Rainers kleiner Weltausschnitt

Reisebeschreibung

Umbrien und Abruzzen - das bergige Herz Italiens Sonderschriftart im Downloadbereich. Landesfahne
vom 21. Mai 2005 bis 4. Juni 2005
Inhaltsverzeichnis

Freitag, 20. Mai 2005 Mein erster Urlaubstag.
Samstag, 21. Mai 2005 Abreise nach Rom in Italien und die Busfahrt nach Spoleto.
Sonntag, 22. Mai 2005 Erster Ausflug rund um Spoleto.
Montag, 23. Mai 2005 Ausflug nach Assisi zu "Clara" und "Franz".
Dienstag, 24. Mai 2005 Norica - Nationalpark Mt. Sibellini - über ein Gipfelchen nach Castellucio.
Mittwoch, 25. Mai 2005 Perugia.
Donnerstag, 26. Mai 2005 Castelmonte - noch ein Gipfelchen.
Freitag, 27. Mai 2005 "Spurt" durch Orvieto auf dem Tufffelsen und dann nach Pescasseroli in den Abruzzen.
Samstag, 28. Mai 2005 Gewitter auf einem Höhenweg bei Pescasseroli.
Sonntag, 29. Mai 2005 Spaziergang im feiertagsgeschmückten Pescasseroli - Seele baumeln lassen.
Montag, 30. Mai 2005 Einkaufen in Pescasseroli - und nochmal Seele baumeln lassen.
Dienstag, 31. Mai 2005 Die Wanderung nach Scanno.
Mittwoch, 1. Juni 2005 Pausentag für uns - gemächliches Spazieren durch Scanno.
Donnerstag, 2. Juni 2005 Gran Sasso Nationalpark - Nebel, Regen, Hagel und Gewitter im Berg.
Freitag, 3. Juni 2005 Trocknungs- und Erholungstag.
Samstag, 4. Juni 2005 Abreise nach Deutschland.
Literatur und Medien Tipps


Freitag, 20. Mai 2005

Mein erster Urlaubstag ! Meine Eltern sind auch schon da. Sie sind am Donnerstag gegen 17:00 Uhr in Rosenheim angekommen. Eva hat sie von der Arbeit aus mitgenommen. Heute schlafen wir halbwegs mal aus, aber es ist noch einiges zu tun. Nach einem gemeinsamen Frühstück geht es los. Eva und meine Mama fahren nach Rosenheim zum einkaufen. Papa und ich bleiben zuhause. Derweil lade ich den getrennten Müll ein und bringe ihn zu der Sammelstelle im Ort.

Nachdem Eva und Mama zurück sind, schnappe ich mir mein Motorrad und fahre in die Stadt, da ich vergessen habe, ein neues Reisetagebuch einzukaufen. Anschließend fahre ich noch schnell nach Maxlrain und einen Tisch zu reservieren. Die Bedienung meint, das sei nicht nötig. Dann fahre ich über abgelegene Landstrassen zurück nachhause. Es juckt mich in den Fingern noch eine größere Runde zu drehen, aber dafür ist leider keine Zeit, obwohl das Wetter super ist.

Zuhause gibt es erstmal Eis und Kaffee. Danach muß der Rasen noch schnell gemäht werden. Mittendrin kommen die Nachbarn aus'm Kurzurlaub zurück und Evas Papa ruft an. Das Rasenmähen muß unterbrochen werden. Grrrr. Ich mag Gartenarbeit nicht. Und dann auch noch diese Unterbrechungen. Nachdem das dann alles erledigt ist, geht es ans Koffer packen. Diesesmal richtig Stressfrei. Zwischendurch verlegt Eva zwar mal ihre Thermosflasche. Aber nach einigen Minuten findet Eva sie unter einem Stapel der Klamotten. *Grins*

Um 19:00 Uhr fahren wir dann alle mit dem Auto nach Maxlrain zum Abendessen. Deftige bayrische Brauereigaststättenkost. Was Portionen ! Und ich darf nix von dem lecker Bier trinken. Ich muß ja fahren. Wir müssen lange auf die Bedienung warten, der Biergarten ist übervoll. Mein "Teufelsreindl" ist eher ein "Bengelchenbraten", denn die von mir erwartete Schärfe des angepriesenen Chilis fehlt. Trotzdem schmackig. Der Koch hinter dem Tresen in der Küche ist ein Mannsbild von einem Kaliber Ottfried Fischers.

Auf dem Rückweg tanke ich noch für 30 EUR, das reicht bis zum Flughafen München und zurück. Zuhause noch einen Verdauungsschnaps und dann ab ins Bett. Wann fliegen wir, am 20. oder 21. - o Schreck.



Samstag, 21. Mai 2005

Auch heute schlafen wir halbwegs aus. Gemütliches gemeinsames Frühstück mit einen Eltern. Fahrzeuge umrangieren. Letzte Utensilien verpacken. Eva gießt noch einmal alle Blumen und den gesamten Garten incl. ihres Gewächshauses. Nun warten wir sehr entspannt auf's losfahren. Eva macht sich Sorgen um die Mietzekatze. Die ist krank und frisst nichts.

Nun ist es 12:30 Uhr und es geht los. Die übliche Abschiedszeremonie. Um 14:00 kommen wir beim Parkservice an. Der bringt uns pünktlich zum Flughafen Terminal 2. Wir checken klassisch am Schalter ein, da wir unsicher sind, wie mit Akkus und Batterien zu verfahren ist. Es hat widersprüchliche Informationen von Wikinger und auf'm Flughafen gegeben. Aber kein Problem. Der Flug ist stark ausgebucht. Wir bekommen Plätze in der Business-Class. Nobel.

Zügig, aber ohne Hetze geht es weiter. Am Security Check, wie immer. Ich muß meine Bergschuhe ausziehen, damit diese gesondert durchleuchtet werden können. Anschließend zum Gate 34. Zuvor hat Eva ein wenig Hunger und holt 2 Brezn. Für 2 EUR.

Am Gate treffen wir überraschend für uns Johannes mit der Reisegruppe. Sie haben von Frankfurt kommend in München Zwischenlandung gemacht. Boarding geht auch schon los. Wir lassen uns auf unseren Plätzen in der Business Class nieder. Wir bekommen Zeitschriften angeboten und wenig später reicht man uns eine kleine Mahlzeit. Dazu ein "Sektchen". Porzellanteller und ordentliches Metallbesteck. Poah.

Der Flug über die Alpen war toll. Sicht bis zum Boden und tolle Täler mit verlockenden Kurvenstrecken. Keine Ahnung wo das alles ist. Nach den Alpen fällt mir auf, dass in den flacheren Geländeteilen viele Solaranlagen zu sehen sind.

Gelandet. In Rom fehlt der Mitarbeiter des Bodenpersonals der die Fußgängerbrücke an das Flugzeug heranfahren darf, da wir 10 Minuten früher da sind als geplant. Keine Probleme mit dem Gepäck oder sonstigem. Nachdem wir im Ausgangsbereich angekommen sind, geht Johannes auf die Suche nach unserem Busfahrer. Nach wenigen Minuten ist auch das geklärt. Nun ein langer Weg zum Bus quer über den Flughafen Roms.

Mit dem Bus geht es nun nach Spoleto. Die Klimaanlage ist so kalt, dass wir alle im Bus Hemden und Jacken anziehen. Bei Rom staut sich der Verkehr sehr. Nach Rom machen wir einen kurze Rast an einem Rasthof. Wir kaufen erste Getränke und ein kleines Stofftier ein - das ist auch schnell getauft - "Charger" - wie der Tiger aus dem Nationalpark Bandhavgarh in Indien. Terni ist keine schöne Stadt berichtet Johannes, während wir daran vorbei fahren. Sie wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und als reine Industriestadt wieder aufgebaut.

Der Weg nach Spoleto ist vom Bodenbelag Klasse und es hat Kurven. Ein Genuss für Motorradfahrer. Hmmmm. Angekommen in Spoleto, ein Städtchen das seinen mittelalterlichen Charakter vollkommen erhalten hat, fahren wir mit dem Bus kreuz und quer durch die engen Straßen. Das Hotel finden wir nicht. Wir warten am Ortseingang bis ein Mitarbeiter des Hotels uns und den Bus abholt. Wieder kreuz und quer durch den Ort. Kurz vor den Hotel müssen wir aussteigen und den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen. Das Gepäck soll gebracht werden.

Das Hotel Clitunno ist ein sehr verwinkeltes Gebäude. Treppauf, treppab geht es zu unserem Zimmer. Klein, aber fein. Ins Bad geht es drei Stufen hinab. Die Badewanne ist mit einem Deckenbogen ausgestattet. Nett. Um 19:00 Uhr gibt es Abendessen. 4 Gänge - wir sitzen bei Weisswein bis ca. 22:30 im Restaurant. Dann ab ins Bett.



Sonntag, 22. Mai 2005

Wir stehen um 06:00 Uhr auf, um nach der Morgentoilette die Rücksäcke zu packen. Um 07:30 Uhr gehen wir zum Frühstück. Um 09:00 Uhr geht unsere erste Wanderung mit einem kleinen Stadtrundgang los. Die Einblicke in die Sträßchen und Hinterhofgärten sind überaus nett. Es ist halt ein Ort der mittelalterlich gewachsen ist. Im Ort schauen wir uns noch den romanischen Dom Santa Maria Assunta an, dessen Fassade von acht Fensterrosen gegliedert ist. Nachdem er von Barbarossa zerstört wurde, erhielt der Dom 1198 seine heutige Gestalt. Wir laufen dann bergauf durch Spoleto auf einem Weg um das Castello herum zum Aquädukt. Der Ponte delle Torri ist 80 Meter hoch über der Tessino-Schlucht und 230 Meter lang. Er wurde im 13. Jahrhundert errichtet.

Ansicht von der Seite - Die alte Wasserleitung Ponte delle Torri

Die alte Wasserleitung. Ponte delle Torri
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Hier beginnt die eigentliche Wanderung. Mir fällt auf, dass meine physische Leistungsfähigkeit nicht zum besten bestellt ist. Zum Glück habe ich meine Wanderstöcke dabei. Das macht es doch kollosal viel leichter. Die Wanderung geht durch einen Wald bis zu einem Kloster. Dies kann besichtigt werden, aber nur mit bedeckten Schultern und Knien.

Da ich zu faul bin die Hosenbeine wieder an die Hose zu zippen, bleibe ich draussen. Es gesellen sich noch einige weitere Wanderfreunde zu mir. Ich mache im Schatten auf einer Bank Rast. Nach dem "interessanten" Klosterbesuch, geht es weiter zu einem Aussichtspunkt, von dem aus das Tal um Spoleto zu überblicken ist.

Ausblik auf das Tal von Spoleteo.

Das Tal von Spoleteo.
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Nun ist Mittagspause. Zusammen mit Johannes gehen wir in ein nahegelegenes Restaurant. Das Essen ist Portionsmässig "zurückhaltend". Aber das Eis ist superlecker. *Grins* Nach reichlich Rast geht es weiter entlang eines Bergpfades zu einer Kirche mit Gartengaststätte. Dort trinken wir nur was. Johannes holt den Schlüssel zu der Kirche in der Gaststätte um in die Kirche zu können. Wir bleiben auf der Terasse sitzen, denn die Athmospäre ist toll. Ruhig.

Abgesehen von dem Gedröhne diverser zweizylindriger Motorräder, die in der Nähe häufig vorbeifahren. *lechz* Hier muß ein Ausflugsziel der örtlichen Motorradfreunde sein.

Nach einer Weile wandern wir weiter bergab zu einer zweiten Kirche. Hier kann Eva einige junge Katzen krabbeln. Ich stelle mich in den Schatten, während alle anderen beschäftigt sind etwas über diese Kirche zu erfahren. Nach einer Weile geht es weiter und kurz darauf sind wir in Spoleteo und in unserem Hotel. Nach Körperpflege geht es zum Abendessen und so gegen 22:30 gehen die Lichter bei uns im Zimmer aus.



Montag, 23. Mai 2005

Heute geht es nach Assisi. Mit der Eisenbahn. Alles zu sehr moderaten Zeiten. Ich genieße es trödeln zu können und nicht hetzen zu müssen. Im Zug bei der Fahrkartenkontrolle erwischt es Johannes. Er hat vergessen unser Sammelticket abzustempeln. Nach reichlich Diskussion mit der Zugbegleiterin muß er eine Strafe von 50 EUR zahlen.

Nach ca. 1/2 bis 3/4 Stunde Fahrt kommen wir in Assisi an. Unser Fremdenführer, Marco, holt uns am Bahnhof ab. Vom Bahnhof aus fahren wir mit einem Linienbus. Der bringt uns bis in die oberen Stadtviertel von Assisi. Dort beginnt Marco unsere Führung. Wir schauen uns zuerst den ältesten Teil von Assisi an.

Eine Gasse in der Oberstadt von Assisi.

Die Oberstadt von Assisi.
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Dort sind noch die Reste der Römer (Amphitheater) zu sehen. Die Gassen sind eng und ruhig - Marco berichtet, dass eher selten Touristen diesen Teil von Assisi besuchen. Assisi besteht aus 6 Stadtvierteln - 3 in der oberen Stadt von Assisi und 3 in dem neueren, unteren Teil von Assisi.

Marco erklärt all die Besonderheiten dieser Stadt anschaulich, lebendig und mit spürbarer Begeisterung. Sein Vortagstil ist mitreissend. Nachdem wir im dem neueren Teil von Assisi angekommen sind, könnnen wir sagen, dass es uns im ältern, ruhigeren, oberen Teil dieser Stadt viel besser gefallen hat.

Noch eine Gasse in der Oberstadt von Assisi.

Die Oberstadt von Assisi. - Noch ein Eindruck.
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Wir bekommen den vermutlichen Geburtsort von Franz von Assisi - eine Scheune - zu sehen. Bewiesen ist dies allerdings nicht. Richtig ist allerdings, dass zu dieser Zeit der wärmste Ort nun mal der Stall war.

Die vielen Eindrücke fliegen förmlich an uns vorbei. - Ciara - Klara - die Krypta - im 1900 Jahrhundert ausgegraben - kurz vor Toresschluß noch schnell in die Kirche und in die Krypta in der die heilige Klara beigesetzt ist. - Fotografierverbot innen ist für mich o.k. - Eine Bedienstete schmeisst die Besucher regelrecht raus. - Vor der Kirche auf dem Platz ist Los Angeles in Sicht.

Kirchen - Fresken - Gräber - wir bekommen reichlich davon zu sehen. In San Francesco, der Kirche in der Franz von Assisi begraben ist, herrscht Fotografierverbot, aber selbst Geistliche, die diesen Ort besuchen, brechen diese Regel und fotografieren mit Blitzlicht in der Kirche. Das finde ich sehr respektlos. In der Krypta in der Franz von Assisi in seinem Steinsarg begraben liegt, herrscht Redeverbot. Trotzdem ist ein gewisses Gemurmel zu vernehmen. Und Kindergeschrei - aber die können es ja nicht verstehen.

In der Kirche hilft Marco dem Sicherheitspersonal, die ein deutsches Mädchen dabei haben, welches ihre Eltern verloren hat. Nach einigen Minuten ist alles geregelt. Die Familie ist wieder vereint. Die Führung in der letzten Kirche wird mit Funkgeräten und Ohrhörer im Ohr durchgeführt - ganz praktisch. Nach der Führung durch Assisi mit Marco, so gegen 15:00 Uhr, gehen wir noch auf eigene Faust los. Zurück in die ruhigen Gassen der Oberstadt. Wir haben Durst und die Füsse tun von Rumstehen beim Zuhören weh. Wir setzen uns in eine Cafeteria und trinken was.

Um 17:05 Uhr treffen wir uns dann alle bei einer Kirche und gehen zur Bushaltestelle für die Fahrt zum Bahnhof. Der Zug kommt halbwegs pünktlich und wir sind alle gegen 18:30 zurück im Hotel in Spoleto. Ich entdecke auf dem Weg zum Hotel einen Messerladen. Leider ist das Angebot wenig verlockend. Das Abendessen ist heute nicht so nach unserem Geschmack. Und trotz Strichliste am Vorabend klappt die korrekte Speisenverteilung nicht so richtig.



Dienstag, 24. Mai 2005

Heute geht es wieder wandern. Um 09:05 Uhr wollen wir uns vor dem Hotel treffen. Es soll zu Fuß dann zu einer Stelle gehen, wo der Bus halten kann. Doch der überrascht uns und holt uns trotz der engen Gassen vor dem Hotel ab.

Wir fahren durch das Neratal nach Norica - dem Geburtsort des Hl. Benedikt - der hat das Klosterwesen "erfunden". Das Tal zieht sich lange entlang des Flusses Nera. Touristisch interessante Ausblicke und auch als Motorradausflug für den "sportlich" ambitionierten Fahrer interessant (Mich juckt die Gashand.).

Norica ist bekannt für Lebensmittel, wie z.B. die besten Linsen und Schweinefleischprodukte wie diverse Würste, Trüffel und Wildschwein. In dem Städchen kann man sich nicht verlaufen, den die alte Stadtmauer steht noch vollständig. Wir gehen eine dreiviertel Runde entlang der Stadmauer durch ruhige Wohngässchen.

Eine schwarze Katze in den Gassen von Norica vor einem alten Hauseingang.

Eine schwarze Katze in den Gassen von Norica vor einem alten Hauseingang.
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Eine Gasse von Norica.

Eine Gasse von Norica.
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Um 12:00 Uhr soll es weitergehen, nachdem wir einige Spezialitäten zum Vespern eingekauft haben, setzen wir uns auf eine Bank und schauen dem Treiben der Einheimischen und Touristen auf dem Rathausplatz mit der Statue des Hl. Benedikt zu.

Nun zum Bus und nach 1/2 bis 3/4 Stunde sind wir im Nationalpark Mt. Sibellini. In Castellucio, einer der höchsten bewohnten Städte (ca. 1395 Meter) Italiens, verlassen wir den Bus. An einem Stand wird noch der letzte Bedarf an Verpflegung gedeckt und die "Parole" "in 5 Minuten"gehts los wird ad Akta gelegt. Nachdem sich einige mit warmer, scharfer Wildschweinwurst auf Brötchen versorgt haben und diese verspeist wurde, geht es los.

Der Wind ist zum Teil scharf und kalt. Es geht mit wenig Steigung durch einen Einschnitt Richtung Berg. Die Aussichten sind toll. Berge mit Resten von Schneeflecken. Schafe auf den grasgrünen Hängen. Kein Mensch sonst weit und breit.

Mit der Zeit und nach vielen Trinkpausen nimmt die Steigung aprupt zu. Es ist für mich gut, dass ich den Schlussläufer und "Lumpensammler" mache. So kann ich mein langsames Bergauftempo gehen. Unterwegs kommt dann noch mein Dreieckstuch als Nackenkühlkissen zum Einsatz.

Wie so oft, ist es das zweite Drittel des Bergaufabschnittes, der für mich schwerste Abschnitt ist. Danach fällt mit der Rest leichter. Die restliche Passagen sind von der Steigung her recht flach, bis auf die letzten Meter vor dem Gipfelkreuz.

Hier wird Rast und Brotzeit gemacht. Dazu haben Eva und ich einen Gipfelschnaps mitgebracht. Grappa mit Trüffel aus Norica. Der wird bis auf ein Pfütze ausgetrunken, war ja auch nur eine kleine Flasche, mit Bügelverschluß übrigens.

Plötzlich heist es Aufbruch und wir müssen eilig unsere Utensilien einpacken. Der Weg nach Castellucio zurück ist leicht, aber zieht sich gegen Ende sehr in die Länge. Auf einem Schotterweg scheint Castellucio nicht näherzukommen, obwohl ich schon einen Fuß mechanisch vor den anderen setze. Auch hier ist der Wind wieder scharf und kalt. So kalt, daß ich noch meine Windstopperjacke drüberziehe.

Der Weg zurück nach Castellucio.

Der Weg zurück nach Castellucio.
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Im Ort gibt es ein "hopfenhaltiges, isotonisches Getränk" an einem Kiosk und dann geht es per Bus den gleichen Weg zurück nah Spoleto. Gegen 20:30 Uhr kommen wir an und beschließen sofort zu abend zu essen und die Körperpflege hintenanzustellen. So um 23:00 Uhr liegen wir endlich im Bett und machen das Licht aus.



Mittwoch, 25. Mai 2005

Um 05:45 bimmelt, das zum Wecker degradierte, Handy. Eva und ich sind noch "müdetot". Aber es hilft nix, um 07:00 Uhr soll es Frühstück geben. Doch das klappt nicht so richtig. Nach einem halbwegs improvisierten Frühstück starten wir um 08:00 zu Fuß in Richtung Bahnhof, denn der Zug soll um 08:37 Uhr abfahren.

Im Sturmschritt geht es los. Der Zug hat etwas Verspätung. Nach ca. einer Stunde Fahrt sollen wir in Perugia ankommen. Johannes hat heute die Sammelfahrkarte abgestempelt. Die Reisegruppe ist recht still im Zug, alle scheinen noch müde zu sein.

Am Bahnhof empfängt uns Marco, den wir schon aus Assisi kennen. Wir fahren wieder mit einem städtischen Bus in die höher gelegenen Stadtteile. Die Führung startet mit einer für mich unerwarteten, ja Sensation. Eine Stadt wurde über einer Stadt errichtet.

Das überbaute Perugia.

Das überbaute Perugia.
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Der überbaute Teil ist vollständig erhalten, gemeint sind die Mauerwerke. 1540 stellt für die Bewohner Perugias ein besonderes Jahr dar, denn in diesem Jahr befreiten sie sich von der dunklen Herrschaft eines Papstes, der die "dunkle Zeit", das Überbauen, angeordnet hatte. Perugia war davor in den vergangenen Jahrhunderten der treueste Verbündete der Päpste.

Sogar von den alten Mauern der Etrusker sind noch kollosale Mauerreste und sogar noch ein Tor erhalten. Bemerkenswert sind die genau behauenen Steinquader, aus denen die etruskischen Steinmetze die Mauern zusammenfügten. Große quadratische bis rechteckige Steine. Bei dem erhaltenen Tor der Etrusker haben Wissenschaftler kleine Glasstückchen eingefügt, um die Wirkung von Erdbeben zu erforschen und zu dokumentieren. Diese Glasstückchen sehen aus wie Objektträger. Unweit der Mauern befindet sich die Ausländeruniversität Perugia

Das alte etruskische Tor.

Das alte etruskische Tor.
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Marco erspart uns heute den Besuch von Gotteshäusern. Vielmehr zeigt er uns anschaulich anhand der Gebäude und der Symbolik der Architektur die Geschichte von Perugia. Gegen Mittag ist die Führung zuende. Wir gehen zusammen in eine Pizzeria zum gemeinsamen Essen, um uns dann von Marco und seinen Ausführungen zuverabschieden. Nach dem Essen geht jeder seiner Wege.

Eva möchte durch die, für sie interessanten Läden "schnorcheln". Für mich gibt es nichts mehr hier, was mich interessiert. Auf der Flanierstrasse reiht sich ein Klamottenladen an den nächsten. An dem großen Platz mit dem symbolträchtigen Brunnen lasse ich mich für ein Nickerchen auf einer großen Freitreppe nieder. Eva zieht alleine los. Danke.

In der Gelateria vorraus sammeln sich nach und nach einige Reisegefährten. Ich habe keine Lust auf "Smalltalk" und bleibe auf meiner Treppenstufe um weiter zu ruhen. So um 16:00 Uhr werden wir wohl zum Treffpunkt an der Bushaltestelle zum Bahnhof aufbrechen, um pünktlich um 16:45 Uhr da zu sein. Den wiklich letzten Zug zurück nach Spoleto müssen wir unbedingt erwischen. Ansonsten haben wir ein Problem. Von den vergangenen Tagen bin ich geistig und körperlich müde. Mal sehen was morgen ist, ob wir eine "Auszeit" nehmen.



Donnerstag, 26. Mai 2005

Wir haben uns doch zum Wandern entschieden. Um 08:50 Uhr geht es los, um auf einem kleinen Markt in Spoleto noch etwas Proviant einzukaufen. Viele kaufen sich mit warmen Schweinefleich belegte Bötchen ein. Wir brauchen nur Brot und etwas Obst. Kurz nach 9 Uhr geht es dann weiter.

Wir laufen heute andersherum um das Castello zum Aquädukt. Auf dem Weg dorthin wird die Kneipe für den heutigen abendlichen Absacker ausgeguckt. Auf dem Aquädukt finde ich einen kleinen Akku und nehme ihn mit - Umweltschutz. Ich gehe wieder als letzter, um mein eigenes, langsames Bergauftempo gehen zu können. Es geht entlang eines Trimmpfades mit wenig Steigung los. Über schattige, gut ausgebaute Wege mit Sicht auf das Castello, den Aquädukt und anderen Gebäuden von Spoleteo.

Der Weg wird schmaler, steiniger und steiler - viel steiler und nach etwa 2 Stunden sind wir auf den Gipfel des...

Cima di Catelmonte (1038m).

Cima di Catelmonte (1038m).

Dort machen wir eine dreiviertel Stunde Rast. Zu Beginn sind alle mit Essen beschäftigt, doch nach und nach wird es stiller und stiller - es wird "gerastet".

Der Ausblick ist toll, unter uns ist ein verfallenes kleines Castello zu sehen.

Das verfallene Castello.

Das verfallene Castello.
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Eva mußte unbedingt die großen Waldameisen füttern. Am besten kommt ein kleines Stückchen Coppa an. Den hatten wir noch übrig aus Norica und hier haben wir den Rest aufgegessen.

Pünktlich geht es dann weiter. Der Weg bergab geht weiter durch einen "Zauberwald". Waldblumen zwischen den Bäumen, Trockenmauern mit Blumen, Farnen und Moos bewachsen wechseln sich ab. Es geht zügig bergab und an einer Gabelung des Schotterweges wartet Johannes auf uns. Gemeinsam geht es weiter bergab. Wir sind die letzten. Etwa eine halbe Stunde vor dem Ziel kommt Johannes auf die Idee ein Auto anzuhalten, um den Rest des Weges per Auto zurückzulegen. Gesagt - getan. Ein junger Mann hält mit seinem Geländewagen an und nimmt uns mit. Wir fahren mit, bis der Bus, der uns abholen soll, zu sehen ist.

Neben dem Bus steigen wir aus dem Geländewagen aus und laufen zu einer nahegelegenden kleinen Gaststätte oder Kiosk an der Landstrasse. Dort steht ein Motorrad, eine S***** GSX R 750 mit einem 2 Finger breiten "Angststreifen" am Hinterrad. Wir bestellen und schon mal was zu trinken und warten auf all die anderen, an denen wir lachend und scherzend vorbeigefahren sind. Mir scheint es, dass einige diesen Scherz nicht so gut finden.

Ich beobachte die Kurve die unmittelbar zu sehen ist. Die höchste Kurvengeschwindigkeit scheint ein Kleinlaster oder ein Motorroller zu fahren. Bei dem Motorrädern war aus meiner Sicht noch viel "Luft", was die Schräglage anbelangt.

Nachdem alle ihr Getränk genossen und gezahlt haben, geht es mit dem Bus Richtung Spoleto. Auch diese Strecke ist für motorisierte Zweiradfahrer sehr verlockend.

Zurück in Spoleto müssen wir ein Stückchen zu Fuß von Bus zum Hotel zurücklegen. Der Bus schafft es nicht bis auf den Hotelparkplatz.

Nach ausgiebiger Körperpflege ohne Hatz geht es um 19:30 Uhr zum Abendessen. Es ist das Abschiedsabendessen von Spoleto. Mit Sekt und super Nachtisch.

Anschließend geht es noch für einen Absacker zum dem Lokal, das wir am Anfang der Tour ausgemacht haben. So richtig Lust hab ich nicht. Der Grappa ist reichlich, aber geschmacklich nicht besonders gut. Und mir ist trotz Fleece-Jacke kalt. So beenden wir recht schnell unsere Teilnahme an dieser Runde und gehen zurück ins Hotel und zu Bett.



Freitag, 27. Mai 2005

Heute ist Abreisetag aus Spoleto und aus Umbrien. Mit dem Bus werden wir in die Abruzzen gebracht. Unser Gepäck wird von Hotel zum Busparkplatz am Ortseingang von Spoleto gebracht. Mit dem Handgepäck gehen wir dann nach dem Frühstück zum Bus. Eva trägt unsere Bergschuhe, dafür darf ich die schwere Kosmetiktasche tragen. Der "Sherpa" eben.

Nach etwa zwei Stunden im Bus kommen wir in Orvieto an. Die Stadt liegt auf einem Tufffelsen.

Ausblick auf den Tufffelsen auf dem Orvieto gebaut ist.

Ausblick auf den Tufffelsen auf dem Orvieto gebaut ist.
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Wir haben so ungefähr drei Stunden Zeit, um uns die Stadt anzusehen. Es gibt viele nette Lädchen, die eigentlich alle irgendwie zum Besuchen einladen. Aber es ist zu wenig Zeit. Wir schaffen es erste Mitbringsel einzukaufen - Lederwaren. Eva hätte gerne eine Besichtigung durch die von Menschenhand gegrabenen Höhlen im Tuff mitgemacht - aber das klappt leider nicht. Wir können noch etwas zu Essen einkaufen und ein wenig Schauen. Dann ist die Zeit auch schon um und wir müssen zum Treffpunkt an der großen Kirche von Orvieto. Schnell noch was trinken und dann geht es schon wieder los.

Die grosse Kirche in Orvieto.

Die grosse Kirche in Orvieto.
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Mit schnellen Schritten Richtung Bus. Eigentlich sollte der innere Bereich der Altstadt von Orvieto Autofrei sein, aber die Italiener scheinen es damit nicht so genau zu nehmen. In den engen Gassen schlängeln sich Autos, kleine Lieferwagen, Fußgänger und Mopeds hin und her. Den Weg herunter vom Tufffelsen bewältigen wir, wie auch schon bergauf, mit einer Schienenbahn, die per Drahtseil gezogen wird. Zwei Waggons fahren im Gegentakt nach oben auf den Tufffelsen und wieder hinunter.

Unten angekommen geht wieder es mit dem Bus weiter. Glücklicherweise haben wir einen großen Bus bekommen. Wir alle können uns ausbreiten und es uns soweit möglich bequem machen. Nach einer kurzen Trink- und Toilettenpause auf der Autobahn, sind wir in den Abruzzen angelangt. Es geht über traumhafte Motorradstrecken nach Pescasseroli in die Albergo Paradiso. Ausladen, Zimmer beziehen, reichliches leckeres Abendessen und dann ab ins Bett.



Samstag, 28. Mai 2005

Heute startet unsere erste Wanderung in den Abruzzen. So um 09:00 Uhr geht es nach dem Frühstück los. Irgendwie habe ich heute das Gefühl nicht meinen Rucksack zu tragen und meine Bergschuhe anzuhaben. Wir laufen quer durch den Ort. Es geht dann über Schotterwege langsam, aber sicher immer steiler bergan über Vne Peschio di Lorio zu einem Bergrücken, über den wir laufen werden.

Am Ende des Anstieges eine halbe Stunde Mittagspause an einer Hütte (Rif. di Lorio 1830 Meter), die nicht betrieben wird. Wieso nur ein halbe Stunde ? Wenig später wissen wir es. Es fängt an zu regnen und etwas später zieht ein Gewitter auf.

Johannes drängt zur Eile. Über den Bergrücken geht es weiter entlang des Picco la Rocca (1869 Meter), des la Rocca (1924 Meter), M. della Strega (1909 Meter).

 Dunkle Gewitterwolken am Himmel.

Über den Bergrücken. Dunkle Gewitterwolken am Himmel.
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In einem kleinen Wäldchen erwischt es uns dann doch. Wir müssen die Regenbekleidung anziehen, um nicht völlig zu durchnässen. Um meine Regenhose anzuziehen muß ich zu allem Übel auch noch die Schuhe ausziehen. Dann ist das Gewitter über uns und wir beschließen hier, unterhalb einer Anhöhe, in dem Wäldchen zu warten, bis das Gewitter weitergezogen ist.

Dann gehen wir weiter und müssen über ein steiles, kleines Schneefeld. Der Weg ist nicht mehr leicht auszumachen und ist durch den Regen zum Teil sehr glitschig geworden. Nach einem guten Stück durch den Regen, treffen wir auf unsere Wandergruppe und es geht im Eiltempo runter vom Berg bei Vco. di M. Tranquillo.

An der Kirche Santo M. Tranquillo (1597 Meter) machen wir Pause, um einen weiteren Regenschutt abzuwarten. Wir essen eine Kleinigkeit. Es klart etwas auf, die Sonne blinzelt hervor. Ein sich schlängelnder Schotterweg wird ständig abgeschnitten. Ob es nicht schneller ginge, über den Weg, statt quer durch den Wald zu laufen ? Einige legen ihre Regenjacken ab. Eva hat ihre schon abgelegt, ich hatte mich gerade entschlossen meine Regenjacke auch abzulegen - Da fängt es wieder an dicke Tropfen zu regnen. - Na, dann eben nicht.

Über steinige Wege durch das Valle Mancina geht es weiter bergab, vorbei am Brunnen Ft. Frucassi, bis wir plötzlich vor unserem Hotel stehen. Geschafft. Der Weg und ich auch. Die Regenklamotten sind nass, aber wir sind trocken geblieben. Meine teure Regenjacke hat sich bewährt, die Regenjacke von Eva ist auch 100%ig dicht. Unsere Bergschuhe sind innen leicht feucht geworden. Durch die Regenhüllen auf den Rucksäcken sind diese zum Glück nur wenig feucht geworden. Im Hotelzimmer breiten wir all die nassen oder feuchten Sachen zum trocknen aus. Was ein Tohuwabohu.

Nun aber heiss duschen. Was tun mir heute die Füsse weh. Meine beiden Knie schmerzen. Scheinbar ist das was überanstrengt. Hoffentlich gibt sich das wieder. Urplötzlich ist mir "saukalt" - ich ziehe die dicke Fleece-Jacke und darüber noch die Fleeceweste an. Nach dem ersten Teller warmen Essens wird mir dann warm. Nach dem reichlichen Abendessen nehmen wir im Hotel am Kamin noch einen "Drink".



Sonntag, 29. Mai 2005

Heute haben wir unseren ersten "freien Tag" auf dieser Reise. Wir schlafen aus bis etwa 08:30 Uhr, denn bis 10:00 Uhr gibt es Frühstück. Anschließend räumen wir unser Durcheinander im Zimmer, soweit die Sachen trocken sind, auf.

Danach gehen wir auf eigene Faust in den Ort, um Obst einzukaufen, Bargeld zu holen, die Postkarten in einen Briefkasten einzuwerfen und T-Shirts vom Nationalpark Abruzzen zu kaufen. Nach und nach erledigen wir die einzelnen Punkte. Nur die T-Shirts stellen ein Problem dar.

Am heutigen Sonntag findet hier ein christliches Fest statt. Die Straßen werden geschmückt. Die Bewohner haben ihre Häuser mit Tüchern an den Fensterbänken geschmückt und an einigen Stellen ist mit farbigem Sand und Blüten einen Art "Teppich" auf die Straße gelegt. Auch die Kinder des Ortes haben so einen "Teppich" erstellt.

Ein Teppich aus Blumen und farbigem Sand.

Ein Teppich aus Blumen und farbigem Sand.
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Nach einiger Zeit entdecken wir einen kleinen Laden der die gesuchten T-Shirts und andere feine Sachen hat. Mit "Händen und Füssen" und ein bischen Englisch klappt der Einkauf. Eva kostet einen Grappa mit Honig. Fie, ist der süß - wie Met meint Eva. Danach brauchen wir was anderes zu Trinken.

Es fängt wieder an zu regnen und zu Gewittern. Noch moderat. Wir treffen Teile unserer Reisegruppe und gehen gemeinsam in einem unscheinbaren Restaurant super lecker essen. Der Antipastiteller von Eva und die Pasta die ich esse, sind reichlich und erstklassig. Der Preis auch - alles zusammen superpreiswert.

Es regnet mal mehr mal weniger. In einem "Regenloch" gehen wir weiter zu einer Gelateria. Dort nagelt uns dann ein Wolkendruch einige Viertelstunden fest. Endlich hört es auf und wir nehmen im Eilschritt den Weg zum Hotel unter die Füße.

Ich glaube nicht, daß wir morgen an der Wanderung teilnehmen. Mit Gewalt durch den Regen zu stapfen brauchen wir nicht.

Im Hotel scheibe ich endlich mal wieder mein Reisetagebuch weiter. Ein Gewitter wechselt sich mit dem nächsten ab. Starkregen nennt man das glaube ich. Morgen nehmen wir uns so glaube ich noch einen Tag "frei". Ist glaube ich auch besser für meine Kniebeschwerden. Am Kamin auf der Couch liegen - knisterndes Feuer - lesen.



Montag, 30. Mai 2005

Wir bleiben zurück. Es ist uns zu früh und zu anstrengend die Wanderung heute mitzumachen. Wir wollen ausschlafen und ich will mein Knie schonen, denn am Dienstag muss ich mitwandern. Wir frühstücken so gegen 9 Uhr und gehen anschließend nach Pescasseroli bummeln und einkaufen. Zuerst in eine Apotheke. Dort erstehe ich eine Kniebandage, die ich ausprobieren darf und auch gleich anbehalte. Die Kommunikation mit dem Apotheker klappt mit Händen und Füssen, ein paar Brocken Englisch und Italienisch unterstützen. Es geht halt. Wir gehen weiter zum "Supermarket", sowas wie ein kleiner E****-Laden bei uns zuhause. Essen und Trinken für die morgige Wanderung werden eingekauft.

Nun schauen wir uns gemächlich Pescasseroli an. Es gibt reichlich nette Winkel und Gassen zu entdecken.

Eine Gasse in Pescasseroli.

Einen Gasse in Pescasseroli.
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Wir finden noch einen Laden wo es T-Shirts vom Nationalpark gibt und erstehen die ersten "Andenken". Am Marktplatz setzen wir uns neben einen Brunnen in ein Lokal und trinken was. Dabei schauen wir dem Treiben der Menschen hier auf dem Platz zu. Die Wolken ziehen sich auch schon wieder zusammen. Um nicht nass zu werden beschließen wir zum Hotel zurück zu gehen. Noch ein Eis für den Weg auf die Hand. In diesem Urlaub habe ich schon jetzt mehr Eis gegessen, als sonst im ganzen Jahr.

Zurück im Hotel widmen wir uns der Pflege unserer Ausrüstung. Besonders der Bergschuhe. Diese werden von mir sorgfältig eingefettet.

Es fallen erste Regentropfen und es entwickelt sich ein Gewitter über dem Hotel. Dreimal fällt der Strom aus. Im Kaminzimmer warten wir auf die Rückkehr unserer Reisegefährten. Hoffentlich kommen sie trocken bis zum Hotel.

Um etwa 18:00 Uhr kommen alle an. Sie mußten drei Stunden auf den Bus warten. Gegen 19:30 gibt es Abendessen. Vor dem Essen komme ich mit dem Reiseführer der britischen Reisegruppe, die auch hier im Hotel wohnt, ins Gespräch. Wir unterhalten uns eine ganze Weile recht nett. Nach den Abendessen besetzen wir das Kaminzimmer vor der britischen Reisegruppe. Die Briten sind zum unter anderem "Birdspotting" angereist. Alle sind wir am Kamin beim flackernden Feuer und nehmen den einen und anderen "Absacker". Unsere Wirtin Geraldine verabschiedet sich überschwenglich mit einem Spruch von Shakespeare. Gegen 23:00 Uhr sind wir nach den letzten Abreisevorbereitungen im Bett.



Dienstag, 31. Mai 2005

Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker. Nach Frühstück und Koffer schleppen, geht es mit der heutigen Wanderung zu unserem nächsten Standort Scanno los. Um 7:45 Uhr gehen wir los. Unser Gepäck wird von unserem Wirt Marco von Pescasseroli nach Scanno gebracht. Das Ganze wird mit seinem Auto etwa zwei Stunden dauern. Einmal um das ganze Gebirge herum.

Zuvor wird im Ort noch Obst und andere Wegzehrung eingekauft. Das dauert. Warum sind wir bloß so früh aus dem Bett gekrabbelt ?

Berthold und ich laufen zusammen als letzte. Unser Weg von Pescasseroli geht sofort steil bergan bis zu einem welligen Bergwiesenplateau Colli Alto. Auf dem Plateau lotst uns Johannes auf eine Anhöhe, um die Aussicht genießen zu können.

Über diesen Bergrücken sind wir gelaufen.

Über diesen Bergrücken sind wir gelaufen.
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Einige maulen rum, wozu das gut sein soll. Ich verstehe die Absicht von Johannes, uns dies zeigen zu wollen, andererseits glaube ich, es hätte einen weniger steilen Weg auf diese Anhöhe gegeben.

Ein letzter Blick nach Pescasseroli von Colli Alto aus.

Ein letzter Blick nach Pescasseroli von Colli Alto aus.
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Es geht anschließend über einen Schotterweg bergab. Gestern muß es auch hier sehr kräftig "geunwettert" haben. Es liegen immer noch, zum Teil fast knöcheltief, Hagelkörner an einigen Stellen auf dem Weg und in den Bachbetten, die ansonsten trocken sind.

Der Weg wird stetig steiler und nach einer kleinen Pause geht es extra steil bergan durch einen Wald zu dem Sattel, den wir auf unserem Weg nach Scanno überschreiten werden. Für mich ist es sehr anstengend und ich bin froh meine Wanderstöcke dabei zu haben, um mit Kraft aus den Armen den Weg nach oben angehen zu können. Vorbei an der verschlossenen Hütte Rif. Prato Rosso (1536 Meter) links neben uns der M. Terraegno mit seinen 1788 Höhenmetern. Wir überschreiten wieder die Baumgrenze und der dichte Wald, durch den wir bergauf gegangen sind, bleibt hinter uns zurück. Auf schmalen Fußpfaden geht es trotz Serpentinen steil bergan.

Endlich auf dem Bergsattel zwischen le Ciminera und Vco. del Carapale auf so etwa 2000 Metern. Pause. Was essen. Was trinken. Trotz schnell aufkommender dunkler Gewitterwolken machen wir lange Pause.

Endlich auf dem Bergsattel zwischen le Ciminera und Vco. del Carapale.

Endlich auf dem Bergsattel zwischen le Ciminera und Vco. del Carapale.
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Von nun an geht es nur noch bergab. Die Bodenbeschaffenheit wechselt häufig. Bergwiesen, Geröll, Fels, Waldboden, Bachbetten - alles ist vertreten. Vorbei an Stzo. del Carapale (1646 Meter) durch das Vne. del Carapale. Nun beginne ich wieder meine beiden Knie zu spüren. Bergab werde ich langsamer und vorsichtiger und bleibe weit zurück. Zu den kurzen Trinkpausen hole ich wieder auf, um anschließend mit schmerzenden Knien zurückzufallen.

Endlich in Scanno. Wieder Pause in einer Gelateria. Es fängt an zu regnen - Glück gehabt. Johannes klärt das Abendessen, dann geht es ins Hotel Le Focette. Das Gepäck wartet schon auf uns.

Morgen werde ich Pause machen müssen. Die Tour übermorgen möchte ich unbedingt mitgehen. 19:30 Uhr gemeinsames Abendessen. Wir laufen ein Stück unseres Weges zurück. Bergauf ! Das muß ich nachher auch wieder runter. Endlich im Bett.



Mittwoch, 1. Juni 2005

Pausentag. Die anderen stehen irgendwann nach 5 Uhr auf um eine 6 Stundentour zu gehen. Wir schlafen halbwegs aus und spazieren dann nach dem Frühstück gemächlich durch Scanno.

Die kleinen mittelalterlichen steilen Gassen bieten an jeder Ecke neue, beschauliche Anblicke. Hier müßte nur noch DonCamillo und Peppone um die Ecke kommen. Das kleine Örtchen mit etwa 3000 Einwohnern gefällt uns sehr.

Blick über die alten Häuser von Scanno am Tag.

Blick über die alten Häuser von Scanno am Tag.
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In den engen, verwinkelten und steilen Gassen von Scanno.

In den engen, verwinkelten und steilen Gassen von Scanno.
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Wir kaufen Vorräte für die morgige Wanderung ein. Gegen Mittag essen wir eine Kleinigkeit. Zum Nachtisch ein Eis. Wir lassen heute die Seele baumeln. Meine Knie erholen sich spürbar. An einem "Obst- und Gemüselaster" kaufen wir etwas frisches Obst ein.

Strada dei Fotografi in Scanno.

Strada dei Fotografi in Scanno.

Straße der Fotographien - öffentlicher Brunnen - Spät kommen unsere Wanderer zurück.

Um 19:30 geht es zum Abendessen in ein Lokal mit Terasse. Wir werden im Freien zu abend essen. Johannes führt uns über einen "Spezialweg" zu dem "Ristaurante".

"Damit diejenigen die Scanno noch nicht erkundet haben, auch ein paar Gassen zu sehen bekommen." meint Johannes. Zu essen gibt es Pasta mit Trüffel als ersten Gang. Unser Geschmack ist es nicht, wir hatten Trüffel und Pasta ja schon zuhause gekostet. Die anschließende Pizza ist groß, aber leider geschmacklich für meinen Gaumen etwas langweilig - was pikanteres wäre mir lieber gewesen. Das Dessert rühre ich nicht an. Irgendwas mit Bitterschokolade.

Blick über die gleichen alten Häuser von Scanno bei Nacht.

Blick über die gleichen alten Häuser von Scanno bei Nacht.
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Irgendwann zwischen 22:00 und 23:00 Uhr sind wir dann im Bett. Ein schöner, erholsamer Urlaubstag.



Donnerstag, 02.06.2005

Frühstück um 07:00 Uhr. Um 07:30 geht es mit 2 kleinen Bussen zum Gran Sasso Nationalpark. Es geht zwei Stunden durch Mittelitalien bis zum Alb. Campo Imperatore im Nationalpark. Wolken, Nebel. Die Sicht ist, auch schon auf dem Weg dorthin schlecht. Mal reißt es auf und die grandiose Berglandschaft präsentiert sich uns mit atemberaubenden Ausblicken.

Berglandschaft. Auf dem Weg zum Campo Imperatore.

Berglandschaft. Auf dem Weg zum Campo Imperatore.
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Am Alb. Campo Imperatore (ca. 2130 Meter) zögern wir mit dem Aufbruch wegen der schlechten Sicht durch den Nebel, der immer wieder aufzieht. Dann gehen wir doch los mit der Option umkehren zu können, da Johannes den Busfahrern aufgetragen hat bis 12:00 Uhr am Alb. Campo Imperatore zu warten. Vorbei an einem Observatorium, wieder mal ein steiler Aufstieg in Serpentinen bis zu der Hütte (Rifugio Duca Degli Abruzzi) in der Mussolini gefangen gehalten wurde.

Der höchste Punkt den ich bisher in meinem Leben zu Fuß erreicht habe. Der M. Portella ist mit seinen 2385 Metern in Sicht.

Die Berghütte - Rifugio Duca Degli Abruzzi.

Die Berghütte - Rifugio Duca Degli Abruzzi.

Das Wetter macht keinen stabilen Eindruck. Nach einer Pause von etwa 20 Minuten mit Essen und Trinken entschließt sich Johannes weiterzugehen. Einen zweite Wikinger Gruppe kommt den Berg herauf. Johannes und der andere Reiseleiter begrüßen sich. Der Weg zur zweiten Hütte entlang des Mt. Aquila ist relativ leicht, aber der Nebel wird mal dichter, mal reißt es wieder auf.

Blick vom Rifugio Duca Degli Abruzzi zur Garibali-Hütte.

Blick vom Rifugio Duca Degli Abruzzi zur Garibali-Hütte.
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An der Garibaldi-Hütte (Rif. Garibaldi) angekommen nur eine kurze Toiletten- und Trinkpause. Der weitere Weg liegt unter einer dichten, grauen Nebeldecke.

Die Wolken über den Bergen lassen nichts Gutes erahnen.

Die Wolken über den Bergen lassen nichts Gutes erahnen.
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Wieder entschließt sich Johannes weiterzugehen. Der Nebel nimmt schlagartig zu. Zum Teil nur 10 bis 15 Meter Sicht. Es fängt an zu tröpfeln. Wenig später Regen und Hagel. Erbsen bis Maiskorn große Hagelkörner prasseln auf uns herab. Die Hagelkörner sind deutlich zu spüren, auch nachdem die Regenschutzbekleidung angelegt ist.

Im Nebel geht es etwas kreuz und quer um den Weg wiederzufinden, da die Wege teilweise noch unter tiefen Schneefeldern verborgen sind. meinen Bergschuhe sind von den vielen Schneefelddurchquerungen durchnässt. Aber es geht weiter. Plötzlich Blitz und Donner. Johannes drückt aufs Tempo um vom Berg herunterzukommen. Annerose rutscht aus und droht einen Abhang herunter zu rutschen. Franz und ich stellen Sie wieder auf die Beine. Nach ein paar Augenblicken geht es wieder und wir laufen weiter. Respekt.

Erstaunlicherweise komme ich gut mit. Vielleicht liegt es daran, dass ich etwas trittsicherer bin als der eine oder andere der Gruppe. Auf dem einen oder anderen steilen Schneefeld kommt der eine oder andere sehr ins Rutschen. Auf dem Hosenboden geht es für einige bergab. Eine einfache, aber durchaus mit einem gewissen Risiko behaftete Methode.

Im Nebel ist der Weg nicht mehr auszumachen und die Spitze der Wandergruppe schwärmt aus um Hinweise auf den Weg zu finden. So müssen wir ein paar extra Schleifen und steile Anstiege meistern. Im Sauseschritt geht es bergab durch das Val Maone. Johannes gönnt uns erst eine Pause, nachdem wir die Baumgrenze deutlich überschritten haben.

Entlang eines Baches, vorbei an Sorg.te Rio Arno geht es weiter bergab. Dieser Bach hat sich durch ein Schneefeld durch gegraben. Tolles Bild. Über dieses Schneefeld müssen wir drüber. Kein Problem. Wenig später gibt es einen kleinen Wasserfall (le Cascate) zu sehen. Nach kurzem Stop zum anschauen geht es weiter. Immer noch bergab. Mein Knie hält - noch.

Zum Abschluß noch eine kleine Steigung - ein echter Schinder für mich. Anschließen kurze Trinkpause. Unser Weg endet bei einigen Wintersporthotels in Parati di Tivo (ca. 1450 Meter).

Ich bleibe eine Weile vor dem Lokal und ziehe erst mal was trockenes an und ordne meine Ausrüstung. Zum Abschluß einen Prosecco - und noch einen. Gute Idee, dank Ute.

Dann sind unsere Busse da und es geht zurück nach Scanno. Die Strecken sind geniales Motorradrevier: Kurven - Steigungen - Gefälle - wenig Autos - wenig Radfahrer - wenig Wanderer. Genießen kann ich Kurven nicht, da ich hundemüde bin und vor mich hin döse und sogar kurz einschlafe.

Nach mehr als zwei Stunden sind wir zurück in Scanno. So ne halbe bis dreiviertel Stunde Zeit zum Duschen muß reichen, dann geht es zum Abendessen. Pasta und ein Fleischgericht (sehr Salzarm), zum Nachtisch Kuchen mit Schnaps, Sahne und bitterer Schokolade. Nix für mich, entscheide ich, nachdem ich gekostet habe.

Auf Johannes Frage wer morgen nicht mit geht melden sich Eva und ich und noch einige mehr. Wieder so gegen 23:00 Uhr sind wir im Bett. Aus den Absacker verzichten wir, weil Evas und mein Knie schmerzen.



Freitag, 3.6.2005

Heute machen wir einen Erholungstag. Schlafen bis 08:00 Uhr, dann um so gegen 09:00 Uhr zum Frühstück, welches wir weder vom Angebot noch vom Service als solches bezeichnen können. Uns gefällt dieses Hotel gar nicht. Die Atmosphäre, der Frühstücksservice und das Frühstück waren in Spoleto und Pescasseroli um Längen besser.

Die Sonne kommt raus und wir platzieren all die klammen Klamotten und die nassen Schuhe in die Sonne auf unserer großen Hinterhof-Terasse. Wir tapsen schnell in den Ort um irgendeine dicke Zeitung zu erwerben, um damit unsere Schuhe auszustopfen. Eine alte Zeitung gibt es hier im Hotel scheinbar nicht. Nachdem wir unsere Bergschuhe mit Zeitungspapier ausgestopft haben, gehen wir auf den Marktplatz, um dem Treiben dort zuzuschauen, um zu lesen und mein Reisetagebuch zu schreiben.

Der Kirchturm am Marktplatz in Scanno.

Der Kirchturm am Marktplatz in Scanno.
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Hier scheint jeder jeden zu kennen. Die Sonne brennt und ich wechsele meinen Sitzplatz mit dem wandernden Schatten der kleinen Bäume. Nach und nach treffen wir viele von unserer Reisegruppe, die entweder auch nicht wandern waren oder die nur den kurzen Weg genommen haben.

Am frühen Nachmittag gehen wir zurück ins Hotel um unsere Vespervorräte als Mittagessen zu verspeisen. Nach einer kleinen Verdauungspause packen wir das Gröbste schon mal ein. Morgen früh ist dafür sicher keine Zeit. Danach noch ein Gelati vom feinsten. Das ist der beste Eismacher der ganzen Reise. Ich gönne mir eine XXL-Portion, aber ohne Sahne. *grins*

Das Wetter scheint umzuschlagen, so gehen wir besser zurück ins Hotel um auf unsere Bergschuhe aufzupassen. Nachdem sie fast trocken sind, wäre es schon reichlich blöd, wenn sie wieder durch Regen nass werden würden. Inzwichen sind die Schuhe so trocken geworden, daß ich beschließe sie noch einzufetten. Kaum bin ich fertig damit , beginnt es zu regnen. Glück gehabt. Unsere Wanderer sind alle trocken zurückgekommen.

Peter berichtet, daß aus seiner Sicht der Abstieg der härteste von allen gewesen sei. Gut daß wir mit unseren lädierten Knien nicht mitgegangen sind. Um 19:30 Uhr treffen wir uns für das Abschlußessen in Scanno und für diese Reise. Es geht wieder bergauf, bergab durch Scanno, bis zu einem kleinen Lokal bei einem alten Stadttor. Dort sind zwei große Tische für uns vorbereitet.

Das Essen ist hier das Beste für die Zeit in Scanno. Zwischendurch kauft Johannes noch etwas von seinem vielgeliebten Parmesan ein. Nachdem Essen bekommt Johannes sein Abschiedsgeschenk. Annerose und Berthold tragen ein Gedicht vor und ein Bär, das Wahrzeichen des Nationalparks und 2 kleine Puppen mit der Tracht aus Scanno werden als Andenken an diese gemeinsame Reise übergeben.

Nachdem der letzte Wein ausgetrunken ist, geht es noch ein Gelati essen in der besten Gelateria von Scanno. Lange stehen wir Eis schleckernd vor der Eisdiele. Einen Absacker soll noch am Marktplatz genommen werden. Dazu habe ich nicht so wirklich Lust und ich verabschiede mich ins Bett. Die Rückreise morgen wird sicher ein wenig stressig.



Samstag, 4.6.2005

Frühstück gibt es wieder um 07:00 Uhr. Heute früh gibt sicher der junge Mitarbeiter im Service richtig Mühe um uns zu versorgen. Was ist denn da passiert ? Mal keine Mortadella sondern Schinken ! Ein Fototreffen bei Annerose und Jürgen wird vorgeschlagen.

Um 08:00 Uhr geht es los mit dem Bus nach Rom. Wir fahren wieder mit den 2 kleinen unbequemen Bussen. Nachdem alles Gepäck verstaut ist und Johannes noch für einen Alpenreiseplanung sich die passenden Leute zusammen gesucht hat und die Fahrer noch einen Kaffee getrunken haben geht es los. Die Strecke bis zur Autostrada kenne wir schon.

An einem Autogrill (Eine Raststätte - dort werden keine Autos gegrillt.) gibt es nach etwas einer Stunde fahrt eine Toilettenpause. Johannes spricht noch ein paar Dankesworte. Karl-Heinz knüpft noch einen kleinen eigenen Spruch mit ein. Dann geht es weiter. Wir kommen ohne nennenswerten Stau bis zum Flughafen.

Am Flughafen das übliche Prozedere. Wir verabschieden Sigrid und Karl-Heinz. Sie fahren mit dem Zug nach Hause. Mein Flugticket scheint verschwunden zu sein. Also gebe ich meinen Ausweis beim einchecken ab. Es klappt trotz allem reibungslos. Unnötig sich Sorgen gemacht zu haben. Den Rucksack, den wir als Gepäck aufgeben, muß ich selbst zur nächsten Station bringen.

Am Security Check muß ich, wie auch in München, die Stiefel ausziehen. Evas Bleiboxen für ihre Filme werden auch genau überprüft. Nun am Gate bis zum Boarding warten. Wir sind schneller fertig als geplant und wir starten, man höre und staune früher. Der Linienflug nach München ist nicht ausgebucht, so haben wir gut Platz im Flieger. Diesmal leider nicht in der Business-Class. Nach etwas mehr als einer Stunde Flugzeit landen wir in München.

Verabschiedung in der Transitzone, denn hier trennen sich viele Nachhausewege. Unser Gepäck ist nach nicht mal 5 Minuten warten am Gepäckband da. Unseren Abholservice finden wir problemlos und nachdem noch andere Reisende eingestiegen sind geht es zu unserem Auto und dann nachhause.

Noch beim Dinzler vorbei um gescheiten Kaffee einzukaufen, dann heim. Zuhause angekommen, Gepäck ausladen. der Urlaub ist zu Ende. Und die Mietzekatze frisst wieder, es geht ihr wieder besser.



Impressum letzte Aktualisierung: 30. März 2015

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