Rainers kleiner Weltausschnitt

Reisebeschreibung

Liparische Inseln   ( Italien ) Sonderschriftart im Downloadbereich. Landesfahne
vom 7. September 2002 bis 21. September 2002
Inhaltsverzeichnis

Samstag, 7. September 2002 Ankunft auf Sizilien.
Sonntag, 8. September 2002 Überfahrt mit der Fähre nach Lipari.
Montag, 9. September 2002 Schwefel, Schlamm und Strand auf Vulcano.
Dienstag, 10. September 2002 Valle Muria - Baden am Steinstrand.
Mittwoch, 11. September 2002 Das Archäologisches Museum von Lipari.
Donnerstag, 12. September 2002 Monte Pilato - Obsidian und Bims.
Freitag, 13. September 2002 Monte Fossa delle Felci auf Salina.
Samstag, 14. September 2002 Zur freien Verfügung.
Sonntag, 15. September 2002 Das Innere der Erde - Der Stromboli.
Montag, 16. September 2002 Inselrundfahrt mit der Sigismondo um Stromboli.
Dienstag, 17. September 2002 Rückfahrt mit der Sigismondo nach Lipari.
Mittwoch, 18. September 2002 Filicudi und Alicudi
Donnerstag, 19. September 2002 Die Abschlußwanderung - Monte Chirica und Monte San Angelo auf Lipari.
Freitag, 20. September 2002 Mit der Fähre nach Milazzo auf Sizilien.
Samstag, 21. September 2002 Abreise von Sizilien.
Literatur und Medien Tipps

Stiefel Die Schwierigkeitsgrade



Samstag: 07.09.

Ankunft;

für frühankommende Gäste besteht die Möglichkeit zur Besteigung des Ätna.

Unsere Reise beginnt für uns mit einer Premiere, wir reisen erstmals mit öffentlichen Verkehrsmitteln von zuhause zum Flughafen. Hierzu nutzen wir ein Wochenendticket der Bahn, mit diesem kann auch die S-Bahn vom Ostbahnhof in München zum Flughafen Franz-Joseph-Strauß benutzt werden. Eine langwierige Anfahrt. Mit dem Bus zum Bahnhof Rosenheim, mit der Bundesbahn zum Ostbahnhof und dann mit der S-Bahn weiter zum Flughafen. Am Flughafen stehen wir eine lange Zeit am Schalter der Condor an. Unsere Flug-Tickets sind in einem Umschlag der Condor. Nach mehr als einer Stunde teilt uns und auch anderen Reisenden eine Dame der Condor mit, daß der Flug nach Catania auf Sizilien von der Deutschen BA durchgeführt wird. Im Spurt durch den Flughafen erreichen wir den Schalter der Deutschen BA um dort dann mitgeteilt zu bekommen, daß unsere Flüge vom Reiseveranstalter noch nicht bestätigt seien. Uns rutscht das Herz in die Hose. Die Dame am Schalter der Deutschen BA verschwand kurz mit den Tickets und nach wenigen Minuten wurden wir eingecheckt. Als nächstes war dann der Sicherheitscheck angesagt, Eva kam problemlos durch, meine bedingt steigeisentaugliche Bergschuhe jedoch mußten genauer geprüft werden. Also die Schuhe ausziehen und durch die Durchleuchtungseinrichtung mit ihnen. Nach erfolgreichem negativem Test darf ich meine Schuhe wieder anziehen und den Sicherheitscheck passieren. Meine anderen Sachen hat Eva bereits aus der blauen Box genommen und wir können nun weiter zum Gate gehen. Unser Flug startet und bei der überprüfung meiner Taschen vermisse ich meine blauen Aufsatz-Sonnengläser. Zu dumm, die sind bei der Sicherheitskontrolle in der blauen Box liegen geblieben. Schei...

Anreise vom Flughafen Catania über Zefferana Etna (Hotel Primavera dell´ Etna) nach Milazzo hinüber nach Lipari

Nach Ankunft in Sizilien auf dem Flughafen von Catania müssen wir noch ca. 2 Stunden auf Gäste eines anderen Fluges warten. Ziemlich öde, am Flughafen gibt es nicht viel zu sehen oder zu erleben. Warten.

Kartenauschnitt von Sizilien

Kartenauschnitt von Sizilien

Nachdem unsere Reisegefährten alle angekommen sind geht es mit einem Kleinbus nach Zefferana Etna zum Hotel Primavera dell´ Etna . Nach etwa einer Stunde Fahrt kommen wir im Hotel an und warten darauf, daß uns unser Reiseleiter begrüßt. Einige 10 Minuten später werden wir begrüßt und zu einem späten Abendessen im Speisesaal des Hotels gebeten. Anschließend beziehen wir unser Zimmer. Ein schönes, großes Zimmer in altem italienischen Stil.

Blick zum Ätna

Blick zum Ätna



Sonntag: 08.09.

Überfahrt mit der Fähre nach Lipari;

Stadtrundgang am Vormittag;

anschliessend 1.Wanderung: Lipari - Capparo - Falcone - Observatorium - rund um den Monte Guardia - Lipari

Dauer: 3,5 Std.;

Länge: ca. 9 Km;

Höhendifferenz: 250m;

Schwierigkeit: 1-2 Stiefel

Früh aufstehen. Beim Frühstück am morgen können wir den Sonnenaufgang von der Hotelterrasse am Hang des Monte Etna mit Aussicht auf das Mittelmeer genießen.

Mit dem Bus geht es dann an der Ostküste von Sizilien in Richtung Melazzo, immer entlang der Küste und stetig näher zur Straße vom Messina. Hier ist das italienische Festland nur etwa 3 Kilometer von Sizilien getrennt. Eine beeindruckende Nähe. Der Versuch eine Brücke zu bauen wurde zwar schon begonnen, Fundamente sollen wohl schon errichtet worden sein, aber es geht nicht weiter. Zu viele Interessenkonflikte, besonders für die Fährschiffahrt hieße es das Aus und hinter vorgehaltener Hand wird das Wort "Mafia" erwähnt.

Karte von Lipari

Karte von Lipari

Die Überfahrt am Sonntag mit der Fähre nach Lipari ist gekennzeichnet durch eine volle Fähre mit vielen italienischen Sonntagsausflüglern die auf die Inseln wollen.

Schnell einchecken im Hotel Villa Augustus, gequälte Vorstellungsrunde auf der Terrasse, ein paar Kleinigkeiten auspacken, fix Wanderutensilien zusammensuchen und schon geht es los zur ersten Wanderung auf Lipari.

Beim Verlassen der letzten Häuser von Lipari schloß sich ein weiterer Wanderer auf 4 Pfoten unserer Gruppe an. Zum Leidwesen von Johannes, unserem Reiseleiter. Die Aussicht auf Vulkano und Vulkanello läßt uns erahnen was wir am nächsten Tag erwandern werden und zu sehen bekommen.

Vulcanello

Aussicht auf Vulkano und Vulkanello

Abendessen in Lipari: Vorspeise, Hauptgang, Dessert: Pasta, Fisch, was Süßes.



Montag: 09.09.

2. Wanderung: mit dem Boot von Tomasso nach Vulcano; Porto di Levante -Gran Cratere(391m) mit Umrundung desselben - Porto di Levante (Mittagessen) -Valle dei Mostri (Monstertal) - Porto di Levante (Schwefelschlammbad und/oder Baden am Strand von Porto di Ponente

Dauer: 4 Std.;

Länge: ca. 11 Km;

Höhendifferenz: 400m;

Schwierigkeit: 1-2 Stiefel

Karte von Vulcanello

Karte von Vulcano

Das Boot von Tomasso ist ein sehr lärmendes Wasserfahrzeug. Aber es bringt uns ans Ziel. Der schweflige Geruch (andere sagen Gestank dazu) empfängt uns mit all seiner Macht. Puuuh ! Doch nach wenigen 100 Metern ist es wieder vorbei und wir können unbelästigt von Gerüchen mit der Besteigung des Gran Cratere beginnen. Vorher noch, auch zur überraschung von Johannes, muß für jeden eine Eintrittskarte erworben werden. Wofür ? Haben die Insulaner hier sowas ähnliches wie die Kurtaxe in unseren heimischen Badeorten entdeckt ? Egal, Johannes zahlt und der Aufstieg kann beginnen. Zuerst auf Wegen die mit Schotter oder Kies bedeckt sind, auf halber Höhe etwa ändert sich der Weg. Es sieht aus wie eine Lehmlandschaft, so hatten wir uns einen Vulkan nicht vorgestellt. Der Weg ist von Regenfällen stark ausgewaschen und wir müssen aufpassen heil durch diesen Abschnitt zu kommen. Bei Regen ist dies bestimmt ein dolle Rutschbahn, wahrscheinlich wie Schmierseife. Das letzte Stück ist wieder steinig. Oben angekommen haben wir eine grandiose Aussicht in den Krater und auf die Inseln, die in der Nähe zu sehen sind.

Wer mag kann den Krater auf den Rand umwandern, wir mögen nicht. Ich baue aus unseren Wanderstöcken eine Vorrichtung um die nassgeschwitzten Klamotten im Wind zu trocknen. Wir setzen uns auf unsere Sitzpolster und Rasten, schauen uns den Krater an und lassen die Umgebung auf uns wirken. Eva geht zu den Schwefelaustrittsöffnungen um dort zu erkunden was es zu sehen gibt. Mein Platz gefällt mir und ich bleibe sitzen. Mit der Zeit kommt es mir, vor als ob es warm wird von unten. Und tatsächlich der Boden ist warm, etwas mehr wie eine Beinlänge von mir kommt Dampf oder Rauch aus dem Boden. Ups.

Grand Cratere auf Vulcano

Grand Cratere auf Vulcano

Der Weg nach unten führt zeimlich den gleichen Weg wieder bergab. Das letzte Drittel nehmen wir eine Abkürzung durch feinen schwarzen Sand, eigentlich ist es Vulkanasche. Im Ort angekommen Essen wir eine Kleinigkeit, anschließend brechen wir mit der Gruppe gemeinsam auf, um zum Schwefelschlammbad zu laufen. Keiner wollte für 1 EURO das Schwefelschlammbad besuchen. Das verblüffte sogar Johannes, unseren Reiseleiter. Ein Teil geht ins Valle dei Mostri. Wir entscheiden uns Baden zu gehen. Das erste Baden nach der Wanderung am Strand von Porto di Ponente im Mittelmeer, schööön. Zurück geht es wieder mit dem Boot von Tomasso. Wieder viel Laut. Nach knapper Zeit für die nötige Körperpflege geht es zum Abendessen in Lipari: Vorspeise, Hauptgang, Dessert: Pasta, Fisch, was Süßes.



Dienstag: 10.09.

3. Wanderung: mit dem Bus nach Quattropani; Quattropani - Kaolinbrueche - entlang der Westküste von Lipari - Thermen von San Calogero - Pianoconte ( Mittagessen im La Ginestra mit den besten Antipasti der Liparischen Inseln) - Quattroocchi (Aussichtspunkt) - Valle Muria (Badeaufenthalt) - mit dem Boot nach Lipari oder zu FUSS über Vallone Ponte nach Lipari

Dauer: 5 Std.;

Länge: ca. 13 Km;

Höhendifferenz: 350m;

Schwierigkeit: 2 Stiefel

Nach den wenig interessanten Kaolinsteinbrüchen geht es weiter an der Westküste entlang. Mitten in der Landschaft eine Fumarole, einfach so. Schwefliger Geruch liegt in der Luft. Immer weiter an der Küste entlang mit dem Ausblick auf Salina.

An den Thermen von San Calogero versucht eine Oma sich ein unberechtigtes Zubrot zu verdienen sie verlangt Geld, dann dürften wir uns die Thermen ansehen. Nö, Johannes lehnt kategorisch ab. Die Oma ist sauer, Johannes auch. Gehen wir halt weiter zum Restaurant.

In Pianoconte ist das beste Antipasti-Restaurant der Insel, sagt Johannes. Und er hat recht. Superlecker !

Der Ausblick bei Quattroocchi

Der Ausblick bei Quattroocchi

In Valle Muria erleben wir unser erstes, vergnügliches Steinstrandballet. Das Baden nach der Wanderung und dem Abstieg zum Strand ist herrlich.

Erneut nach knapper Zeit für die nötige Körperpflege, geht es zum Abendessen in Lipari: Vorspeise, Hauptgang, Dessert: Pasta, Fisch, was Süßes.



Mittwoch: 11.09.

-Tag zur freien Verfügung-

Fakultativ: Besuch des archäologischen Museums; Baden in Canneto und/oder individuelle Besichtigung von Lipari-Stadt.

Die Messer aus Obsidian im Museeum haben eine ganz besondere Ausstrahlung auf mich. Rasiermesserscharfe Kanten ! Für mich bemerkenswert an diesem Museum ist, daß kaum Waffen ausgestellt sind, trotz der sehr kriegerischen Vergangenheit der Insel durch Piraten und Eroberer.

Marina Corta - der alte Hafen

Marina Corta - der alte Hafen

Schon wieder nach knapper Zeit für die nötige Körperpflege, geht es zum Abendessen in Lipari: Vorspeise, Hauptgang, Dessert: Pasta, Fisch, was Süßes.



Donnerstag. 12.09.

4. Wanderung: mit dem Bus nach Canneto; Canneto - Lami - Monte Pilato (476m) - Bimssteinbruch & Obsidianstrom - Acquacalda (Badeaufenthalt)

Dauer: 4 Std.;

Länge: ca. 8 Km;

Höhendifferenz: 500m;

Schwierigkeit: 2 Stiefel

Auf dem Weg zum Monte Pilato kommt uns der Duft der einzigen Müllhalde auf Lipari entgegen. Auf einem Grad entlang geht es zur Spitze des Monte Pilato. Auf dem Weg nach Oben und auch Oben angekommen ist Obsidian sammeln angesagt. Wie die Wilden. Fast alle sammeln. Eva kann nicht genug davon bekommen. Mein Kommentar: "Ich schleppe sie nicht !" Auch hier finden sich Steine mit rasiermesserscharfen Kanten, Respekt.

Blick vom Monte Pilato

Blick vom Monte Pilato

Der Weg nach Acquacalda ist steinig, eng und hin und wieder steil. Nachdem wir im Ort angekommen sind geht es in ein Lokal um etwas zu essen. Die Pasta dort sind lecker. Anschließend geht es ans Wasser. In Acquacalda (warmes Wasser) erleben wir ein vergnügliches Steinstrandballet. Ich habe meine Badelatschen mitgeschleppt und komme so wenigstens bis an die Wasserlinie. Das restliche Stück muß ich dann auch tänzeln, bis ich im Wasser bin. "Warmes Wasser" davon merke ich nicht viel, angenehm ist es, aber warm ? Schmutzig sieht es aus, da schwimmt was an der Wasseroberfläche. Bimsstein ! Der ist so leicht, der schwimmt sogar in Wasser. Schon beginnt wieder die Steinesammelwut von Eva. Zum Glück sind diese Steine superleicht.

Und wieder Abendessen in Lipari: Vorspeise, Hauptgang, Dessert: Pasta, Fisch, was Süßes.



Freitag: 13.09.

5. Wanderung: mit dem Boot von Tomasso nach Salina; Santa Manna Salina - Monte Fossa delle Felci (962m) - Valdichiesa - Leni - Rinella und anschliessend Bootsfahrt entlang der Westkueste von Lipari mit Badestop am Spiaggia di Vinci.

Dauer: 5 Std.;

Länge: ca. 9 Km;

Höhendifferenz: 990m;

Schwierigkeit: 2-3 Stiefel

Karte von Salina

Karte von Salina

Das andere Boot von Tomasso ist auch ein sehr lärmendes Wasserfahrzeug. Von der Anlegestelle aus geht es los, kurz vor Verlassen des Hafens müssen die Mädels nochmal wohin.

Salina

Salina

Dann geht es aber los, auf asphaltierten Wegen geht es langsam immer steiler werdend bergauf. Dann sind die Wege zuende und die "Wildnis" beginnt. Die Trampelpfade im ersten Drittel des Weges sind stellenweise so eng und zugewachsen, daß wir den Boden nicht sehen können und uns regelrecht durch das Gestrüpp zwängen müssen. Dazwischen immer wieder Feigenkakteen, monstermäßig groß, mit überreifen Früchten, auch auf dem Boden. Vorsicht ist angesagt, das überreife Zeug am Boden ist mächtig rutschig.

Aufstieg zum Monte Fossa delle Felci auf Salina

Aufstieg zum Monte Fossa delle Felci auf Salina

Erste Pause. Heidi geht nicht mehr weiter mit, sie kehrt zusammen mit Ellen um. Wir gehen weiter nach oben. Es wird noch steiler und so etwas ähnliches wie Treppen beginnen. Ich bin froh, daß ich Wanderstöcke habe. Etwa eine Stunde lang geht es weiter. Diese merkwürdigen Treppen nerven mich. Die zweite Pause kommt.

Das letzte Stück des Weges beginnt, in weniger als einer Stunde sind wir auf dem Gipfel, dreieinhalb Stunden für 962 Höhenmeter. Oben angekommen machen wir erst mal Brotzeit auf einer Bank mit Tisch. Danach schauen wir uns auf dem Gipfel ein wenig um.

Der Weg nach unten beginnt mit einem steilen, aber gut zu laufenden Weg. Nach und nach ändert er sich zu einem, zum Teil schmalen serpentinenartigen, steinigen Fußweg. Nach einer Weile sehen wir unser Zwischenziel auf dem Weg nach unten. Am Zwischenziel machen wir eine kurze Rast, um auf Nachzügler zu warten. Wer mag kann die Kirche besichtigen. Wir mögen nicht.

Weiter geht es auf schmalen Wegen durch Weinberge, eigentlich sind es mehr Felder, im Vergleich zu den Weinbergen am Rhein. Am Hafen in Leni angekommen fallen wir in einer Gelateriea ein und nehmen ein oder zwei Granita Caffee con Pana oder Granita Limone. Oder auch ein oder zwei Eis. Auch die Rückfahrt mit dem anderen Boot von Tomasso bleibt ein ein sehr lärmendes Ereignis.

Bevor wir in Lipari anlanden, gehen wir vom Boot aus noch schwimmen bei Spiaggia di Vinci. Für mich schon ein etwas merkwürdiges Erlebnis ohne Boden unter den Füssen schwimmen zu gehen. Aber erst im Wasser, Spitzenklasse. Leider sind nicht alle mit, sie drängen, wenn auch nicht deutlich, aber wahrnehmbar zur Weiterfahrt.

Ach ja, Abendessen in Lipari: Vorspeise, Hauptgang, Dessert: Pasta, Fisch, was Süßes.



Samstag: 14.09.

- zur freien Verfügung -

fakultativ: Bootsausflug mit Barni rund um Vulcano mit Badestop in Gelso, Höhlenschwimmen und Badestop an der Grotta di Cavalo.

Wir gönnen uns ein spätes Frühstück und fahren mit dem Bus nach Canetto zum Baden.

Blick nach Canetto

Blick nach Canetto

Den Rückweg müssen wir leider zu Fuß bewältigen, weil der Bus überfüllt ist und niemanden weiteres mehr mitnehmen kann. Nun bin ich sauer, doch schon wieder laufen.

Abendessen in Lipari: Vorspeise, Hauptgang, Dessert: Pasta, Fisch, was Süßes. Abschied von unserem "Stammlokal"



Sonntag: 15.09.

Am Morgen mit Felice dem Piraten und seinem Segelschiff Sigismondo nach Stromboli;

6. Wanderung: am späten Nachmittag Aufstieg zum Stromboli; Piscita - Observatorium - Stromboli (926m) - Rina Grande - San Vincenzo

Dauer: 5 Std.;

Länge: ca. 11 Km;

Höhendifferenz: 926m;

Schwierigkeit: 2-3 Stiefel

Wir genießen die überfahrt von Lipari nach Stromboli auf dem Segelschiff "Sigismondo" (Holzbauweise, Baujahr 1946, bekannt aus dem Spielfilm "Stromboli" mit Ingrid Bergmann) in vollen Zügen. Herrlich !

Die Sigismondo

Die Sigismondo

In Stromboli angekommen wird unser Gepäck vom Hotel abgeholt und wir können mit leichtem Wandergepäck zu Hotel schlendern.

Luftbild von Stromboli

Luftbild von Stromboli

Unser Zimmer hat Seeblick, an steiler schwarzer vulkanischer Küste mit Treppe nach unten zum Wasser, um Baden zu können. Wir sehen den Stromboliccio mit seinem Leuchtturm genau vor uns. Doch vor dem Aufstieg auf den Stromboli am abend verkneifen wir uns das Baden. Es geht los, der Bergführer, ohne den eigentlich niemand auf den aktiven Vulkan darf, ist da. Wir warten auf Johannes, ja wo bleibt er denn.

Nun geht es los, der Höhepunkt dieser Reise für uns beginnt. Zuerst durch die Straßen, dann am Observatorium vorbei, geht es auf steilem Pfad bergauf. Andere Wanderer begegnen uns, deren Ausrüstung (Beleidung und Schuhe) möchte ich vorsichtig, als nicht optimal bezeichnen, der Leichtsinn treibt sein Unwesen.

Unser Bergführer gibt das Tempo vor, die langsamsten Geher sind an der Spitze. Prima Tempo.

Umziehrast

Umziehrast

Nach dreiviertel des Weges Umziehrast. Es ist stürmisch und kalt. Wir ziehen so ziemlich alles an was wir dabei haben. Hosenbeine an die ZIP-Hosen, frisches trockenes T-Shirt, Fleece-Hemd, Fleece-Weste, Fleece-Jacke und Bergjacke drauf. Eva hat Stress mit den Reißverschlüssen an den ZIPs der Hose, gemeinsam schaffen wir es das Problem zu lösen und die Hosenbeine zu befestigen.

Der Weg auf den Stromboli und auch wieder runter

Der Weg auf den Stromboli und auch wieder runter

Auf dem Stromboli erleben wir eine sehr lebensfeindliche Umgebung, sturmartige Böen, schwefelige Gase, Partikel in der Luft, Mundschutz. Das Atmen fällt schwer. Hier finden wir einen frierenden, verängstigen, hungrigen und durstigen und ganz netten Hund. Nach etwa einer Stunde und mehreren Ausbrüchen brechen wir für den Rückweg auf.

Ein Ausbruch des Stromboli

Ein Ausbruch des Stromboli

Unser Bergführer nimmt das Tier beim Abstieg mit, zum Glück. Eva und ich hätten ihn sicherlich nicht zurückgelassen. Entlang des Kraters geht es langsam nach unten. Immer weiter durch lose knöcheltiefe Vulkanasche. Nach mehr als einer Stunde treffen wir auf übermannshohes Schilf. Mitten auf der Insel ! Weit und breit kein Fluß oder Bach. Erstaunlich. Nochmal etwas mehr als eine Stunde und wir erreichen wieder den Ort. Anschlußeis und Abschlußgetränk. Nach dem Duschen sinken wir müde, aber voller neuer Eindücke in den Schlaf.



Montag: 16.09.

-Tag zur freien Verfügung-

fakultativ: Inselrundfahrt mit Felice mit Badestop und Besichtigung von Ginostra und/oder Besichtigung der verschiedenen Ortschaften von Stromboli.

Im Ort gehen wir ein bischen auf Entdeckungsreise und kaufen ein paar Kleinigkeiten ein.

Replik einer Karte der Liparischen Inseln aus dem 14. Jahrhundert

Replik einer Karte der Liparischen Inseln aus dem 14. Jahrhundert

Natürlich auch einen Teddybär mit Matrosen-T-Shirt. Er ist schnell getauft: "Felice"



Dienstag: 17.09.

Überfahrt mit der Sigismondo von Stromboli nach Panarea

7. Wanderung: San Pietro - Ditella - Spiaggia delle Fumarole - Punta del Corvo (421m) - bronzezeitliches Dorf auf der Punta Milazzese - Baden am Steinstrand in der Cala Junco bzw. am Sandstrand in der Caletta die Zimmari - Drauto - San Pietro

Dauer: 4 Std.;

Länge: ca. 8 Km;

Höhendifferenz: 421m;

Schwierigkeit: 2 Stiefel

anschliessend Rückfahrt mit der Sigismondo nach Lipari

Karte von Panarea

Karte von Panarea

Kalt erwischt. Ohrenschmerzen. Kein Arzt, keine Apotheke auf der Insel. Auf den Kopfkissen gelbe Eiterflecken aus dem Ohr. Bei der Rückfahrt nach Lipari bleibe ich wieder die meiste Zeit unter Deck, obwohl die anderen wieder vom Schiff aus im Mittelmeer baden gehen. Eva und ich bleiben an Bord, ich unter Deck und Eva mit einem Buch auf Deck. Für Eva ein ruhiger, toll entspannender Tag.

Am Abend in Lipari endlich zu einem Arzt. Johannes klärt den Termin und ich werde sofort vorgelassen, die wartenden anderen Patienten bei dem Arzt meckern nicht, vielmehr wünschen sie gute Besserung. Zuhause wäre das sicherlich ganz anders. Das werde ich mir bestimmt merken. Die Verständigung mit dem Arzt gestaltet sich als problematisch. Er kann kein Deutsch. Ich kann kein Italienisch. Johannes kann zwar Italienisch, jedoch keine Vokabeln aus der Medizin. Ich kann Englisch, der Arzt nicht. Eva kennt Lateinische Begriffe aus dem Gesundheitswesen. So wurschteln wir uns durch. So ganz wohl ist mir dabei nicht, aber was hilfts, da muß ich durch. Eine andere Lösung gibt es nicht. Es stellt sich heraus, daß ich mir eine mittelschwere Mittelohrendzündung mit Gehörgangentzündung zugezogen habe. der Arzt verschreibt mir einige Medikamente. Der nächste Gang ist in eine Apotheke. Hier bekomme ich recht schnell was mir verschrieben wurde.



Mittwoch: 18.09.

-Tag zur freien Verfügung-

fakultativ: Ausflug mit der Regina dei Mari nach Filicudi mit praehistorischen Dorf Capo Graziano und Alicudi.

Karte von Flicudi

Karte von Flicudi

Karte von Alicudi

Karte von Alicudi

Ohrenschmerzen ! Kein Ende in Sicht. Auf den Kopfkissen gelbe Eiterflecken aus dem Ohr. Ich bleibe im Hotel. Ganz langsam wirken die Tabletten, gegen die Entzündung und gegen die gemeinen Schmerzen.



Donnerstag: 19.09

8. Wanderung: Mit dem Bus nach Quattropani; Quattropani - Monte Chirica (602m) - Monte San Angelo(594m) - Pianoconte (Antipasti-Restaurant) - Lipari

Dauer: 4 Std.;

Länge: ca. 10 Km;

Höhendifferenz: 400m;

Schwierigkeit: 2 Stiefel

Immer noch Ohrenschmerzen ! Die Eiterflecken auf dem Kopfkissen werden weniger. Ich bleibe sicherheitshalber weiter im Hotel, lesen. Diese Wanderung hätte ich gerne mitgemacht, zum Abschied von Lipari und weil es in Pianoconte das beste Antipasti-Restaurant der Insel gibt. Eva und Linda fahren nach dem Baden mit Barni von Valle Muria zurück nach Lipari, umsonst !

Abendstimmung

Abendstimmung - Rückfahrt von Valle Muria



Freitag: 20.09.

Vormittag zur freien Verfügung für letzte Einkäufe; am Nachmittag mit der Fähre nach Milazzo und anschliessend mit dem Bus nach Zafferana Etnea

Die Fähre nach Milazzo ist groß, laut, ungemütlich, schnell und man kann nicht ins Freie. Kein Vergleich mit der "Sigismondo".

Grosser Hafen von Lipari

Grosser Hafen von Lipari

Beim Abendessen im Hotel Primavera dell´ Etna auf Sizilien schlage ich vor ein Fototreffen zu organisieren. Guter Vorschlag, meint man, aber... Es kommt, wie es kommen mußte, kein Fototreffen, wegen allerlei, aus unserer Sicht fadenscheinigen, Gründen.



Samstag: 21.09.

Transfer zum Flughafen und Abreise; für Spätflieger besteht noch die Möglichkeit am Vormittag den Monte Etna (3340m) zu besteigen.

Um noch am morgen auf den Monte Etna zu steigen geht unser Flug zurück nach München zu früh, so können wir uns nicht persönlich von diesem Berg verabschieden. Die Abreise naht, der Kleinbus zum Flughafen Catania ist da. Abschied vom Monte Etna, von Sizilien, von den Mitreisenden, von Johannes.

Blick zurück zum Ätna

Blick zurück zum Ätna

Vor dem Flug habe ich etwas Bammel wegen meiner Beschwerden mit dem Ohr, aber eine Flugbegleiterin gibt mir Nasentropfen, die zwar eklig schmecken, wenn sie durch die Nase in den Rachenraum laufen, aber sie helfen. Der Rückflug stellt sich für als kein Problem dar. Glück gehabt !

Zurück in München versuche ich beim Fundbüro meine blauen Aufsatzgläser zurückzubekommen, viel Hoffnung habe ich nicht, aber nach kurzer Beschreibung von mir, schaut der Mitarbeiter in dem Fundbüro in seinem PC nach, öffnet eine Schublade, ich unterschreibe ein Formular und ich habe meine Sonnengläser wieder. Prima. Die Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln gestaltet sich diesmal etwas abenteuerlich, dummerweise steigen wir in die falsche S-Bahn ein. Falsch, weil die über einen Umweg zum Ostbahnhof fährt. Am Ostbahnhof angekommen erleben wir die "letzten Ausläufer" des Oktoberfestes in München. Na ja.

Endlich wieder Zuhause. Am Montag gleich zum Ohrenarzt ! Wie es weitergeht, das ist eine andere Geschichte.



Die Schwierigkeitsgrade

1 Stiefel:

Mittlere Gehzeiten von ca. 3 - 4 Stunden bei nur geringen Höhenunterschieden von durchschnittlich 100 - 200 Metern. Auch für diejenigen geeignet, die die Lust am Wandern noch entdecken wollen.

1-2 Stiefel:

Mittlere Gehzeiten von ca. 4 - 5 Stunden und Höhenunterschiede bis 400 Meter Aufstieg. Abstiege können gelegentlich über 400 Meter hinausgehen, sofern sie gemächlich in nicht steilem Gelände erfolgen. Natürlich können bei einem so bezeichneten Wanderprogramm auch schon mal 1-2 Wanderungen der 1-Stiefel- und 2-Stiefel-Kategorie enthalten sein. Geeignet für alle mit normaler Kondition.

2 Stiefel:

Mittlere Gehzeiten von 5 Stunden mit durchschnittlichen Höhenunterschieden von 400 - 600 Meter. Mit einer normalen Kondition und einer gewissen Wandererfahrung problemlos zu bewältigen.

2-3 Stiefel:

Mittlere Gehzeiten von 6 Stunden und Höhenunterschieden bis 1.000 Meter. Sie sollten über eine gute Kondition und eine längere Wandererfahrung verfügen. Auch hier können bei einem so bezeichneten Wanderprogramm schon mal 1 - 2 Wanderungen der 2-Stiefel- und 3-Stiefel-Kategorie enthalten sein.

3 Stiefel:

Die Gehzeiten und Höhenunterschiede sind gegenüber der 2-3 Kategorie noch einmal leicht gesteigert mit bis zu 7 Stunden und gelegentlich auch über 1.000 Meter. Die so bezeichneten Reisen bleiben dem konditionsstarken, trittsicheren und wandererfahrenen Gast vorbehalten.

Gehzeit bedeutet reine Gehzeit ohne Pausen, wobei 4 km in ebenem Gelände pro Stunde zugrunde gelegt werden.
Höhenunterschiede werden getrennt für Auf- bzw. Abstiege angegeben.



Impressum letzte Aktualisierung: 30. März 2015

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