ein Tagesausflug führt uns in eines der kulturell beeindruckendsten Stammesgebiete Indiens: Bastar. In dieser unter Reisenden noch immer als Geheimtipp geltenden Region begegnen wir den im starken Gegensatz zur hinduistischen Welt lebenden Bewohnern in ihren Dörfern und auf ihren lokalen Märkten.

Mit geht es deutlich besser. Die Kopfschmerzen scheinen weg zu sein. Hoffentlich hat das ein Ende. Wir fahren auf, für indische Verhältnisse, erstklassigen Strassen Richtung Jagdalpur. Das Klima wird deutlich wärmer und feuchter. Die Gegend ist fast ausschließlich Landwirtschaftlich geprägt.

Gegen 12:00 Uhr haben mich die Kopfschmerzen wieder eingeholt. Der Besuch in einem kleinen Palast erweist sich als Flop. Dort ist nichts vorbereitet, nicht mal ein Toilettengang ist möglich.

Irgendwo auf freier Strecke, in der Nähe eines Dorfes, an einer Abzweigung von der Hauptstrasse halten wir für eine "Pinkelpause" an. An einer ganz netten Stelle machen wir so gegen 14:00 Uhr Picknick. Mein Hunger ist stärker als die Angst vor Durchfall und ich esse etwas. Eva füttert Ameisen mit Bananenstückchen und Ei. Ganz schön große Ameisen. Nach ungefähr einer Dreiviertelstunde Pause, die mir ganz gut getan hat, geht es weiter.

Der nächste Stop ist auf einer großen Brücke, hier soll in der Abendsonne die Stimmung toll sein. Am Ufer des Flusses befinden sich einige Begräbnisstätten von Muslimen. Ich finde die Aussicht insgesamt nicht so aufregend. Naja.

Es geht weiter und nach einem kurzen Stück sind wir in Jagdalpur und können uns Holzhandwerkskunst ansehen. Von Tieren, über Götter bis hin zu mit Schnitzereien geschmückten Bettgestellen ist alles vertreten. Alles in allem ist nichts für Eva und mich dabei. Ich setze mich in den Jeep und warte wie es weiter geht. Die Zeit nutze ich zum Reisetagebuch schreiben. Nach ein paar Zeilen fahren wir in das Hotel "Rainbow". Peter meint: "Außen Pfui und innen Hui". Nach dem einchecken sind Eva und ich der Meinung: "Außen Hui und innen Pfui". Allseits ist Frust zu spüren.



Samstag, 13. November 2004 - 14. Tag:

Am Morgen fahren wir so gegen 08:15 Uhr zu den Tirathgarh Wasserfällen. Diese sind etwa 35 Kilometer südwestlich von Jagtalpur entfernt. An der Einfahrt zum Kanger Valley National Park, dort befinden sich diese Wasserfälle, hat einer der Jeeps eine Reifenpanne. In Null komma nix haben die Fahrer alle zusammen den Reifen gewechselt und es geht nach ein wenig Palaver weiter.

Nach weiteren 45 Minuten Fahrt sind wir an den Wasserfällen. Hier stürzt der Kanger-Fluß über Felsen ungefähr 100 Meter in die Tiefe. Es ist traumhaft hier. Wir sind die einzigen Touristen vor Ort und haben die Wasserfälle für uns alleine. Wir laufen durch Wasser, an der Abrißkante entlang, über die Felsen.

Tirithgarth Waterfalls - Blick von oben ins Tal des Kanger River

Tirithgarth Waterfalls - Blick von oben ins Tal des Kanger River
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An jedem Felsen eine andere tolle Aussicht auf die Wasserfälle. Eva entdeckt in einigen Tümpeln kleine Frösche. Einfach tolle Ausblicke auf die stürzende Wasser. Das macht einen großen Teil meiner Strapazen wieder wett. Ich bin fast zu Tränen gerührt, so beeindruckt bin ich.

Auf dem Weg zum Abstieg in das Tal des Wasserfalls kommt ein Rhesusaffenmännchen und versucht bei Sandra was aus dem Rucksack zu erbeuten. Der Kerl ist ganz schön frech. Es Bedarf eines Klatschens und eines lauten Knurrens von mir, um ihm zu zeigen, wer hier was zu sagen hat. Oder hat es geholfen ihm mein Messer zu zeigen ? ;-)

Auf dem Weg nach unten bietet sich nach jeder Biegung des Weges einen neue atemberaubende Aussicht. Auf halber Höhe hat ein heiliger Mann seinen Tempel. Aus Respekt fotografiere ich ihn nicht. Bis wir unten angekommen sind laufen wir mehrfach durch Wasser.

Tirithgarth Waterfalls - Ein Blick von unten

Tirithgarth Waterfalls - Ein Blick von unten

Am Fuß des Wasserfalls geht Eva zu den herabstürzenden Wassern. Das möchte ich auch ! Und das erste mal in meinem Leben stehe ich HINTER einem Wasserfall. Irres Gefühl. Wind - Gischt - warmes Wasser - Toll einfach ! Zurück bei Eva stelle ich fest, daß die Gischt mich ganz gut "befeuchtet" hat. In der warmen Umgebung hier wird das sicher schnell trocknen.

Leider vergeht die Zeit schneller als erwartet und nach einer Weile müssen wir den Rückweg zu den Jeeps antreten. Ich komme nur langsam bergauf voran. Der Dauerdurchfall fordert seinen Kräftetribut bei mir.

Gegen 13:00 Uhr sind wir wieder im Hotel und essen zu Mittag. Ich traue mich etwas zu essen. Um 15:00 Uhr geht es weiter.

Bisher haben wir auf dieser Reise etwa 2000 Kilometer zurückgelegt. Egal wo wir waren, fast überall ist die Gegend landwirtschaftlich geprägt.

Wir fahren gegen 15:00 Uhr los. Es geht für circa 38 Kilometer Richtung Westen über Land. Dann erreichen wir nach etwa einer Stunde Fahrt die anderen Wasserfälle. Der Fluß der hier über die Chitrakote Wasserfälle hinunterstürzt, heisst Intravati. Der Wasserfall ist interessant , aber nicht so nett wie der von heute morgen.

Chitrakote Waterfall

Chitrakote Waterfall
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Der Wasserfall erinnert in seiner Form an ein Hufeisen. Wohl deshalb wird er von den Indern häufig mit den Niagara Fällen verglichen. Das Wasser stürzt etwa 30 Meter in die Tiefe. Derzeit ist Trockenzeit hier. Wenn Monsun ist, denke ich, kann man nicht so nahe an den Wasserfall ran und im Flußbett spazieren gehen.

Gegen 17:00 Uhr erwarten wir den Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang am Chitrakote Waterfall

Sonnenuntergang am Chitrakote Waterfall

Leider ist das Licht nicht so schön um den Wasserfall zu knipsen und um 17:45 fahren wir zurück zum Hotel. Zurück im Hotel haben wir bis 20:00 Uhr Zeit für ausgiebige Körperpflege und Packen für unsere Weiterreise morgen. Irgendwie gewöhnen wir uns an kaltes Wasser zum Duschen. Erfrischt. *grins*

Morgen wird es eine lange Eisenbahnfahrt auf ein Hochplateau geben. Danach soll es mit einem Bus weitergehen. Die bequemen Jeeps bleiben leider in Jagdalpur zurück.

Eva meint, daß sie heute nicht alt wird. Der Tag an der frischen Luft und das herumwandern an den Wasserfällen hat angenehm Müde gemacht. Hoffentlich lassen uns die Feiernden des Divali-Festes (Lichter-Fest) heute nacht etwas mehr Ruhe. Das wird so ähnlich gefeiert wie bei uns Sylvester. Krach und Böller sollen böse Geister vertreiben. Und es wird viel geknallt. Die armen Tiere. Obwohl die Rindviecher und Wasserbüffel haben die Ruhe weg. Da legt sich schon mal einen kleine Herde auf der Strasse zur Nachtruhe ab.

Nach dem Abendessen im Hotel gehen wir zeitig zu Bett.



Sonntag, 14. November 2004 - 15.Tag:

Mit dem Zug geht es durch eine nahezu unberührte, grüne Berglandschaft ins Arkku Tal, wo wir die reizvolle Umgebung unserer Unterkunft erwandern.

Abreise, wir bekommen alle von Hotel eine Broschüre der Region geschenkt. Viele von uns tragen sich in das Gästebuch des Hotels ein. Heute verlassen wir Jagtalpur. Eva und ich haben fast ausgeschlafen und sind ausgeruht. Die kalte Dusche am Morgen erfrischt. Das warme Wasser im Bad kommt nicht aus der Duschkopf, sondern nur aus einem Wasserhahn in Hüfthöhe.

Nun sind 2/3 der Reise vorüber. Peter meint der Rest der Reise geht ruhiger vonstatten. Er berichtet, daß diese Reise einer der anstregensten des Reiseveranstalters sei (...und er diese maximal einmal pro Jahr durchführen würde.).

Pünktlich geht's los zum Bahnhof. Der ist etwa 15 Kilometer von Jagtalpur entfernt. Wie wir am Bahnhof ankommen erleben wir eine Tanz-Vorführung eines örtlichen Stammes der Bastar-Region. - Menschenauflauf.

Eine Hundemama mit 4 Welpen ist auch da. Die Mama ist ganz abgemagert und bekommt ein paar Kekse von uns zu futtern.

Diesmal keine Strassenhändler weit und breit - sehr angenehm.

Der Zug kommt 20 Minuten zu spät. Hektische Betriebsamkeit. Verstauen des Gepäckes. Die Fahrer der Jeeps helfen beim Einladen und Verstauen. Wir sitzen und unser Gepäck ist verstaut. Fensterplatz. Offene Fenster mit Gittern. Es ist unbeschreiblich. Wir reisen in einem sogeannten "Sleeping-Car", eine Art Schlaf- oder Liegewagen. Nur ein Foto könnte dies tun. Ich traue mich nicht eines zu machen, da z.B. Züge und Brücken nicht fotografiert werden dürfen. Es geht gemütlich voran. Ich schätze so mit 40 bis 60 Stundenkilometern. Langsamer als mit der U-Bahn in München. Etwa 2 Stunden vor Ende der Fahrt bekomme ich einen Magenkrampf. Ich muß in diesem Zug auf die Toilette. Die mit den Tritten und zum Festhalten. Horror für mich.

Nach dem Gang zu diesem Örtchen im Zug geht es mir nach einer Weile wieder besser. Vermutlich waren die Lunchpakete doch nicht so gut für mich. Zwar habe ich nicht viel davon gegessen, aber 3 hartgekochte Eier und 4 kleine Bananen waren wohl doch so nicht das Wahre für meinen Magen.

Nur 500 Meter vor den Bahnhof bleibt der Zug noch einmal außerplanmässig stehen. Was ist nun schon wieder los ? Unterwegs sind wir an 2 oder 3 Stellen vorbeigekommen, an denen es Eisenbahnunglücke gegeben haben muß. Viele offene Güterwaggons lagen dort unmittelbar neben der Strecke.

Am Bahnhof erwartet uns nicht der angekündigte Bus, sondern PKW's. Unser aller Gepäck soll zum Teil ungesichert auf den Dachgepäckträgern transportiert werden. Eva protestiert massiv und ein weiteres Fahrzeug kommt hinzu. Wir laden unser Gepäck ein und nach wenigen Minuten Fahrt kommen wir im Hotel an. Das bisher am schlechtesten organisierte auf dieser Reise. Nach einigen hin und her sind wir mit unserem Gepäck auf dem Zimmer. Es fehlt an Handtüchern und Bettlaken. Es ist einfach zum K... Im Reiseprogramm steht für heute eine Wanderung an. Das geht aus meiner Sicht nicht. Die heutige Weg/Zeit-Berechnung passt dafür hinten und vorne nicht. Eva und ich finden, dieser Zwischenstop sollte zumindest anders geplant oder noch besser zugunsten anderer Reiseziele ausgelassen werden.

Wir verzichten auf den Abendspaziergang und sehen erst mal zu die fehlenden Untensilien fürs Zimmer zu besorgen. Anschließend wolen wir den Swimmingpool aufzusuchen. Mal sehen ob das klappt.

Um 19:00 Uhr soll es Abendessen geben. Ich bin gespannt was hier noch so alles passiert. Es kommt und kommt keiner um die fehlenden Sachen zu bringen. Vom Service her ist dieses Hotel "Valley Resort" in Arkku aus meiner Sicht eine einzige Katastrophe. Wie Peter berichtet ist es eine staatliche Einrichtung. Hört, hört !

19:00 Uhr - Abendessen. Der Speisesaal ist von indischen Gästen, Schulklassen eines Colleges, übervölkert. Wir müssen in der Bar zu abend essen. Es gibt Buffet. Nachdem wir gegessen haben, kommt auch Manoj dazu sich etwas zu nehmen. Er will sich alleine an einen Tisch setzen. Ich bitte ihn zu uns an den Tisch und wir plaudern beim Essen über alles Mögliche. Wie er nach Hause reist (mit dem Zug nach Dehli - 40 Stunden Fahrzeit.), über Motorradfahren im Himalaja, über Bergtouren, über meine Eindrücke in Indien usw. und alles auf Englisch.

Irgendwann an diesem Abend gibt es eine Folklorevorführung eines Stammes aus dieser Region. Die Damen dieser Volksgruppe tragen Nasenringe. Ein Spektakel für die Inder. Wir würden die Vorführung lieber in Originalbesetzung sehen, aber die indischen Mädels machen mit und haben ihren Spaß. Einige von uns stört's. Nach dem Ende der Vorführung zahlen Eva und ich in der Bar noch unsere Getränke und gehen zu Bett.

Nachdem die Lichter aus sind, fällt mir ein, daß ich meine Malariapille vergessen habe zu nehmen, also nochmal raus. Das zweite mal Licht aus. Wenig später klingelts. Ein Boy bringt das noch immer vermisste zweite Bettlaken. Also nochmal raus und Bett umbauen. Endlich gegen 22:45 ist Ruhe.



Montag, 15. November 2004 - 16.Tag:

Auf unserer Fahrt nach Visakhapatnam verlassen wir das Bergland und erreichen erstmalig den Indischen Ozean.

Um 05:30 bimmelt der Reisewecker. Um 07:00 geht eine kleine Wanderung noch vor dem Frühstück los. Anschließend gibt es Frühstück.

Spaziergang im Morgendunst

Spaziergang im Morgendunst

Heute soll es mit dem Bus bis ans Meer gehen. Meer ! Indischer Ozean. Ich freu' mich drauf.

So gegen 10:00 geht es nach einem sehr schlechten Frühstück los. Der Höhepunkt des Frühstückes ist schwarzer Tee mit Mottenkugelgeschmack - "mehr sog I net". Sogar Peter, sonst hart im nehmen, läßt den Tee stehen.

Unser Bus ist so klein, daß noch ein zweites Fahrzeug für die restlichen Personen und das Gepäck dazu muß. Nachdem alles verstaut ist, Peter hat das organisiert, geht es los. Die Lehne von meinem Sitz im Bus läßt sich nicht "in an upright Position" arretieren. Sie geht ständig langsam in die Liegeposition über. Das nervt. Dazu kommt schreiend laute indische Popmusik und ein Fahrstil des Fahrers, der alles andere als Fahrgastfreundlich zu bezeichnen ist.

Bevor wir den Ort verlassen besuchen wir noch ein kleines Völkerkundemuseum. Kinder betteln nach Bonbons. Peter gibt ihnen kleine Spielsachen. Weitergebettelt wird trotzdem. "Bon, Bon, Bon"

Ein erster Fotostopp wird zwischen Arku und Visakhapatnam kurz vor er Passhöhe gemacht. Weiter geht es zu einer "Trinkpause" dort tauschen Eva und ich den Sitzplatz. Nach der Trinkpause in einem staatlichen Resort geht es wenig weiter, um dann in einem Dorf, wenige 100 Meter abseits der Hauptstrasse, unsere Lunchpakete zu verspeisen. Ich bleibe lieber im Bus. Ich mag es nicht bestaunt zu werden und anderen Menschen in die Kochtöpfe zu schauen. Eva berichtet sie hat 2 Wasserbüffelkälbchen gestreichelt. Eines davon mit einer lustigen Zahnlücke. Mein Lunchpakte bleibt unberührt. Nix Pralles drin. Das Dorf versetzt uns zurück in die "Steinzeit". - Lehmhütten.

Dann geht es weiter. Der Busfahrer läßt es krachen und so gegen 16:00 Uhr kommen wir in unserem Hotel "The Park" an. Ein Luxushotel der Spitzenklasse. So wirkt es auf uns. Eva gönnt sich in der Lobby einen Tee. Der wird mit leckeren Keksen und Silberkanne serviert.Auf dem Zimmer ist aber auch wirklich da was man so brauchen könnte. Zahnbürste, Nassrasierer usw. Und eine gefüllte Minibar. Alles ist 100%ig sauber.

Peter schlägt einen fakultativen Ausflug vor. Eva und ich haben die Nase voll und bleiben im Hotel am Meer. Die 200 Rupien pro Nase ersparen wir uns, zugunsten eines relaxten Nachmittag am indischen Ozean.

Der erste Blick zum Indischen Ozean von unserem Zimmer aus.

Der erste Blick zum Indischen Ozean von unserem Zimmer aus.

Wir ziehen uns um und gehen zum Stand. --- Baden verboten ! --- Schnell wird uns klar warum. Ebbe und sehr starke Unterstömung. Na wenigstens mit den Füssen durch's Wasser laufen geht. Schöööön. Wir entdecken an der Wasserlinie eine Krabbenkolonie. Kommt man näher verschwinden sie blitzartig in ihren Sandhöhlen. Nach einer Weile am Stand gehen wir zurück auf das Hotelgelände und in den Swimmingpool - 30 Grad warmes Wasser. Anschließend aufs Zimmer und ausgiebig Körperpflege. Leider bleiben wir nur eine Nacht in diesem Hotel. Es gefällt uns sehr - "The Park".

Abendessen a la carte. Endlich kann ich mir mal ein Steak gönnen. Es ist wirklich gut ! Während des Abendessens sammeln wir Trinkgeld für Manoj ein.



Dienstag, 16. November 2004 - 17.Tag:

Flug nach Chennai und Transfer in unser Strandhotel in der Nähe von Mahabalipuram am Indischen Ozean. Mahabalipuram, ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe zählend, sowie entspannte Badetage am weißen Sandstrand unseres Hotels bilden einen herrlichen Ausklang unserer Reise.

Heute verlassen wir schon dieses tolle Hotel. Wir schlafen aber aus ! Wach werden wir so gegen 07:00 Uhr. Gemütliche Körperpflege und dann zu einem gemütlichen Frühstück. Heute verabschieden wir uns von Manoj. Schade. Er hat aus unserer Sicht entscheidend zum Erfolg dieser Reise beigetragen. Eva und ich könne nur empfehlen bei einer nächsten Durchführung dieser Reise unbedingt diesem "Local Guide" zu verpflichten.

Der Durchfall hat mich wieder eingeholt. Eva und ich vermuten einen Zusammenhang mit meinen Malariapillen. Wir wollen noch einmal ans Meer gehen. In der Lobby treffen wir Manoj und wir plaudern eine ganze Weile. Dann hält es Eva nicht länger, sie will ans Meer. Kurz nach 12:00 Uhr gehen wir wieder aufs Zimmer um die restlichen Sachen einzupacken. Meine blauen halbhohen Schuhe lasse ich zurück. Diese sind am Schaft irreparabel kaputt. Wandern werden wir in den letzten Tagen in Indien wohl nicht mehr.

Kurz nach 13:00 Uhr folgt die Abschiedszeremonie in der Lobby mit Manoj. Als Freiwilliger für die Übergabe wurde ich ausgesucht. Geld ist je bekanntlich nicht alles im Leben, so habe ich mir noch etwas anderes als "Add-On" ausgedacht:

Das Motto der Reise lautete Koenigstiger und Kulturen, daraus hab ich eine kleine Geschichte gemacht. Zugegeben die Schreibweise stimmt nicht immer 100%ig, aber darum geht es hier ja nicht.

Manoj freut sich sehr über unser persönliches Geschenk.

Direkt im Anschluß fahren wir zum Flughafen. Unser Flug ist verspätet. Die Liste der verbotenen Gegenstände an Bord eines Flugzeuges ist hier extra lang. Batterien sind u.a. verboten. Die Ersatzakkus packe ich besser ins Gepäck das wir aufgeben. Bin gespannt was mit den Akkus im Fotoapparat ist. Der Flug soll eine Stunde Verspätung haben. Unser Gepäck sind wir mittlerweile los geworden. Jetzt warten wir in der Abflughalle darauf, daß der Flieger endlich kommt. Der Flieger ist da und wir müssen durch die Sicherheitskontrolle. Die Akkus in der Kamera sind kein Problem. Die Untersuchung meiner Tascheninhalte der Hose geht locker vonstatten. Hut abnehmen, Sonnenaufsteckgläser für meine Brille, Passport, Gehörschutz, mein Notizbuch incl. Stift - kein Problem.

Anschließend werde ich angesprochen, allerdings verstehe ich das genuschelte Englisch dieser Person nicht und gebe ihm deutlich zu verstehen, daß ich ohne Eva mich nicht von der Stelle bewege. Unser Handgepäck wird durchleuchtet und landet zusammen mit all den anderen Handgepäck der Mitreisenden auf einem Haufen. Ich schnappe mir unserem Kram und warte auf Eva. Wir sollen unser Gepäck identifizieren, allerdings hat Peter alle unsere Gepäck-Tags. Ich bin gespannt ob unsere Sachen, besonders mein Rucksack in Chennai ankommt. Beim besteigen des Fliegers die nächste Überraschung "freies Sitzen" im Flieger. Die Platznummer auf der Bordkarte ist nix wert und alle Reihen sind von den mitfliegenden Indern zum Teil besetzt. Ich bin stinksauer. Alle Gepäckstauräume sind nun belegt und wir müssen zusehen wo wir unser Handgepäck lassen. Es bleibt nur der Platz unter den Vordersitzen. Meine Kameratasche lasse ich um den Bauch !

Trotz des kurzen Fluges gibt es was zu essen. Ich passe.

Wir sind nach ungefähr einer Stunde am Ziel. Nach der Landung geht es in die Flugplatzhalle, wir holen unser Gepäck. Es klappt überraschenderweise sehr gut. Alles ist da. Wir steigen in den Bus, wie immer mit der Einladezeremonie bis alles verstaut ist. *grins*

Nach 1 1/2 Stunden Fahrt sind wir im Hotel "Golden Sun". Inzwischen ist es dunkel geworden.Ein totaler Schock nach dem Hotel in Visakhapatnam - unser Zimmer ist eine Zumutung. Eva ist außer sich. Ich dokumentiere die "Besonderheiten" dieses Zimmers. Peter bietet uns ein anderes besseres Zimmer, für zusammen 500 Rupien Aufpreis an. Eva schaut sich das andere Zimmer an und wir ziehen um. Auch dieses Zimmer dokumentiere ich. Fest steht für Eva und mich, den Reiseveranstalter über unseren Unmut zu unterrichten. So haben wir uns das ganz sicher nicht vorgestellt. Wir wollten keine Low-Budget-Trekking-Tour absolvieren.

Abendessen in Freien auf der überdachten Terrasse des Hotels. An den Wänden sind einige Geckos auf der Jagd nach Insekten. Morgen früh soll es Frühsücksbuffet zwischen 08:00 und 09:00 Uhr geben. Eva und ich schauen uns nur an.



Mittwoch, 17. November 2004, - 18.Tag: 06:12 Uhr

Die Nacht war nicht erfrischend. Schlaf gab es nur wenig. Die Klimaanlage kennt nur 2 Schaltzustände: An oder Aus - Eine Regelung ist nicht möglich. Alle Regelknöpfe sind von den Potentiometern und Schaltern abgezogen. Mit dem Deckenventilator verhält es sich ähnlich. Ein Regeln der Drehzahl ist nicht möglich. Sobald das Potentiometer einen bestimmten Wert (Vollausschlag) unterschreitet, bleibt der Deckenventilator einfach stehen. Im Bad steht das kalte Wasser nur rinnend zur Verfügung. Zum Hände waschen schon fast zu knapp. Der Absperrventil fürs kalte Wasser leckt. Trops, trops, trops.

Ich gebe es auf zu weiter schlafen zu wollen und gehe an den Strand. Ans Meer. Vielleicht gibt es wenigstens einen schönen Sonnenaufgang. Eva möchte noch etwas schlafen. Ich springe in Klamotten und tapse mit Tagebuch und Fototasche los. Die Fototasche ist übrigens auch gut um im Sitzen Tagebuch darauf zu schreiben.

Irgendwie ist mir zum heulen zumute.

Um 06:22 kommt endlich ein leichte Brise auf und vertreibt die lästigen Fliegen. Von einem Bediensteten des Hotels, einem netten alten Mann, wird mir ein Stuhl gebracht. Ich sitze genau "vor" dem Sonnenaufgang.

Genau vor dem Sonnenaufgang am Strand von Mahabalipuram

Genau vor dem Sonnenaufgang am Strand von Mahabalipuram

Ein Bild nach dem anderen wird von mir gemacht. Irgendwann kommt Eva auch. Schlafen ginge auch nicht mehr, meint sie. Wenig später kommen Alexander, dann Eckehard und dann auch noch Thomas an den Strand.

Gegen 08:00 Uhr brechen Eva und ich von Strand auf um zum Frühstück zu gehen. Es gibt indisches Frühstück: Kokusnusssauce mit Minze, einen scharfe vegetarische Sauce, Reis und Fischkringel, trockene Fladen, Mangosaft, Tee, Pulverkaffee, Toast, "BASF-Marmelade", Butter, frische Ananas (Hmmmmm.) frische Papaya (Igitt.) Porridge (habe ich versucht und dann doch besser nicht gegessen.) und auf Wunsch Omelette.

Alles nichts so richtiges für mich. Nachdem Peter dann noch einige Daten der Reisepässe fürs Hotel notiert hat, gehen wir wieder auf unser Zimmer. Eva will kleine Wäsche machen und ich soll unsere Wäscheleine aufhängen.

Nachdem die kleine Wäsche erledigt ist, gehen wir wieder zum Strand. Leider sind alle Liegen tatsächlich belegt. So müssen wir fürs erste mit einem paar Kunststoffstühlen vorlieb nehmen. Nach ein paar Minuten verläßt ein Pärchen den Strand und wir können diese Liegen nutzen. Unter einem großen Pavillon aus Bambus und Palmwedeln verbringen wir die Zeit bis ca. 13:00 Uhr. Einige der Strandhändler diskutieren mit Hotelangestellten lautstark ob sie auf dem Strand vor der Hotelanlage ihre Waren anbieten dürfen. Sie müssen weg.

Um 14:30 geht unser Ausflug nach Mahabalipuram los. Dort wollen wir Höhlen- und Felsentempel besichtigen. Wir bekommen u.a. das weltgrößte Granitrelief von 12 mal 30 Metern, auch »Buße des Arjuna« genannt, zu sehen.

Das weltgrösste Wandrelief in Granit - Buße des Arjuna

Das weltgrösste Wandrelief in Granit - Buße des Arjuna
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Die Tempelanlagen sind zum Teil sehr interessant. Die Fremdenführerin, zum ersten und einzigen mal eine Dame, erklärt uns sehr ausführlich und plastisch die Geschichte dieser Monumente, u.a die den verschiedenen Gottheiten gewidmeten Tempel, die die "Fünf Rathas" genannt werden. Sie sehen aus wie die prunkvollen Prozessionswagen bei den indischen Tempelfesten.

Probeweiser Tempelbau ;-) - unvollendet !

Probeweiser Tempelbau ;-) - unvollendet !

Zusammen mit Peter steigen wir auf einen Aussichtsturm. Ich finde die Aussicht nicht so prickelnd. Abschließend besuchen wir noch einen Tempel aus dem achten Jahrhundert in unmittelbarer Strandnähe.

Shore-Tempel

Shore-Tempel
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Er ist das Wahrzeichen von Mahabalipuram. Dem gläubigen Hindu gilt der Shore-Tempel - so wird er schlicht genannt - nicht nur als Meisterwerk indischer Bau- und Bildhauerkunst, sondern als beseelte Heimstatt der Götter. In einem Teilbereich im Inneren des Tempels ist ein gemeißeltes Abbild des schlafendes Shivas zu sehen, öhhh, eher zu erahnen. Dort war es so dunkel, dass meine Kamera ohne Restlicht (Dank meiner Taschenlampe.) kein Bild machen konnte. Selbst mit dem bisschen Zusatzlicht und eingebauten Blitz meiner Kamera ist das Ergebnis einfach nur schlecht.

Nach dem Besuch des Shore-Tempels geht es zurück. Ein Besitzer einer Boutique lädt uns ein, seinen Laden zu besuchen. Eva kauft sich dort einen Buddha aus rotem Marmor. Das erste mal handeln wir einen Preis aus. Ich erreiche einen Nachlass von so ca. 10 bis 15%. Im Dunkeln geht es zu Fuß zum Bus, wie gut dass ich meine Taschenlampe dabei habe. Der Bus bringt zurück zum Hotel.

Abendessen a la carte. Eva ißt gegrillten Fisch, ich wieder Nudeln mit Hühnchenfleisch. Dazu nehmen wir Naan mit Knoblauch. Verboten gut. Der Küchenchef bietet uns für den kommenden Abend Buffet für 350 Rupien pro Person an. Mindestens 10 Personen müssen daran teilnehmen. Bis zum Frühstück morgen früh müssen wir uns entscheiden. Gegen 21:00 Uhr ziehen wir uns auf unser Zimmer zurück.



Donnerstag, 18. November 2004 - 19. Tag:

Das erste mal habe ich halbwegs durchgeschlafen. Obwohl es im Zimmer höllisch warm ist, da der Deckenventilator und die Klimaanlage zu laut sind, um sie die ganze Nacht an zulassen. So gegen 06:00 Uhr kann ich nicht mehr schlafen. Ich bin völlig nass geschwitzt. Eva und ich gehen an den Strand um den "Rest" des Sonnenaufganges zu erleben. Um 08:00 Uhr gibt es Frühstück. Reichlich. Den indischen Anteil lasse ich unberührt zurückgehen. DAs Buffet kommt nicht zustande. Auf unserem Zimmer suche ich das stille Örtchen auf und habe endlich wieder mal auf dieser Reise halbwegs normalen Stuhlgang.

Heute werden wir einen faulen Tag am Stand verbringen. Für mich kann ich behaupten, daß ich diesen Pausentag dringend brauche. Am Strand begebe ich mich auf eine Liege im Schatten unter dem bereits beschriebenen Pavillon. Eva ordert im Laufe des Tages was zu trinken und frische Ananas. Etwas später noch von einem alten Mann, der am Strand Kokusnüsse verkauft, eine Kokusnuß zum trinken. Ich probiere - mir schmeckt's nicht. Den Inhalt - das Kokusnußmark wird von Eva zum Teil auch noch verspeist. Der Rest ist für einen kleinen, ängstlichen Hund hier auf der Anlage.

Gegen Mittag gehe ich dann auch mal mit ins Meer. Circa 29 bis 30 Grad Celsius Wassertemperatur. Eine deutliche Unterströmung ist zu spüren. Die Wellen sind auch recht kräftig. Klasse. Ein paar Reisegefährten wollen heute nachmittag einen fakultativen Ausflug mitmachen. Krokodil- und evtl. Schlangenfarm. Eva und ich bleiben am Strand. Das Meeresrauschen ist einfach toll. Ab morgen wird es sicher sehr anstrengend werden wegen des Heimfluges. Mal sehen was da so alles passiert. Heute jedenfalls lassen wir die Seele kräftig baumeln. Eva kauft zwei mit Elefanten bedruckte Baumwolltücher. Gegen Abend läuft einen kleine Kuhherde über den Strand, erst hin und dann wieder zurück. Wir gehen gegen abend noch einmal baden. Der Wind ist frisch und kommt von Seeseite. Die Wellen sind so wie beim ersten Baden heute. Ein oder zweimal reissen sie mich um. Anschließend reicht es und für heute und wir gehen auf unser Zimmer und machen uns zum Abendessen fertig.



Freitag, 19. November 2004 - 20.Tag:

Je nach Abflugzeit kurze Stadtbesichtigung in Chennai. Flughafentransfer und Rückflug nach Deutschland.

Nach dem Aufwachen bleiben wir bis kurz vor dem zum Frühstück im Bett liegen. Beim Frühstück wird eine Adressliste erstellt und Trinkgeld für Peter eingesammelt. Andiskutiert wird ein Fototreffen, der erste Vorschlag kommt von Traudl. Im Juni 2005 an der Nordsee. Das fällt für uns schon mal flach, denn da sind wir in Italien. Unsere Alternativen sind: Erstes Quartal 2005, entweder im Rhein-Main-Gebiet oder im Chiemgau. Bin gespannt wie die Entscheidung ausfällt.

Am Strand tüfteln wir das persönliche Abschiedsgeschenk für Peter aus. Die Bereitschaft sich daran zu beteiligen, läßt aus meiner Sicht zu wünschen übrig. Eva und ich gehen nochmal für eine halbe Stunde ins Meer baden. Diese halbe Stunde ist sehr schnell vorüber und wir müssen uns sputen um bis 12:00 Uhr abmarschbereit zu sein. Auch der Aufpresi für das Zimmer und die Verzehrrechnung muß noch bezahlt werden. Nun warten wir darauf, daß es los geht nach Chennai. Das Thema Fototreffen ist keinen Schritt weiter voran gekommen.

Nach 2 Stunden Fahrt sind wir in Chennai. In unserem Tageshotel "The Marina Towers" werden wir unseren Klüngel bis zur Abfahrt zum Flughafen von Chennai so gegen 24:00 Uhr "zwischenparken" können. Wir teilen uns das Zimmer mit Marion und Udo. Schlafen werden wir nicht können ! Um 14:30 geht es auf eine Stadtrundfahrt. So richtig Bock darauf habe ich nicht, aber Eva möchte mit. Eva und ich finden allerdings, daß wir noch hätten länger an Strand bleiben sollen, um von dort aus direkt zum Flughafen zu fahren.

Um 14:30 startet die Stadtführung mit dem Besuch eines indischen Fastfood-Restaurants (American Style). Eva nimmt ein "Tali" zu sich. Serviert wird auf einem Bananenblatt. Das muß man sich vor den Essen selbst mit Wasser sauber machen. Danach bekommt man Kleks für Kleks das Essen zusammengestellt. Gegessen wird mit den Fingern. Nach dem Essen hat Eva an der rechten Hand gelb eingefärbte Finger von den Gewürzen des Essens.

Das Regierungsviertel ist auch mit der St. Marys Church - "the oldest anglican church east of the Suez" von 1680 nicht so der Bringer. Die Gedenktafeln im Inneren der Kirche dokumentieren, daß die meisten Engländer die hier gelebt oder in der Armee gedient haben an Krankheiten gestorben sind. Ich kann nur eine Gedenktafel ausmachen, wo ein kommandierender Offizier mit seinen Offizieren im Kampf gefallen ist. Ach, ja. Im Regierungsviertel sehen wie dann noch den höchsten Fahnenmast Indiens. Sehr aufregend. *grins* Den Besuch der zweitlängsten Strandpromenade der Welt (Nur die in Miami (USA) ist länger.) ersparen wir uns jetzt, nach demokratischer Abstimmung mit 10:3 Stimmen.

Die nächste christliche Kirche darf nur betreten werden, wenn die Schuhe ausgezogen werden. Ich passe ! Mit dem Thema "Schuhe aus" habe ich genug.

Als nächstes besuchen wir einen Hindu-Tempel, der im religiösem Betrieb ist. "Schuhe aus" ist wieder angesagt. Ich bleibe wieder draußen. Alleine ! Ich stehe genau vor dem Eingang, hinter einem Verkaufsstand für Opfergaben. Blumenkränze, Obst und noch andere Kleinigkeiten, die ich nicht identifiziern kann, sind zu zu haben. Nach so ca. 10 Minuten beschleicht mich schon ein leicht mulmiges Gefühl. Was wenn die alle einen anderen Ausgang nehmen ? Keine Ahnung wie unser Hotel heißt oder wie die Adresse lautet.

Ein Tempel in Channai (Madras) der lebhaft in Betrieb ist.

Ein Tempel in Chennai (Madras) der lebhaft in Betrieb ist.

Nach einer Weile erlebe ich die Reaktion der Gläubigen auf eine dreiköpfige indische Familie, die mit Schuhen versucht den Tempel zu betreten.

Nach einer halben Stunde kommen dann doch alle wieder an diesem Tor raus. Diese halbe Stunde vor dem Tempel war auch für mich interessant, zu beobachten wie die Menschen den Tempel betreten und wie sie ihn wieder verlassen. Mit dem Bus geht es dann doch noch, nun im Dunkeln, zur zweitlängsten Strandpromenade der Welt.

So gegen 18:40 sind wir trotz Rush-Hour in 20 Minuten bis zum Hotel gelangt. Eva und ich bleiben bis zum Abendessen auf unserm Zimmer. Marion und Udo wollen mit einigen anderen noch einen Buchladen besuchen. Um 20:30 soll es Abendessen geben, oder war es 20:00 Uhr ? Es wird sich zeigen.

Chennai ist diejenige Stadt in Indien, die wir besucht haben, mit dem intensivsten Gestank. Der Geruch von Schwefelwasserstoff ist fast allgegenwärtig. Möglicherweise liegt es an dem Fluß in Chennai, der fast durch den Dreck verlandet ist und so anfängt zu verwesen.

Viele aus unserer Reisegruppe können diesen Zwischenstop in Chennai (bei den Briten: Madras) nicht verstehen. Viele Meinungen, die ich gehört habe, lassen den Schluß zu, daß diese Reise vom zeitlichen und inhaltlichen Ablauf durchaus zu überarbeiten ist.

Nochmal geduscht, Eva und ich haben uns ein Handtuch geteilt. Ich muß mir irgendwo in den letzten Tagen einen Fußpilz eingehandelt haben. Dafür haben wir leider kein Mittelchen dabei. Bis zuhause muß es so noch gehen.



Samstag, 20. November 2004 - 21.Tag:

Die meiste Zeit in diesem Urlaub haben wir gesessen. Im Flieger, im Bus, im Jeep, in der Eisenbahn, auf der Rikscha, auf Elefanten, auf Fahrrädern (nicht Eva und ich), beim Essen und auf der Toilette (der eine öfter und länger als der andere).

Nachdem wir pünktlich von Hotel aus losgefahren sind, streikt um 00:44 der Bus. Rauchentwicklung im Führerhaus. Um 01:21 ist ein Ersatzbus immer noch nicht da. Sollte er in den nächsten 10 Minuten nicht auftauchen werden wir mit Rikschas die letzten ca. 5 Kilometer bis zum Flughafen zurücklegen.

Der Ersatzbus kommt. Nach genau 38 Minuten war der Ersatzbus mitten in der Nacht da. Ob das so bei uns zuhause klappen würde ? Irgendwie wird das Gepäck noch umladen und dann weiter zum Flughafen. In 10 Minuten sind wir da. Dann die nächste Hiobsbotschaft. Unser Flug nach Mumbay hat 2 Stunden Verspätung. Hoffentlich klappt dann der Anschluß nach Frankfurt. Das wird nochmal richtig spannend.

Das Einchecken geht nur langsam voran, viele Inder haben sicherlich deutlich mehr wie 20 Kilogramm Gepäck dabei. Und das ganze auch noch mit vielen Gepäckstücken.

Der Flieger soll erst um 06:45 Uhr abfliegen. Der Anschlußflug von Mumbay nach Frankfurt soll angeblich warten.

Um 08:04 landen wir dann in Mumbay. Zu meiner Überraschung klappt der Anschluß problemlos. Wir müssen durch die Transferzone und noch einmal durch einen Sicherheitscheck. Hier finden die Mitarbeiter des Securitychecks einen Nagelknipser bei Eva in der Kosmetiktasche. Auf allen anderen Flughäfen ist das Ding nicht aufgefallen. Den sind wir los. Macht nichts, der hat sowieso nichts getaugt. An allen möglichen und unmöglichen Stellen wird der Passport oder die Boardingcard kontrolliert. Gegen 10:45 startet dann endlich der Jumbo Jet mit mehr als 2 1/2 Stunden Verspätung.

Gegen 11:00 Uhr gibt es Mittagessen im Flieger. Das erste Essen seit 3 Wochen ohne exotische Gewürze.

Auf den Displays im Flieger wir angezeigt, daß es noch 7:10 Stunden bis zum Ziel dauert. Wir haben bis zu 60 km/h Gegenwind. Aktuell fliegen entlang der westlichen Küstenlinie des indischen Subkontinentes.

Nach einigen Stunden weiß ich wirklich nicht mehr wie ich mich noch setzen soll. Meine Beine sind mit keiner Position mehr zufrieden. Meine Schuhe habe ich ausgezogen, um wenigstens Luft an die Füsse zu lassen. Meinen Augen brennen, seit nunmehr 19. November 06:00 Uhr ohne Schlaf !

Unser Gepäck soll direkt umgeladen worden sein von Flieger aus Chennai in den Flieger nach Frankfurt. Das wird in Frankfurt schon wieder spannend, ob die Sachen auch tatsächlich mitgekommen sind.

Endlich landen wir in Frankfurt mit 2 1/2 Stunden Verspätung. Nach wenigen Minuten haben wir den Flieger verlassen, der weiter in die USA fliegt. Vor der Abzweigung zum Transitbereich und zur Einreise verabschieden wir Sandra. Sie fliegt noch ein Stück weiter nach Norden. In Halle C sollen wir unser Gepäck in Empfang nehmen können. Und das ist tatsächlich da. Schneller als bei den vielen Inlandsflügen die ich bisher hatte. Erstaunlich finde ich.

Ich bin endlich wieder zuhause !

Große Verabschiedung von allen. Ohne Probleme durch den Zoll. "Das sagen sie alle" meint der Beamte zu mir, wegen meiner Bemerkung: "Kein Alk, keine Ziggis und keine geschützten Arten". Evas Eltern sind da und haben warme Sachen dabei. Schnell sind die angezogen. Dann ein wenig hin und her mit dem Gepäck, bis der Parkplatz vom Auto der Eltern gefunden ist. Und ab nach Hainstadt. Bei Eva beginnt das große Erzählen - ich bin todmüde. Nach dem Abendessen gehe ich sofort ins Bett. Nach wenigen Minuten bin ich fest eingeschlafen. Eva hat wohl nochmal nach mir geschaut. Davon habe ich nix mehr mitbekommen.



Sonntag, 21. November 2004

So ab 01:00 Uhr bin ich wieder wach. Die Zeitverschiebung von 4 1/2 Stunden macht mir zu schaffen. Ich wälze mich hin und her bis 07:30. Dann erbarmt sich Eva und weckt ihre Eltern. Heiß duschen - frische Klamotten. Herrlich.

Alles in den Taschen und im Koffer muffelt irgendwie modrig. "Das muß alles gewaschen werden." meint Eva. Die Idee einen kompletten Satz Klamotten bei Evas Eltern zu deponieren war mehr als sinnvoll.

Nach dem Frühstück geh es um ungefähr 11:30 los in Richtung Rosenheim. Die Autobahn ist überraschend frei und wir kommen so gut voran, daß ich auf meinen traditionellen Stop in Geiselwind verzichte und weiterfahre. Das Wetter ist prima. Sonnig, wenig Wolken. Allerdings tief stehende Sonne. So ganz anders als in Indien. In der Holledau machen wir eine kleine Kaffeepause und erleben den Unterschied im Service zwischen Indien und Deutschland hautnah und recht plakativ.

Um 14:30 verlassen wir bei Bad Aibling die Autobahn und fahren noch beim Café Dinzler in der Kunstmühle vorbei um unseren Lieblingskaffee einzukaufen.

So gegen 15:00 Uhr sind wir dann endlich zuhause.

Daheim !

Wir schaffen das Gepäck komplett in den Keller und räumen es dort aus. Der Wirtschaftsraum füllt sich "meterhoch" mit zu waschender Bekleidung und Ausrüstung. Alles, aber auch wirklich alles riecht muffelig.

Ein bisschen erzählen mit meinen Eltern. Frühes Abendessen. Meine Malariapille dabei einnehmen und ab ins Bett. Ich schlafe sehr schlecht. Die Zeitverschiebung macht mir weiter zu schaffen. 4 1/2 Stunden Zeitdifferenz sind schon blöd.



Montag, 22. November 2004

Mein letzter freier Tag. Eigentlich wollte ich diesen Tag ausschließlich zum Ausruhen nutzen. Aber meistens kommt es dann doch anders als man denkt. Um 02:00 Uhr bemerkt Eva, daß die Heizung Geräusche von sich gibt. Nun kann ich aus zweierlei Gründen nicht mehr schlafen. Zeitverschiebung und Gedanken wegen der Heizung. Nachdem ich mich eine Stunde hin und her gewälzt habe stehe ich auf. Heiß geduscht - herrlich. Dann ab in den Heizungskeller. Nach einer Dreiviertelstunde Bastelei ist das Geräusch weg. Auch der zuvor aufgesetzte Kaffee ist schon lange durchgelaufen. In einer Warmhaltekanne nehme ich ihn mit ins Arbeitszimmer um meine Post zu sichten und die Fotos meiner Digitalkamera auf eine DVD zu sichern. Es sind über 1000 Bilder.

Anschließend fange ich an unscharfe und doppelte Bilder auszusortieren. Danach stelle ich eine CD für Eckehard zusammen. Seine Kamera ging gegen Ende der Reise leider verloren. Mein Angebot einige Bilder von mir bekommen zu können hat er angenommen.

So um 08:00 Uhr kommt dann Leben in die Bude, Eva und meine Eltern stehen auf. Meine Eltern machen sich Heimreisefertig. Nach dem gemütlichen Frühstück bringe ich sie an den Bahnhof. Um 11:00 geht ihr Zug Richtung Hessen.

Zurück bei uns zuhause fahre ich den angesammelten Müll weg. Danach muß ich das Gewächshaus von Eva reparieren. Ein Sturm hat einige Fensterplatten herausgerissen. Nach einer halben Stunde ist das Gewächshaus wieder o.k.

Ich bin müde und kann nicht schlafen. Also fange ich schon mal an die Fotos für meine Homepage zu auszuwählen. Abendessen - Malariapille nehmen - um 19:00 liege ich im Bett und schlafe schnell ein. Es ist nach indischer Zeit ja 23:30 Uhr.



Dienstag, 23. November 2004

Wieder so ab Mitternacht bin ich wach. Um 05:15 bimmelt der Wecker. Ich muß aufstehen. Heute ist der erste Arbeitstag nach dem Urlaub.

Mal sehen was so alles passiert - aber das ist eine andere Geschichte !



Sonntag, 26. Dezember 2004

In den Nachrichten erfahren wir von einem sehr schweren Erdbeben bei Sumatra. Viele Länder Asien sind von den dadurch ausgelösten Tsunami betroffen, auch die Ostküste Indiens.

Wir können nur hoffen, daß an den schönen Orten, wie zum Beispiel Chennai, die Strandpromende, Visakhapatnam mit dem schönen Hotel und Mahabalipuram mit dem Hotel am Strand und dessen Bambuspavillion, die wir besucht haben und an denen wir einige Zeit verbracht haben, den Menschen und Tieren nichts zugestoßen ist und die Bauten nur wenig beschädigt worden sind.

In Gedanken sind wir bei den Menschen und Tieren. Von Tag zu Tag wird das schreckliche Ausmaß dieser Naturkatastrophe immer größer.

Von Mahabalipuram ist in den Medien nur nachfolgendes zu erfahren:

(...) "Die ebenfalls an der Bucht von Bengalen gelegene Tempelstadt von Mahabalipuram mit dem größten Relief der Welt, auf dem Menschen, Tiere und Götter abgebildet sind, dürfte weit stärker von der Flutwelle betroffen sein. Sie liege nur 300 Meter vom Meer entfernt, so Yaldiz. Kein Wall, kein Baum schütze die geweihten Mauern. Das Wasser konnte also ungehindert über den flachen Strand donnern, die kleine Straße überspülen, dann traf es auch schon auf die Tempelstadt. "Wir müssen mit schlimmen Nachrichten rechnen", so die Museumsdirektorin." (...)

Quelle: André Görke und Nicola Kuhn www.tagesspiegel.de

(...) 15 Bewohner der Pilgerstadt Mahabalipuram hat die Flutwelle das Leben gekostet. Und auch die 80 Touristenläden um den den 1.200 Jahre alten Tempel des Ortes hat der Tsunami zerstört. Zwei davon gehörten Sundary Munnaswamy - ihre Familie hat die Katastrophe aber überlebt. Nun wird die 52-Jährige das tun, was ihre Vorfahren jedes Mal getan haben, wenn mal wieder eine Katastrophe über sie hereingebrochen ist: Sich Geld leihen, neue Einrichtung und Waren kaufen und wieder anfangen zu arbeiten.
«Es ist die Willenskraft, die einen weitermachen lässt», sagt die 52-Jährige, während sie sich an das zerborstenes Zementgerüst lehnt, das einmal ihr Laden war. Dort verkaufte sie Muscheln, Textilien und Steinschnitzereien. 99 Menschenleben hat die Katastrophe in Mahabalipuram und den umliegenden Dörfern gefordert, doch der 70-jährige Priester des Haupttempels der Stadt, S.R. Kumar, ist sicher, dass die Bevölkerung - wie Munnaswamy - ausharren wird, schließlich sind sie strenggläubige Hindus. «Gott ist alles, was die Überlebenden brauchen», ist er überzeugt. «Sie müssen nur jeden Tag beten.»
(...)
Die 13.000-Einwohnerstadt, deren Ursprünge bis ins zweite Jahrhundert nach Christus zurückgehen, wird jedes Jahr von tausenden Hindu-Pilgerern und Touristen besucht. Der 'Shore Tempel' aus dem achten Jahrhundert ist das älteste noch existierende Beispiel für ein steinernes Tempelgebäude. Er steht auf der Liste des Welterbes der Vereinten Nationen und ist mit aufwendigen Schnitzereien verziert, die Figuren und Szenen aus der hinduistischen Literatur darstellen. Andere Tempel der Region zieren lediglich Götter und Göttinnen.
Die Katastrophe vom Sonntag hat der Tempel überstanden - weil die frühere indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi 1978 nach einem Besuch aus Felsen große Flutschutzwälle aufrichten ließ. Wären die Blöcke bloß nicht nur um den Tempel, sondern um die ganze Stadt errichtet worden, sagt Munnaswamy. Das hätte ihren beiden Freunden, die die Flutwelle hinaus ins Meer zog, vielleicht das Leben gerettet. (...)

Quelle: AP

Die Bensheimer Karl Kübel Stiftung unterstützt gezielt die drei südostindischen Dörfer Paramankelli, Kalpakkam und Mahabalipuram in Tamil Nadu, die fast vollständig zerstört wurden. Der Bundesstaat ist die am stärksten betroffene Region Indiens. (...)

Quelle: Sascha Kircher http://www.wiesbadener-kurier.de




Impressum letzte Aktualisierung: 30. März 2015

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